- Viele Eltern stellen sich die Frage, ob ihre Kinder ein Handy benutzen sollen. Die Sorge um die Gesundheit der Kinder steht dabei immer mehr im Vordergrund.
- Handys geben wie Rundfunksender, Fernsehsender, Radaranlagen und Mobilfunksender (Handymasten) hochfrequente elektromagnetische Strahlung ab. Die Strahlenbelastung beim Handy erfolgt während der unempfindlicheren Wachphase, ist meist freiwillig und kürzer als die Dauerbelastung, die von fixen Sendeanlagen ausgeht.
- Untersuchungen in Skandinavien zeigten verschiedene Symptome bei der Handynutzung wie etwa: Wärmegefühl um das Ohr, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten. Diese Beschwerden nahmen mit steigender Gesprächsdauer zu.
- Darüber hinaus stehen hochfrequente elektromagnetische Strahlen im Verdacht krebserregend zu sein. Eine Bestrahlung von genetisch empfindlichen Mäusen mit GSM-Strahlen (2 mal S Stunde täglich über 1,5 Jahre) führte zu einer 2,4-fach höheren Lymphknotenkrebsrate bei den bestrahlten Mäusen. Eine Untersuchung bei Handynutzern aus Schweden zeigte eine Zunahme von Hirntumoren um das 2,6-fache auf jener Seite, auf der vorwiegend telefoniert wurde. Aufgrund der Verdachtsmomente wird derzeit im Projekt "Interphone" in 13 Ländern untersucht, ob Zusammenhänge zwischen Tumoren im Kopfbereich und Handynutzung bestehen.
- Es ist anzunehmen, dass Kinder gegenüber gesundheitlichen Auswirkungen hochfrequenter Strahlung empfindlicher sind als Erwachsene: der kleinere Kopf nimmt mehr Strahlung auf, das Nervensystem steht in Entwicklung, der Schädelknochen dient der Blutbildung (mögliches erhöhtes Leukämierisiko), das Immunsystem ist weniger robust. Eine Expertengruppe der englischen Regierung empfahl jüngst, dass die Verwendung von Handys durch Kinder eingeschränkt werden sollte. Ebenso wurde die Mobiltelefonindustrie aufgefordert, die Werbung für die Verwendung von Handys durch Kinder zu unterlassen.
- Der Walt Disney Konzern setzte die Lizenz zur Verwendung von Disney Figuren für die Bewerbung von Handys aus. In England sollen Mobiltelefone Gesundheitswarnungen, insbesondere bei der Verwendung durch Kinder tragen.
Gesundheitsministerium Großbritannien
Kinder unter 16 Jahren sollten:
- Handys nur für wichtige Gespräche nutzen
- Alle Gespräche kurz halten
- Lange Gespräche erhöhen die Exposition und sollten unterbleiben
- Wenn Eltern Ihre Kinder vor möglichen Risiken, die erst in der Zukunft erkannt werden könnten, schützen wollen, sollten Sie Ihre Kinder Mobiltelefone nicht nutzen lassen (London, Dezember 2000).
Wolfram König,
Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), BRD
Eltern sollten ihre Kinder möglichst von dieser Technologie fernhalten. Die Glaubwürdigkeit der Mobilfunkindustrie werde maßgeblich davon abhängen, ob es gelinge, die Sorgen der Bevölkerung ernst zu nehmen und die Kritiker stärker einzubinden. (Berlin, 31. Juli 2001 (AFP))
Klaus Schlaefer,
Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Heidelberg, BRD
Vor allem Kinder und Jugendliche sollte Mobiltelefone deshalb grundsätzlich nur sehr zurückhaltend nutzen. Das Gewebe junger Menschen entwickelt sich noch und ist daher besonders empfindlich. Auch der Schädelknochen sei dünner als bei Erwachsenen. (Berlin, 31. Juli 2001, AFP)
Arbeitsgruppe "Gesundheit und Umwelt" der Konsultativtagung
der deutschsprachigen Ärzteorganisationen,
Bozen, 12. bis 14. Juli 2001
Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sollten:
- Mobiltelefone nur für wichtige Gespräche nutzen
- Lange Gespräche meiden, da sie die Exposition erhöhen
- Wenn Eltern Ihre Kinder vor möglichen Risken schützen wollen, sollten sie den Gebrauch von Mobiltelefonen einschränken.
- Die Regierungen der beteiligten Länder werden aufgefordert die Bevölkerung zu informieren und weitere Arbeiten in Auftrag zu geben, die zur umfassenden Abklärung der möglichen Risken beitragen.
Infos im Internet
Die gesundheitlichen Bedenken gegenüber hochfrequenten elektromagnetischen Feldern nehmen beständig zu. Einen Überblick gab die Internationale Konferenz Situierung von Mobilfunksendern am 7. und 8. Juni 2000 in Salzburg. Nähere Informationen zur Konferenz und zu Mobilfunk & Gesundheit sind im Internet abrufbar: www.salzburg.gv.at/celltower
