LONDON, 5. September (dpa). Wer in den 80er und frühen 90er Jahren mehrere Jahre lang jeweils zwei Stunden am Tag Mobiltelefone benutzt hat, hat einer Studie zufolge ein "deutlich erhöhtes Hirntumor-Risiko". Die Studie des Krebsspezialisten Lennart Hardell der schwedischen Orebro-Universität wurde bei der Konferenz der britischen Wissenschaftsgesellschaft in Glasgow vorgestellt. Prof. Hardell hob hervor, die Ergebnisse ließen sich nicht direkt auf moderne Handys übertragen, da diese zehn Mal weniger Energie abgäben als die alten analogen Mobilfunktelefone.
Der Independent (London) bewertete die Untersuchung gleichwohl als "Meilenstein" in der umstrittenen Frage nach Gesundheitsschäden durch Handys. Teilnehmer der Konferenz warfen Mobilfunkbetreibern vor, es sei unverantwortlich, Kinder zur häufigen Benutzung von Handys anzuregen. Hardell selbst riet zu einer "vorbeugenden" Herangehensweise. Der Forscher verglich 1600 Patienten, die Hirntumore überlebt hatten, mit 1600 Gesunden. Dabei fand er heraus, dass diejenigen, die mehr als fünf Jahre regelmäßig mobil telefoniert hatten, ein um 26 Prozent gesteigertes Risiko für Hirntumore hatten. Bei zehn Jahren häufiger Nutzung stieg das Risiko sogar um 77 Prozent. Die Tumore seien zweieinhalb Mal so oft auf der Kopf-Seite vorgekommen, auf der das Mobiltelefon ans Ohr gehalten wurde.
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Frankfurter Rundschau 2001
Dokument erstellt am 10.09.2001 um 21:25:33 Uhr
Erscheinungsdatum 06.09.2001