Durch einen Mobilfunksender jahrelang geschädigt

Im Folgenden möchten wir unsere Erfahrungen mit einem Mobilfunksender schildern, der in 100 m vor unserem Haus steht.

Wir waren eine gesunde Familie mit einem im Jahr 2000 fünfjährigen Sohn.

Mein Mann arbeitete als freiberuflicher Biologe und Autor in seinem Büro im

Dachgeschoß unseres Hauses. Ich habe meinen Arbeitsplatz in einem Raum

im Keller des Hauses. Das Zimmer unseres Sohnes liegt auf der Westseite

des Hauses. Wir besitzen kein schnurloses Telefon und auch kein Gerät mit

WLAN-Technik und telefonieren nicht mit Handy.

In den Jahren 1997 und 2000 wurden nacheinander zwei starke
Mobilfunksendemasten von e-Plus und Vodafone auf dem Gebäude eines Landwirts
100 m im Osten unseres Hauses errichtet. Sie bestrahlen unser Haus im ersten
Stock auf Augenhöhe, denn wir wohnen am Hang und liegen, wie wir später
feststellen mussten, im Hauptstrahl dieses Senders. Der offizielle
horizontale Sicherheitsabstand beträgt laut offizieller Bundesnetzagentur
(www.regtp.de) für diesen Standort bereits 14,26 m. Die Sender haben eine
Reichweite von 12 bis zu 15 Kilometern. Von einer
Gesundheitsbeeinträchtigung durch den Sender gingen wir zunächst nicht aus,
weil wir den Abstand von 100 Metern für ausreichend hielten.

Dann begann sich im Frühjahr 2001 bei meinem Mann, Jahrgang 1950, im rechten
Knie ohne erkennbare Ursache eine Gelenkentzündung zu manifestieren.
Parallel dazu entwickelte sich Schuppenflechte, Tinnitus und
Lymphknotenschwellungen am Hals und in den Leisten. Nur Punktierung und
Cortisonspritzen brachten vorübergehende Linderung für die Kniegelenke. Im
Winter 2002 kam bei meinem Mann es zu einer Entzündung des linken
Fußgelenks, eines Ellbogens und der Schulter. Kein Arzt konnte helfen. Im
Sommer letzten Jahres 2004 war die Beinmuskulatur so schwach geworden, dass
er nur noch mit Stützen gehen konnte. Obwohl mein Mann Jahre davor gesunde
Zähne hatte, entzündeten sich im Jahr 2001 nacheinander zwei Backenzähne so
dass eine Wurzelbehandlung nötig war da die Zähne abgestorben waren.
Er war durch eine neu erworbene Nahrungsmittelunverträglichkeit auf unter 50
kg abgemagert. Schon ein Weg von 100 Metern war fast unmöglich zu
bewältigen. Besonders das Treppensteigen machte riesige Probleme. Für
Ausflüge liehen wir uns manchmal sogar einen Rollstuhl aus.
Auch hatte ich (Jahrgang 1953) 2001 einen Hörsturz und im Winter 2004 eine
heftige Augenentzündung. Unser 10-jähriger Sohn ist zwar soweit gesund und
ein guter Schüler, aber er wächst extrem langsam, ist inzwischen der
Kleinste der Klasse.

Unsere Beschwerden dauerten so lange an (es waren insgesamt vier Jahre), bis
ich im Herbst 2004 nach dem Besuch einer Veranstaltung einer
Mobilfunkinitiative, die Mobilfunkbetrahlung als Ursachen für unsere
Beschwerden aufdeckte, einen Versuch unternahmen, unser Schlafzimmer gegen
die Mobilfunkstrahlen abzuschirmen. Denn unsere alljährliche Campingreise
hatte stets deutliche Besserungen des Krankheitsbildes gebracht. Sofort nach
dieser Maßnahme begann sich auch zuhause das Krankheitsbild meines Mannes zu
verbessern. Die erste Abschirmung war ein Metallfliegengitter, das ich in
die Vorhangleiste von innen vor die Fenster des Schlafzimmers montiert
hatte. Im Mai ließen wir das Haus von einem Baubiologischen Gutachter
untersuchen. Der Gutachter bestätigte uns, dass alle negativen Einflüsse in
Haus und Garten von den Mobilfunksendern aus dem Osten stammen. Unser Haus

ein 1996 nach biologischen Prinzipien gebautes Holzständerhaus - ist
nachgewiesenermaßen frei von Wohngiften. Wir mussten lernen, dass ein
Holzhaus die hochfrequenten Mobilfunkstrahlen so gut wie gar nicht
abschirmt.

Nach Empfehlung des Baubiologen haben wir fast die ganze Ostfassade unseres
Hauses von außen mit Metalldraht verkleidet (siehe Abb. 2). Von den 1070
µW/m² auf dem Balkon erreichten unseren Schlafplatz jetzt nur noch 20 bis 30
µW/m². Ohne Abschirmung wurden im Schlafzimmer 600 µW/m² gemessen.

Erst nach dieser Maßnahme erwachten unsere Lebenskräfte langsam wieder

und wir wurden täglich mobiler und aktiver. Mein Mann konnte wieder deutlich besser laufen,
Treppensteigen und Rad fahren, sein Gewicht nahm langsam zu. Auch ich selbst
hatte keine Augenentzündungen mehr, wachte ausgeschlafen ohne Angstgefühle
auf und litt nicht mehr so unter Tagesmüdigkeit. Wir schliefen außerdem
unter einem Abschirmbaldachin.

Beobachtungen an Tieren und Pflanzen:

Selbst die Meerschweinchen unseres Sohnes hatten in den letzten Jahren fast
ständig Augenentzündungen. Nach der Abschirmmaßnahme waren die Symptome

auch bei ihnen nach wenigen Tagen verschwunden.

Wir mussten auch beobachten, dass die Blaumeisenbrut in den Nistkästen an
der Ostseite unseres Hauses im Jahr 2004 abgestorben war. Als wir
feststellten, dass die Altvögel den Nistkasten nicht mehr anflogen fanden
wir dort alle Jungvögel tot im Nest liegend, was wir uns nicht erklären
konnten. Auch Hornissen, die in Folge einen der Nistkasten bezogen hatten,
gaben nach kurzer Zeit Ihr halbfertiges Nest wieder auf. In den Waben
befanden sich abgestorbene Larven und viele tote Hornissen lagen am Boden
des Nistkastens. Im Jahr 2005 zogen gar keine Meisen mehr in den Nistkasten
ein. Obwohl wir einen naturnahen Garten haben und früher immer viele junge
Amseln den Obstgarten bevölkerten, finden wir seit ein paar Jahren keine
jungen Amseln mehr im Garten. Zwei Apfelbäume, die ebenfalls im Hauptstrahl
des Senders stehen, tragen seit vier Jahren so gut wie keine Früchte mehr.

Mobilfunk beherrschte unser Leben in einer nicht mehr erträglichen Art und
Weise. Wir empfanden die Einwirkung der Mobilfunkstrahlen als
Hausfriedensbruch. Solange aber der Sender vor unserem Haus so stark
strahlt, können wir unser Kind kaum noch guten Gewissens im Garten spielen
lassen. Für uns ist der geplante Ausbau der UMTS-Technik eine Katastrophe.
Bei diesem Großversuch der Mobilfunkbetreiber wollen nicht mehr mitspielen.
Wir verlangen die Entfernung der Sender aus dem Wohngebiet und eine
drastische Drosselung der Sendeleistung auf die Salzburger
Vorsorgegrenzwerte.

Aus Sorge um die Zukunft und die Gesundheit unseres Sohnes sind wir im
November 2005 aus unserem Ickinger Haus ausgezogen und wohnen jetzt in einer
strahlenarmen Umgebung am Alpenrand.


In der neuen Wohnung haben wir uns alle sichtlich erholt. Wir konnten wieder
zunehmen, die Knieentzündungen sind verschwunden. Mein Mann kann wieder
laufen und nutzt auch bei Schnee und Eis jede freie Minute zu weiten
Wanderungen in die nahe Umgebung. Er hat ain vier Monaten zwei Kilo
zugenommen. Er ist psychisch wie ausgewechselt. Er war seit dem Umzug noch
nicht ein einziges Mal beim Arzt. Wir brauchen keine Abschirmung mehr und
sind jetzt noch mehr davon überzeugt, dass unsere Leiden nur durch die
massive Mobilfunkstrahlung verursacht worden waren.

Auch ich hatte in den letzten Monaten vor dem Umzug kaum noch Appetit und
verlor stark an Gewicht. Dieser Zustand ist jetzt vorbei und ich fühle mich
wieder vital wie früher. Unser Sohn wächst immer noch sehr langsam. Die
Wachstumskurve zeigt deutliche Knicke im Sommer 1997 und im Sommer 2000, als
jeweils ein Sender in Betrieb genommen wurde.
(siehe Diagramm im Anhang).

Mit freundlichen Grüßen
Ingrid v. Brandt
14.03.2006
e-mail:
Ingrid.von.Brandt[at]t-online.de



Durch einen Mobilfunksender jahrelang geschädigt