
Pionier der Elektrosmog-Forschung
Wulf-Dietrich Rose, geboren 1940, gilt als eine der weltweit führenden Persönlichkeiten im Kampf gegen Wohngifte und Elektrosmog. Sein Einsatz für gesundes Wohnen und seine unerschütterliche und erfolgreiche Standhaftigkeit gegenüber mächtigen Industrien haben ihn zu einer Ikone der Baubiologie und Elektrosmog-Forschung gemacht. Mit einem Abschluss als Dipl.-Betriebswirt und einem Studium der Biokybernetischen Managementlehre EKS begann Rose seine Karriere als Unternehmensberater, unter anderem für ein internationales Consulting-Unternehmen.
In den 1970er-Jahren, während seiner Beratertätigkeit für ein großes deutsches Wohnungsbau-Unternehmen, alarmierten Medienberichte über gesundheitsschädliche Wohngifte wie Formaldehyd, Holzschutzmittel und dioxinhaltige Kleber die Öffentlichkeit. Untersuchungen des Bundesgesundheitsamtes enthüllten, dass die toxische Belastung der Raumluft in Neubauwohnungen bis zu 50 mal höher war als in der Außenluft. Diese Erkenntnisse trieben ihn an, zusammen mit Prof. Anton Schneider sowie einem Team aus Architekten, Chemikern und Bauexperten das Institut für Baubiologie in Rosenheim zu gründen, das er von 1977 bis 1983 als geschäftsführendes Vorstandsmitglied leitete. Als visionärer Gründer initiierte er Partner-Institute in Österreich, Italien, Spanien, Belgien, Tschechien und der Schweiz sowie zahlreiche Organisationen zum Schutz vor Wohngiften und Elektrosmog. Unter seiner Führung wurden über tausend Raumluftuntersuchungen in Wohnungen durchgeführt, deren Ergebnisse die Basis für sein bahnbrechendes Werk „Wohngifte erkennen und vermeiden“ (1984) bildeten. Auf fast 800 Seiten analysierte und bewertete Rose die gesundheitlichen Risiken von über 3.000 Baumaterialien, Holzschutzmitteln, Teppichböden und Einbauküchen. Das Buch wurde ein globaler Bestseller, mit wöchentlich über 10.000 verkauften Exemplaren, und löste eine Welle der Aufklärung aus. Doch der Erfolg zog millionenschwere Schadenersatzklagen nach sich, die den Verkauf vorübergehend stoppten. Unbeugsam kämpfte Rose durch mehrere Instanzen und gewann jeden Prozess – ein juristischer Triumph, der die öffentliche Aufmerksamkeit für Wohngifte auf ein neues Niveau hob und zahlreiche schädliche Produkte vom Markt verschwinden ließ.
Ermutigt von diesem Erfolg, veröffentlichte Rose 1987 das Buch „Krebsgifte erkennen und vermeiden“, das die krebserregenden Potenziale von Chemikalien in Alltagsprodukten wie Kosmetika, Plastikschüsseln, Lacken, Farben und Textilien aufdeckte. Schon während der Arbeit am Manuskript sah er sich massivem Druck der Kosmetik- und Kunststoffindustrie ausgesetzt, die mit Schadenersatzklagen und einstweiligen Verfügungen dieses Buch verhindern wollten. Doch mit der Unterstützung der Juristen des Bertelsmann-Verlags wehrte Rose diese Angriffe erfolgreich ab, was seinen Ruf als furchtloser Verfechter des Verbraucherschutzes weltweit festigte.
Als die Grenzen der Raumluftanalysen klar wurden, wandte sich Rose einem neuen, damals kaum erforschten Gebiet zu: den biologischen Wirkungen elektromagnetischer Felder (EMF). Inspiriert von russischen Studien, die westliche Wissenschaftler zunächst ignorierten, holte er international anerkannte Experten wie Prof. H. L. König (Ludwig-Maximilians-Universität München), Prof. Ulrich Warnke (Universität des Saarlands) und Prof. András Varga (Universität Heidelberg) in den Wissenschaftlichen Beirat des Instituts für Baubiologie. Gemeinsam gründeten sie 1990 die Internationale Gesellschaft für Elektrosmog-Forschung IGEF, eine Organisation, die unter Roses Leitung weltweit Maßstäbe setzte. Er trieb EMF-Messungen in Wohnungen gesundheitlich beeinträchtigter Menschen voran und zeigte, dass einfache Maßnahmen zur Reduktion elektromagnetischer Felder die Gesundheit und Schlafqualität der Betroffenen drastisch verbesserten.
Rose revolutionierte die Messtechnik, indem er mit Herstellern erschwingliche und präzise Geräte für EMF-Messungen entwickelte. Er führte selbst Hunderte Wohnungsuntersuchungen durch und gab sein Wissen in international anerkannten Seminaren zur Ausbildung von Elektrobiologen weiter. Sein Buch „Elektrosmog – Elektrostreß“ (1987), das in mehrere Sprachen übersetzt wurde, löste eine globale Debatte über die Gefahren elektromagnetischer Strahlung aus. Die Industrie – von Elektrogeräte-Herstellern über Elektrizitätswerke bis zur Mobilfunkbranche – versuchte, ihn mit verlockenden Angeboten und millionenschweren Schadenersatzklagen zum Schweigen zu bringen. Doch Rose ließ sich nicht einschüchtern. In einem historischen Urteil des Obersten Gerichtshofs Österreichs im April 2001 wurde bestätigt, dass er weiterhin behaupten darf, Mobilfunkstrahlung schade dem Erbgut und fördere Krebs, da die Gegenseite – darunter T-Mobile Austria – keine Gegenbeweise liefern konnte. Dieser juristische „Krieg“ gegen mächtige Industrien, den Rose siegreich beendete, machte ihn zu einer Legende.
Während die weltweite Forschung zu EMF wuchs, mit über 50.000 wissenschaftlichen Publikationen bis 2025, die die Dringlichkeit einer Reduktion elektromagnetischer Emissionen belegen, behinderten in Deutschland industrieverbundene Gremien die Forschung. Rose setzte sich unermüdlich für das ALARA-Prinzip („As Low As Reasonably Achievable“) ein, das die IGEF für die Zertifizierung sicherer Produkte mit dem IGEF-Prüfsiegel übernahm – ein Standard, der global Beachtung fand.
Seit 2005 lebt Rose auf Teneriffa, wo er seine wegweisende Arbeit fortsetzt. Seine jüngsten Werke, darunter „Mikrowellen töten leise“ (2018), „Krank durch Elektrosmog“ (2019), „5G – Digitale Macht in falschen Händen“ (2019) und „Wie unser Gehirn gehackt wird“ (2023), festigen seinen Status als einen der einflussreichsten Denker der Elektrosmog-Forschung.
