Jährlich kommt es bei 10 Millionen Deutschen zu einem Tinnitus
Ergebnisse einer Fragebogenaktion an 110 HNO-Patienten mit Ohrgeräuschen, Allergien, Nervenkrankheiten, Epilepsie, psychiatrische Erkrankungen
Von Prof. inv. Dr. med. H. J. Wilhelm HNO-Facharzt; Stimm- und Sprachstörungen;Sportmedizin Stellvertretender Präsident d. Gesundheitsforum Rhein-Main e. V.
Der im Januar 2002 vom Sozialministerium Hessen veröffentlichte Gesundheitsbericht stellt unter anderem fest, dass in den letzten Jahren eine deutliche Zunahme bei Allergien und Nervenkrankheiten zu verzeichnen ist. So hat die Zahl der Epilepsiebehandlungen seit 1993 um die Hälfte zugenommen, ebenso die Zahl der psychiatrischen Behandlung um 30 %. Die ist ebenfalls ein Phänomen, dass wir im Hals-Nasen-Ohren-Bereich bei jungen Menschen beobachten, die in den letzten Jahren zunehmend mit Ohrgeräuschen zur Behandlung in den Facharztpraxen erscheinen. Nach einer Erhebung der Deutschen Tinnitusliga 1998 leiden ca. 3 Millionen Erwachsene an einem chronischen Ohrgeräusch. Jährlich kommt es bei 10 Millionen Deutschen zu einem Tinnitus (Neuerkrankungen), bei dem ca. 340.000 in eine chronische Form übergehen. 37 % dieser Patienten fühlen sich im persönlichen Bereich beeinträchtigt. 9 % machen sich darüber beträchtliche Sorgen. Das sind Zahlen, die PD Dr. Goebel 2002 in seinem Artikel Psychische Aspekte des chronisch-komplexen Tinnitus veröffentlicht hat.
Das es sich bei den über Ohrgeräusche klagenden Patienten um immer jüngere Patienten handelt, denen kein Lärmtrauma zuzuordnen ist, müssen wir uns Gedanken machen, woher diese neue Beeinflussung in den letzten Jahren kommt. Dies hat dazu geführt, in einer großenHals, Nasen, Ohren-Praxis mit Therapieschwerpunkt akuter/chronischer Tinnitus eine Fragebogenaktion zu starten.
Hintergrund dieser Fragestellung war, ob Handys, schnurlose Telefone zuhause bzw. Mobilfunksendemasten (Basisstation) möglicherweise eine Rolle spielen.
Von den befragten 110 Patienten gaben 49 % einen Tinnitus rechts als auch links an. Auffällig war, dass 68 % von diesen in der Nähe (sichtbar) von Mobilfunkantennen bzw. Starkstrommasten wohnen, 32 % sowohl mit Handy als auch mit einem schnurlosen Telefon Zuhause telefonieren. Nur 20 % der Befragten telefoniert nicht mit einem Handy oder einem schnurlosen Telefon. Von diesen 110 Patienten klagten 38 % nach dem telefonieren mit einem Handy bzw. schnurlosen Telefon über ein warmes Ohr, ein dumpfes Gefühl im Kopf, Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit. Bei den meisten befindet sich die Ladestation für Handy Schnurlostelefon (DECT) im Wohnzimmer bzw. Flur, bei 13 % im Schlafzimmer. Des weiteren wurden die Patienten angehalten versuchsweise über eine Woche sowohl Handy als auch das schnurlose Telefon auszuschalten. Hierbei zeigte sich, dass 40 % der Patienten, die diesen Versuch unternommen haben, der Tinnitus leiser bzw. subjektiv nicht mehr als störend empfunden wurde. Das heißt, für diese Zeit konnte auf weitere therapeutische Maßnahmen verzichtet werden.
Hier sehen wir medizinisch sicherlich Zusammenhänge, nicht nur zwischen den Telefoniergewohnheiten, sondern auch, dass Mobilfunksendeanlagen sowie tragbare schnurlose Telefone nach dem DECT-Standard eine Beeinflussung der Lebensqualität bedeuten können ....
Bei dieser hohen Anzahl an Neuerkrankungen pro Jahr stellt dies sicherlich auch einen Wirtschaftsfaktor im Gesundheitswesen dar, der nicht zu unterschätzen ist. Vergessen sollte man auch nicht, dass es bei den 8 Millionen Schwerhörigen in der Bundesrepublik und größtenteils Hörgeräte-versorgten Menschen in der Nähe von Basisstationen zu erheblichen Rückkoppelung und Störung im Hörgerät kommen kann.
Weitere Informationen über Tinnitus und Mobilfunkstrahlung findet man im Internet unter: www.eurotinnitus.com
Erfahrungsbericht aus der Schweiz
Ich selbst bin eine Betroffene. 3 1/2 Jahre lebte ich in der näheren Umgebung von 13 Mobilfunkantennen. Die zwei am nächsten Gelegenen waren 180 und 250 m entfernt. Seit diejenige mit 180 m Distanz in Betrieb war, schlief ich keine Nacht mehr, dauernd Schmerzen in den Füssen und Zehen mit dauerndem Bewegungsdrang derselben, Klemm- und Schmerzgefühle in den Waden, Kniekehlen und Oberschenkeln, überall mehr Innenseite des Beins, deswegen musste ich Nacht für Nacht alle 1 - 1 1/2 Stunden wegen der Heftigkeit der Bein- und Fußbeschwerden das Bett verlassen und die Beine mit kühlendem Gel einreiben. Schlaflosigkeit mit großer innerer Unruhe, kein Tiefschlaf mehr, tags Konzentrationsstörungen, Glaskörperabhebung am linken Auge und rechts ebenfalls beginnend (siehe hierzu Scheiner-Studie www.gigaherz.ch), Bluthochdruck, dauernd heftige Schweißausbrüche mit hoch rotem Kopf und seit Ende Februar d.J. auch dauernde Ohrgeräusche links, ebenso Kieferhöhlenprobleme, die monatelang anhielten und ebenso Husten. Ich konnte nur noch oberflächlich schlafen und dies nur ganz zusammengerollt auf der rechten Seite liegend. Auf dem Rücken normal schlafen gab es nicht mehr. Es war die reinste Folter die letzten 3 1/2 Jahre. Auch zahlreiche Personen - Kinder, Frauen, Männer, jeglichen Alters, wie Erhebungen meinerseits ergaben, litten seit der Inbetriebnahme dieser am nächsten gelegenen Antenne an gleichen und weiteren Problemen.
Nun bin ich am 24. Oktober d.J. umgezogen in ein anderes Quartier, wo noch keine Mobilfunkantennen stehen (wie lange noch?). Hier habe ich keine Schweißausbrüche mehr, ich fühle wieder die Temperaturen Kalt und Warm, keine schmerzenden Füße und Zehen mehr mit dauerndem Bewegungsdrang, innerlich fühle ich mir wieder ruhig und auch die Konzentration besserte sich sofort. Die Klemmgefühle in den Beinen habe ich noch, aber nicht mehr so stark und meist muss ich nachts höchstens noch 1 x aufstehen. Ich fühle mich endlich wieder als Mensch mit besserer Lebensqualität. 22 1/2 Jahre wohnte ich in der vorherigen Wohnung, davon 19 Jahre ohne jegliche Beschwerden. Die letzten 3 1/2 Jahre waren eine Katastrophe. Ich gönne dies keinem Menschen.
Ich habe alle Abklärungen getroffen, ob die Antennen zu jenem Zeitpunkt in Betrieb genommen wurden. Danach bin ich dann an Behörden der Gemeinden, Kantone und des Bundes gelangt. Aber auch bei uns in der Schweiz wird alles auf die lange Bank geschoben. Seit 1 1/2 Jahren ist eine Beschwerde von mehreren Quartierbewohnern beim Stadtrat hängig wegen gesundheitlicher Auswirkungen durch Mobilfunkantennen und gleichzeitig eine Einsprache gegen den Weiterausbau der am nächsten gelegenen Antenne, die aber schon 10 Tage vor Ablauf der Einsprachefrist ausgebaut wurde. Nun werde ich nächstens eine Aufsichts-Beschwerde beim Stadtrat Luzern (CH) gegen die Baudirektion machen wegen Verzögerung von Amtshandlungen. Auch beim Amtsstatthalteramt des Kantons Luzern läuft eine Strafanzeige wegen des widerrechtlichen Ausbaus der Antenne. Nun hat aber diese Behörde - wie mir von kompetenter Seite gesagt wurde - Schwierigkeiten. Sie wisse nämlich nicht, wie man dies messen müsse, dass tatsächlich bereits höher gestrahlt werde. Sie sehen also, es wird gestrahlt, aber die Behörden sind nicht einmal in der Lage, zu überprüfen, was durch die Mobilfunkbetreiber installiert und gesendet wird. Ein Skandal ohnegleichen.
Selbst habe ich 42 Jahre beim Staat gearbeitet. 22 Jahre davon hatte ich mich mit Arbeitsrecht und Arbeitnehmerschutz zu befassen und 20 Jahre oblag uns als Hauptaufgabe die Aufsicht über die Gemeinden. Wir haben unsere Aufgaben stets pflichtgetreu ausgeübt. Um so unbegreiflicher ist es für mich, dass die Behörden und Politiker heute punkto Mobilfunk so unverantwortlich und menschenverachtend handeln, oder anders gesagt ihre Verantwortung nicht wahrnehmen.
Ich möchte nur noch folgendes nachtragen:
Im Schlafzimmer hatte ich gemessen Werte von 0,25 V/m und im Wohnzimmer sowie in der Küche 1,5 V/m. Sie sehen also, viel tiefere Werte, als sie in der NIS-Verordnung festgelegt wurden (an Orten mit empfindlicher Nutzung (in Wohnräumen etc.) 4 - 6 V/m und im Freien 40 - 60 V/m).
Immer wieder spreche ich mit Bekannten. Frage ich sie nach dem Befinden, höre ich sehr oft die Klage, sie hätten Gelenkschmerzen, Schmerzen wie Rheuma am ganzen Körper oder z.B. Nacken-/Schulterschmerzen, Schlafprobleme usw. Ich erkundige mich dann jeweils, ob die Betroffenen ein DECT-Schnurlos-Telefon besitzen. Stets wird dann mit ja geantwortet. Die Schwägerin meiner Schwester bekam ein DECT-Telefon vor einem Jahr geschenkt. Seither war sie mehr im Spital als zu Hause. Sie hatte Verklumpung der röten Blutkörperchen, inzwischen wurde ihr ein Herzschrittmacher eingepflanzt und trotzdem geht es ihr nicht gut. Nun heißt es, eine Elektrode funktioniere nicht richtig. Im Januar muss sie deshalb wieder ins Spital. Ich riet ihr schon vor längerem und seither immer wieder, das DECT-Schnurlos-Telefon außer Betrieb zu setzen. Sie fragte im Spital einen Arzt, ob diese Probleme vom DECT-Telefon verursacht werden könnten. Der Arzt sagte ihr - ohne besseres Wissen - nein. Deshalb steht das Telefon weiterhin in Betrieb, obwohl auch in der Bedienungsanleitung, die sie mir zeigte, ausdrücklich steht, bei Herzschrittmachern sei Vorsicht geboten. Am Wohnort ist sie auch der gleichen Strahlung durch die nahen Mobilfunkantennen, wie ich sie in meiner vorherigen Wohnung hatte, ausgesetzt. Sie sehen damit deutlich, dass es oft auch an der Vernunft der Menschen liegt. Jeder ist seines Glückes eigener Schmied.
Nun wünsche ich Ihnen und allen, die sich auch gegen den Mobilfunk einsetzen, viel Erfolg und Ihnen und Ihren Angehörigen frohe gesegnete Weihnachtstage und ein unverstrahltes Neues Jahr.
David hat im Vertrauen auf Gottes Hilfe auch gegen Goliath gesiegt.
Herzliche Grüße
Brigitta Triebold, Luzern
"Bei 36 Probanden führte die gepulste Strahlung im Labor
direkt nach dem Einschalten zu Veränderungen im EEG."
Dr. H.P. Reiser, Dr. W. Dimpfel und Dr. F. Schober vom Pro-Science-Forschungsinstitut im Auftrag der Telekom (1995)
Mobilfunkkritische Wissenschaftler werden unter Druck gesetzt
Publik-Forum 14/2002
Wissenschaftler wiesen die Schädlichkeit von Mobilfunk nach. Dann wurden sie unter Druck gesetzt. Von Antje Bultmann
Mobilfunk - das bedeutet vor allem Massenmarkt. Die Frage, welche gesundheitlichen Schäden er verursacht, ist deshalb vor allem bei den Anbietern mehr als unbeliebt. Das bekamen in jüngster Zeit auch Wissenschaftler zu spüren, die - oft zufällig - bei ihren Forschungen zu Ergebnissen kamen, die den Mobilfunk-Interessenten nicht ins Konzept passen.
Zum Beispiel der Naturwissenschaftler Lebrecht von Klitzing. Als Leiter der Klinisch- Experimentellen Forschungseinrichtung der Universität Lübeck stellte er bei Untersuchungen für eine Studie bereits 1992 fest, dass gepulste Mikrowellen auch bei geringen Leistungen das Elektroenzephalogramm des Menschen verändern. "Es könnte sein, dass die intrazelluläre Kommunikation gestört wird. Die wissenschaftliche Erklärung ist schwierig", kommentierte Klitzing damals vorsichtig. Dann untersuchte er als erster Wissenschaftler den Einfluss elektromagnetischer Felder auf das menschliche Gehirn. Seine Forschungsergebnisse gefielen nicht nur den Mobilfunkbefürwortern nicht, sondern auch Kollegen an der Universität. Mehr und mehr fühlte sich Klitzing gemobbt. Unter anderem wollte der Dekan, dass Klitzing eine Einladung verschiedener Ausschüsse des Bundestages ausschlägt. Dort sollte er einen Vortrag über seine Forschung halten. Nur weil Nichtregierungsorganisationen protestierten, konnte er den Termin wahrnehmen. Jüngst sah er sich veranlasst, in Rente zu gehen. Seine Studienergebnisse seien nicht reproduzierbar, heißt es. Man wisse nicht, ob die Versuchspersonen bei der "Bestrahlung" geschlafen oder an Mozart gedacht hätten. Klitzing bot an, den Versuchen beizuwohnen. Dafür hat sich keiner interessiert. Inzwischen gibt es zahlreiche Studien - auch von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Berlin - die zeigen, dass Mobilfunkwellen auf Gehirn und Nervensystem einwirken.
Relevant sind auch die Studien von Professor Peter Semm vom Zoologischen Institut der Universität Frankfurt. Dem Neurobiologen erging es nicht besser als Klitzing. Nachdem er auf einem Kongress der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) über den Einfluss elektromagnetischer Felder auf Vögel berichtet hatte, meldete sich die Telekom bei ihm und bot ihm an, für sie zu forschen. Da sein Heisenberg-Stipendium auslief, nahm Semm das Angebot 1994 an. Er bestrahlte Tauben mit gepulsten Mobilfunk-Frequenzen und untersuchte die Melatonin-Produktion. Anhand halbstündlicher Blutproben konnte er nachweisen, dass die nächtliche Produktion des Hormons unterdrückt wurde. "Es kam zu einem deutlich messbaren Einfluss", so Semm. Er bestrahlte außerdem Zebrafinken mit einer Leistungsflussdichte weit unterhalb des Grenzwertes für Handys. Normalerweise ändern Zellen von Zebrafinken, die Licht, Farben oder Bewegung wahrnehmen, die Frequenz ihrer Nervenimpulse um bis zu zehn Prozent. Dagegen reagierten die Nervenzellen der Zebrafinken völlig unerwartet mit einer Abweichung um 60 Prozent. Bei den Versuchen waren etwa ein Dutzend Mal fünf Mitarbeiter der Telekom anwesend. "Die haben das alles verfolgt", berichtet Semm, "von der Präparation des Tieres bis zum Ergebnis. Irgendwann haben sie gesagt: GUT. Die Ergebnisse waren deutlich und reproduzierbar. Der Streit ging los, als ein Herr Kühn von der Forschungsgemeinschaft Funk sagte: "Die Ergebnisse sind okay. Aber die Studie publizieren, das möchten wir nicht." Kühn berief sich dabei auf meinen Arbeitsvertrag." Semm wehrte sich. "Danach erhielt ich Abmahnungen und bald darauf die Kündigung und Hausverbot bei der Forschungsgemeinschaft Funk."
Melatonin ist ein Hormon, das Wachstum bestimmter Tumore hemmt. Seine Reduktion kann das Risiko von Brust-, Gebärmutter und Prostatatumoren fördern. Es hat außerdem Einfluss auf den Schlaf. Eine Veränderung des Melatonin-Haushalts kann Depressionen zur Folge haben, es wirkt auf den Blutdruck oder das Immunsystem. Studien, die zeigen, dass die Melatoninproduktion gehemmt wird, sind deshalb brisant.
Auch in Frankreich und Spanien hat man verhindert, dass Wissenschaftler weiter zum Thema forschen. Professor Roger Santini von der Universität Villeurbanne in Frankreich wurden im Herbst 2001 die Forschungsmittel gestrichen. Er hatte Untersuchungen in der Nähe von Mobilfunksendern durchgeführt und erhebliche Gesundheitsbeeinträchtigungen bei 530 Anwohnern dokumentiert. Der Direktor teilte ihm mit, dass seine Arbeit über Mobiltelefone und Mobilfunk-Basisstationen "nicht Thema seines Labors" sei. Er verbot ihm, seine Ergebnisse publik zu machen. Santini erforscht seit 22 Jahren den Bio-Elektromagnetismus.
Aktuell ist auch der Fall des spanischen Arztes und Chemikers Claudio Gomez Peretta. Er musste vor kurzem auf Druck der Mobilfunklobby seine Untersuchungen über schädliche Auswirkungen elektromagnetischer Wellen einstellen. Ansonsten - hieß es - habe er mit Sanktionen zu rechnen. Die Begründung: Peretta, Leiter der Suchtabteilung, sei "nicht offiziell ermächtigt", diese Forschung durchzuführen. In der Region Valencia führt jetzt nur noch eine Firma Messungen durch, die von dem Elektrounternehmen Iberdrola finanzielle Zuwendungen erhält. Und gerade hier tauchten in jüngster Zeit überdurchschnittlich viele Fälle von Leukämie unter Kindern auf.
Ähnliche Erfahrungen machte auch der Epidemiologe George Carlo aus Washington. Er war früher Direktor eines Mobilfunkunternehmens und gefürchteter Gutachter für die Industrie. Er untersuchte von 1993 bis 1999 im Auftrag von 28 US-Telefonunternehmen die Auswirkung des Mobilfunks. Seine Bilanz: Handybesitzer sterben häufiger an Gehirntumoren als Menschen, die nicht mit Mobilfunk telefonieren. Die 27 Millionen Dollar teure Studie durfte nicht veröffentlicht werden. Carlo wandte sich aber an die Öffentlichkeit und begann Krankheitsgeschichten - von Handybenutzern, Anwohnern von Sendern - in einer Datenbank zu speichern. Ein Versuch der Mobilfunkbetreiber, dies per Gericht zu stoppen, scheiterte. Carlo warnt: "Wir sind in einer Grauzone, in der wir nie waren. Es ist das Beste, die Öffentlichkeit zu informieren. Die Firmen geben jetzt übrigens Millionen Dollar aus, nur um mich zu diskreditieren."
"Beeinträchtigungen des Immunsystems sind vielfach nachgewiesen. Es ist nicht auszuschließen, dass Mobilfunkfelder krebsfördernde Wirkung haben, also dass Krebs sich im Einfluss der Felder schneller entwickelt und fataler verläuft als normalerweise. Es wurde nachgewiesen, dass vermehrt Stresshormone ausgeschüttet werden mit allen Konsequenzen, die das haben kann. Es gibt Störungen vieler Zellfunktionen, das besonders bedenklich stimmt. Die Auswirkung, die das alles auf den Organismus hat, können wir noch gar nicht abschätzen."
Ecolog-Institut, Dr. H.P. Neitzke, umfangreichste Risikobewertung weltweiter Forschungsergebnisse im Telekom-Auftrag, ARD-Fernsehsendung "Plusminus" (Mai 2001)
"Wir fanden bei zwei Drittel der Probanden nach dem Einschalten des Handys eine gesteigerte Aktivität im EEG."
Dr. Stefan Schulze, Klinikum Großhadern in München (1997)
"Biologische Wirkungen von elektromagnetischen Feldern bestehen unbestreitbar. Über Zusammenhänge mit Krankheiten, besonders Leukämie und Krebs, liegen Untersuchungen vor. Die Ergebnisse von Untersuchungen an Mensch und Tier zeigten ähnliche Effekte. Elektromagnetische Felder können als Disstressor bewertet werden, dessen pathogene Wirkung erst nach Jahren sichtbar wird."
Prof. Dr. Karl Hecht, Leiter des Pathologischen Institutes der Berliner Charite und Direktor des Institutes für Stressforschung, nach Auswertung 1500 russischer Forschungen im Auftrag des Bundesinstitutes für Telekommunikation (2001)
"Wo ernsthafte Gesundheitsschäden drohen, darf wissenschaftliche Unsicherheit nicht benutzt werden, um kostenverursachende Maßnahmen, die Umweltschäden vorbeugen, zurückzustellen."
Regierungschefs bei der Umweltkonferenz in Rio (2000)
"Maßnahmen sollen dann ergriffen werden, wenn negative Auswirkungen auf die Gesundheit oder die Umwelt vermutet werden, auch wenn es dafür noch keinen echten Beweis gibt."
Umweltkonferenz der Vereinigten Nationen, Rio de Janeiro (1992)
"Toxische Belastungen gehören zu den häufigsten Ursachen von Krankheit und eingeschränkter Heilungsreaktion. Neben den Giften bereiten zunehmend toxische Formen von physikalischer Energie Sorgen, wobei die elektromagnetische Umweltbelastung die signifikanteste Form darstellt, die der Mensch in diesem Jahrhundert hervorgebracht hat. Sie ist besonders gefährlich. Toxine, egal ob stofflich oder energetisch, können die DNA schädigen, die Abwehrkräfte schwächen und die Entwicklung von Krebs und anderen Krankheiten fördern. Bemerkenswert ist die Trägheit, mit der Mediziner und Wissenschaftler ein Interesse für diese Thematik entwickeln. Hier droht eine der größten Gefahren für die Gesundheit und für das gesamte Wohlergehen der heutigen Welt."
Prof. Dr. Andrew Weil, Mediziner und Pharmakologe, Harvard Universität (1995)
"Blätter und Nadeln sind ideale Mikrowellenantennen. Zwischen Waldsterben und hochfrequenter Strahlung besteht ein eindeutiger Zusammenhang."
Dr.-Ing. Wolfgang Volkrodt, ehem. Siemens-Manager (1990)
"Die Nadeln und Blätter unserer Bäume sind wie kleine Antennen und reagieren auf die schwächste Hochfrequenzstrahlung."
Prof. Dr.-Ing. Günter Käs, Universität der Bundeswehr (1992)
"Biologische Effekte im nichtthermischen Bereich gelten als wissenschaftlich gesichert."
Resumee von 16 Wissenschaftlern aus 10 Ländern während des Internationalen Elektrosmog-Symposiums an der Uni Wien (Oktober 1998)
"Gegenwärtig ist der vom Menschen verursachte ,Elektrosmog` eine wesentliche Bedrohung für die öffentliche Gesundheit. Die Strahlung ist insofern heimtückisch, als sie sich der Erkennbarkeit unserer Sinne entzieht - ein Umstand, der eine eher sorglose Herangehensweise in Bezug auf den eigenen Schutz fördert. Man darf vermutlich mit Fug und Recht sagen, dass - träfe ein neues Medikament oder Lebensmittel auf denselben Mangel an Konsens und gleich starke Bedenken - es niemals zugelassen würde".
Äußerungen von Prof. Dr. Hyland, Universität Warwick in einem umfangreichen Papier des Europäischen Parlamentes (2001).
"Wie so häufig in der Vergangenheit, drängt sich jedoch auch hier bei einer wirtschaftlich so bedeutenden Technologie die Frage auf, ob der Umwelt- und Gesundheitsschutz - hier konkret der Strahlenschutz - sich hinten anstellen muss?"
"In Situationen, in denen genauso gut mit einem Festnetztelefon wie mit einem Handy telefoniert werden kann, ist das Festnetztelefon zu verwenden".
Dipl.Ing. Wolfram König, Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz auf einer Tagung in Loccum vom 11.02. - 13.02.2002
"In 20 Jahren sind wir ein Volk von Demenz-Kranken". Dr. Brigitte Langer, Physikerin, Heidelberg beim Montagsforum in Erlenbach (Januar 2001). Die Wissenschaftlerin, die in der Hirnwellenforschung tätig ist gab zu bedenken, daß selbst die Strahlung eines Handys im Stand-by-Modus die Blut-Hirn-Schranke öffnet, die normalerweise geschlossen ist und Krankheiten wie Alzheimer, Demenz, Multiple Sklerose und Parkinson verhindert. Ihr Fazit: "Möglichst auf das Handy verzichten".
"Wo man Dauerbelastungen durch elektromagnetische Felder herabsetzen kann, da sollte man es tun."
Bundesamt für Strahlenschutz (1996)
"Wenn man die Grenzwerte reduziert, dann macht man die Wirtschaft kaputt, dann wird der Standort Deutschland gefährdet."
ICNIRP-Vorsitzender Prof. Dr. Jürgen Bernhardt auf die Frage eines TV-Journalisten, warum man Grenzwerte ohne ausreichendes Wissen um die biologische Gefährlichkeit festlegt und warum man diese nicht beim geringsten Anzeichen einer Gefahr vorsorlich senkt.
Telefonieren mit Handys streßt den Hörnerv
Verona (mp). Noch ist umstritten, wie stark elektromagnetische Strahlung von Handys den Organismus beeinträchtigt. Professor Vittorio Colletti, Leiter der HNO-Klinik in Verona, meint, daß schon ein zweiminütiges Gespräch den Hörnerv aufs Äußerste streßt. Das elektrische Aktionspotential des Nervs werde dadurch in derartige Schwankungen versetzt, daß der Nerv sich erst nach acht Minuten davon wieder erholt habe.
Es handle sich zwar um Effekte, die sich womöglich erst über die Dauer zu Langzeitschäden summieren, doch müsse man auf der Hut sein, sagte Colletti der Zeitung "La Repubblica". Der Klinikchef hat seine ersten Beobachtungen nach eigenen Angaben durch Zufall gemacht.
Für Operationen wird Patienten oft der Schädel geöffnet und der Hörnerv bloßgelegt, um ihn während der Operation beobachten zu können. Colletti ließ eine Patientin ein Handy-Gespräch führen - und es nach zwei Minuten abbrechen: Die Schwankungen des Potentials am Nerv hatten denselben kritischen Wert erreicht, bei dem Chirurgen eine Operation stoppen, um Schädigungen zu vermeiden. Wiederholungen unter veränderten Bedingungen ergaben, daß es sich um einen stabilen Effekt handelte. "Erst nach sieben bis acht Minuten hatten sich die Werte des Hörnervs wieder normalisiert", erklärte Colletti.
"Zahlreiche Studien belegen",
dass Mobilfunk die Gehirnaktivität (inklusive EEG) verändert, den Schlaf stört, die Reaktionszeit verändert, die Funktion der Blut-Hirn-Schranke einschränkt, Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Unwohlsein und Gedächtnisverlust bewirkt, die Spermienanzahl verringert, die Melatoninproduktion verringert, DNA-Stränge bricht, die Zellperforation erhöht, den Blutdruck steigen lässt, Herzschrittmacher beeinflusst und das Krebsrisiko erhöht, insbesondere Gehirntumor bei Menschen."
(Bewertung des aktuellen Standes der Mobilfunkforschung durch Dr. Neill Cherry, Lincoln University, Neuseeland anlässlich der Internationalen Konferenz "Situierung von Mobilfunksendern" 7. - 8. Juni 2000 in Salzburg)
Mobilfunk-Frequenzen öffnen die Blut-Hirn-Schranke
Wie Forscher der Universität Lund in Schweden jetzt festgestellt haben, wird durch Mobilfunk-Frequenzen die Blut-Hirn-Schranke geöffnet. Somit können schädigende Stoffe im Blut diese Sicherheitsbarriere überwinden, ins Gehirn eindringen und Gehirnzellen schädigen bzw. zerstören. Krankheiten wie multiple Sklerose, vorzeitiges Altern, Alzheimer und Parkinson werden mit einer Störung der Hirnschranke in Verbindung gebracht.
Die Blut-Hirn-Schranke spielt eine wichtige Rolle, indem sie die Aufnahme von Toxinen aus dem Blut ins Gehirn verhindert und so das Gehirn vor Schäden schützt. Sie weist eine selektive Permeabilität auf, so dass einige Moleküle wie z.B. Glukose durchgelassen werden und andere nicht. So erfüllt sie neben der Schutzfunktion auch die Aufgabe der Aufrechterhaltung eines optimalen Nährstoffgleichgewichts in den Hirnflüssigkeiten.
Experte warnt junge Handynutzer: Vieltelefonierer riskieren Strahlenschäden
Heidelberg (ddp) - Krebsforscher raten Kindern und Jugendlichen beim Handy zur Zurückhaltung. "Kinder und Jugendliche sollten auf keinen Fall zu viel mit Handys telefonieren", warnte Klaus Schlaefer vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg am Donnerstag in einem Gespräch mit der Tageszeitung "Mannheimer Morgen".
Zur Zeit untersucht Schlaefer die Zusammenhänge zwischen Krebs und dem Gebrauch von Handys. Die Ergebnisse dieser Studie sollen in eine Erhebung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) einfließen. Insgesamt beteiligen sich Wissenschaftler aus 14 Ländern an der Studie. Über einen Zeitraum von drei Jahren werden sie 7.000 Krebspatienten und die gleiche Anzahl gesunder Menschen nach ihrem Handyverhalten und anderen Lebensgewohnheiten befragen.
Nach wie vor sei unklar, ob die Strahlen von Mobiltelefonen die Gesundheit schädigen könnten. Dass elektromagnetische Strahlen eventuell Gehirntumore verursachen glaubt der Heidelberger Krebsexperte jedoch nicht. "Möglich ist aber, dass sich ein Tumor durch die Wellen schneller entwickelt", gibt er zu bedenken. Grundsätzlich rät er jungen Menschen zur Vorsicht im Umgang mit den Telefonen. "Bei ihnen verändert sich das Gewebe noch sehr stark."
Elektromagnetische Felder
sind Türöffner für chemische Gifte ins Gehirn
Gepulste elektromagnetische Hochfrequenzfelder mindern die Barrierefunktion der Bluthirnschranke; sie erhöhen also die Durchlässigkeit für nervenschädigende Eiweißkörper in Nervenstrukturen hinein. Diese auch als "Troja-Pferd-Effekt" bezeichnete pathologisch erhöhte Durchlässigkeit der Liquorschranke für cerebrotoxische Proteine hängt nicht von der Dauer der Exposition ab, der Effekt tritt sofort ein. Wenn also Viren im Tierfutter vorhanden sind, sind elektromagnetische Felder daran beteiligt, diesen den Zutritt in Nervenstrukturen zu begünstigen. Elektromagnetische Felder und BSE-Prionen wirken synergistisch.
Dr.med. Karl-Heinz Braun-von Gladiss, Paracelsus Klinik Lustmühle
"Mobilfunkeinrichtungen sind auf ihre gesundheitlichen und psychischen Auswirkungen hin zu untersuchen. Dies muss natürlich vor deren Einsatz geschehen. Dass dies bei den Mobilfunkeinrichtungen nicht geschehen ist, hat ausschliesslich wirtschaftliche und politische Gründe und ist an und für sich ein Skandal. Stellen Sie sich vor, eine solche Regelung würde für Arzneimittel gelten: zuerst verkaufen und dann nachsehen, ob vielleicht Schäden auftreten!" (Symposium über mögliche biologische und gesundheitliche Auswirkungen von radiofrequenten elektromagnetischen Feldern am 22.11.1997)
Universitäts-Prof. Dr. Kundi, Institut für Umwelthygiene, Univ. Wien