11. Juni 2001
Die weltweit führenden Handyhersteller arbeiten daran, die elektromagnetische Strahlung ihrer Mobiltelefone zu reduzieren. Die Meldung ist brisant. Denn bislang haben Nokia, Motorola und Ericsson immer wieder betont, von den aktuellen Modellen würde keine Gefahr ausgehen.
Ein Teil der Forschergemeinde warnt schon seit Jahren vor Elektrosmog und dem Risiko, dass exzessives Mobiltelefonieren das Wachstum von Gehirntumoren fördern könne. Wie die Londoner "Times" berichtet, haben die drei großen Hersteller in den USA Patente angemeldet, die elektromagnetische Strahlung reduzieren könnten. Nokia beispielsweise soll in seinem Patentantrag geschrieben haben, dass "bösartige Tumore sich entwickeln könnten, wenn der Verbraucher sich längere Zeit der elektromagnetischen Strahlung aussetzt".
Bislang argumentierten die Hersteller stets, dass der Elektrosmog unschädlich sei. Der Times zufolge forschen die Konzerne schon seit acht Jahren an entsprechenden Lösungen. Es wird schwierig werden, den Finanzmärkten klar zu machen, wieso die aktuellen Handys einerseits unschädlich seien, und man andererseits Geld in die Forschung von strahlungsarmen Mobiltelefonen steckt.
Seit gut einem Jahr hat die Diskussion um Elektrosmog zugenommen. In Großbritannien sind Handyhersteller nun gesetzlich verpflichtet, einen Warnhinweis auf die Verpackungen zu formulieren. Vor allem Kinder sollen so geschützt werden. In den USA laufen schon einige Zivilrechtsprozesse, in denen Krebskranke geltend machen, der Handygebrauch habe sie krank gemacht. In vergleichbaren Fällen haben Lungenkrebskranke die Zigarettenindustrie in den USA erfolgreich zu Schadenersatz in Milliardenhöhe verklagt.
Die elektromagnetische Strahlung wird in den nächsten Jahren deutlich zunehmen, vor allem durch den Ausbau der UMTS-Netzwerke. Verbraucherschutzverbände in Großbritannien sehen sich nun bestätigt: "Die Hersteller nehmen die Elektrosmoggefahr also deutlich ernster als sie bislang zugegeben haben", so Alasdair Philips von Powerwatch. Michael Westmark, Sprecher bei Ericsson, sagte nur: "Es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Mobiltelefonie und Gesundheitsgefahren."
Was tun?
Benutzen Sie Handys und schnurlose Haus-Telefone so wenig wie möglich und dann auch nur für kurze Gespräche! Spätestens wenn Sie eine Erwärmung im Kopf oder Ohrbereich oder gar Schmerzen spüren, sollten Sie aufhören zu telefonieren!