Offener Brief an Edmund Stoiber

An Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber Staatskanzlei Postfach 220011 80535 München Dringendster Verdacht auf schwere Gesundheitsschäden durch gepulste hochfrequente elektromagnetische Felder (Mobilfunksendeanlagen, DECT-Telefone, W-LAN, Bluetooth u.a.) weit unterhalb der gültigen Grenzwerte


Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

gestatten Sie, dass ich mich im Namen vieler Ärzte persönlich an Sie
wende.

Seit acht Monaten machen Ärzte in Oberfranken und andernorts äußerst
beunruhigende Beobachtungen bei Patienten, die im Umkreis von
Mobilfunksendeanlagen leben. Nach einem Anfangsverdacht an Standorten
in Forchheim, Hirschaid, Walsdorf, Memmelsdorf und Bamberg wurden
Befragungen und Messungen bei 356 Anwohnern an über 40 Standorten in
ganz Oberfranken durchgeführt.

Mittlerweile haben sich 64 Hofer, 30 Lichtenfelser, 61 Coburger, 20
Bayreuther und landesweit viele Ärztinnen und Ärzte dem Bamberger
Appell angeschlossen.


Das Ergebnis all dieser ärztlichen Erhebungen lautet:

Weit unterhalb der Grenzwerte, die nur thermische Effekte
berücksichtigen, erkranken viele Menschen an einem für uns Ärzte neuen
Krankheitsbild mit charakteristischer Symptomenkombination. Die
Anwohner leiden an einem, mehreren oder vielen der folgenden Symptome:

Schlafstörungen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Unruhe, Benommenheit,
Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit,
Wortfindungsstörungen, depressive Stimmung, Ohrgeräusche, Hörverlust,
Hörsturz, Schwindel, Nasenbluten, Sehstörungen, häufige Infekte,
Nebenhöhlenentzündungen, Gelenk- und Gliederschmerzen, Nerven- und
Weichteilschmerzen, Taubheitsgefühl, Herzrhythmusstörungen,
Blutdruckerhöhung (anfallsweise), Hormonstörungen, Gewichtszunahme,
Haarausfall, nächtliches Schwitzen, Übelkeit.


Folgende Feststellungen verstärkten den Verdacht:

Häufig erkrankten viele Anwohner gleichzeitig an diesen Symptomen
(z.B. in Schweinfurt: Eselshöhe, in Kulmbach: Senioren-Wohnanlage
Mainpark, in Hof: Kösseinestraße, in Forchheim: Ortsteil Burk).

Viele Patienten berichteten von prompter Besserung nach Beendigung der
Exposition (vorübergehender Ortswechsel, Umzug, Abschirmung,
Abschaltung).

Nach einem Ortswechsel haben Ärzte bei Wiedervorstellung der Patienten
die Normalisierung von Blutdruck, Herzrhythmus, Hormonstörungen,
Sehstörungen, neurologischen Symptomen, Blutbild u.a. nachgewiesen.

Viele Arztfamilien haben im Lauf der letzten Monate ihre DECT-Telefone
entfernt und waren anschließend frei von Kopfschmerzen,
Konzentrationsstörungen, Schwindel, Unruhe, Tinnitus, Schlafstörungen
u.a.

Daraufhin baten wir die zuständigen Behörden (Bundesamt für
Strahlenschutz, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und
Reaktorsicherheit, Mitglieder der Strahlenschutzkommission und der
WHO) Gesundheitserhebungen direkt an den Standorten zu veranlassen.
Trotz des schwerwiegenden, ärztlichen Verdachtes weigern sich alle
Behörden, die z. T. unerträgliche Lebenssituation der Betroffenen vor
Ort zu überprüfen.

An keinem einzigen Mobilfunkstandort in Deutschland wurden bisher
offizielle Gesundheitserhebungen durchgeführt! Die SSK und das BfS
haben also keinen Kenntnis-stand über die Auswirkungen bei den
langzeitbelasteten Anwohnern. Aus ärztlicher Sicht ist dies
inakzeptabel.

Daher wende ich mich an Sie mit der Bitte um Hilfe für unsere
verzweifelten Patienten. Wir oberfränkischen Ärzte sind bereit
mitzuhelfen. Bitte veranlassen Sie, dass an etlichen Standorten in
Bayern unverzüglich Erhebungen des Gesundheitszustandes der Anwohner
durchgeführt werden.

Es handelt sich hier nicht um "bedauerliche Einzelfälle", sondern um
eine sich in allen Teilen der Bevölkerung ausbreitende medizinische
Katastrophe! Zum Überprüfen unseres Verdachtes muss auch das
Abschalten einzelner Sender möglich sein. Aus ärztlicher Sicht liegt
eine Notfallsituation vor, die rasches Handeln aller politischen
Kräfte erfordert.

Ich bitte Sie daher, umgehend die notwendigen Schritte einzuleiten,
damit gesundheitlicher Schaden von vielen Kindern, Jugendlichen und
Erwachsenen abgewendet wird.

Hochachtungsvoll

Dr.Cornelia Waldmann-Selsam
Karl-May-Str.48
96049 Bamberg
Tel:0951-12300 Fax:0951-2972506
Mail:
peter.selsam[at]t-online.de

Quelle:
www.eco-world.de/scripts/basics/econews/basics.prg?a_no=12512




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