Wissenschaftler haben entdeckt, daß ein Anruf von nur zwei Minuten Dauer die natürliche elektrische Aktivität des Gehirns eines Kindes bis zu einer Stunde danach verändern kann.
U.K. Sunday Mirror , Thursday 27th December 2001
www.sundaymirror.co.uk
Wissenschaftler haben entdeckt, daß ein Anruf von nur zwei Minuten Dauer die natürliche elektrische Aktivität des Gehirns eines Kindes bis zu einer Stunde danach verändern kann. Und sie sahen zum ersten Mal, daß die Strahlung von Mobiltelefonen tief in das Gehirn eindringt, und nicht nur den Bereich rund um das Ohr belastet.
Die Studie spanischer Forscher hat führende medizinische Experten dazu veranlasst, zu fragen, ob es aus Sicherheitsgründen für Kinder überhaupt zulässig ist, Mobiltelefone zu benutzen.
Ärzte befürchten, daß eine gestörte Gehirnaktivität bei Kidern zu psychischen und Verhaltensproblemen führen oder Lernfähigkeiten beeinträchtigen könnte.
Dies war das erste mal, daß menschliche "Versuchskaninchen" benutzt wurden, um die Auswirkungen der Strahlung von Mobiltelefonen auf Kinder zu messen. Die Test wurden mit einem 11-jährigen Jungen und einem 13-jährigen Mädchen namens Jennifer durchgeführt.
Unter Benutzung eines CATEEN-Scanners, der mit einem Gerät, das die Gehirnwellenaktivität maß, verbunden war, waren die Forscher in der Lage, die obigen Bilder zu erstellen.
Der gelbe Teil der Aufzeichnung rechts zeigt, wie sich die Strahlung durch das Zentrum des Gehirns hindurch und bis zum Ohr auf der anderen Schädelseite ausbreitet. Die Aufzeichnungen zeigten, daß die gestörte Gehirnwellenaktivität bis zu einer Stunde nach dem Ende des Telephongesprächs anhielt.
Dr. Gerald Hyland - ein Berater der Regierung in Mobilfunkfragen - sagt, er finde die Ergebnisse "äußerst beunruhigend".
"Es stellt sich die Frage, ob Kinder, deren Gehirne noch in der Entwicklung sind, Mobiltelefone benutzen dürfen," fügt er hinzu.
"Die Ergebnisse zeigen, daß Kindergehirne selbst nach sehr kurzem Gebrauch für einen langen Zeitraum beeinträchtigt sind.
"Die Muster ihrer Gehirnwellen sind anormal und bleiben dies für einen langen Zeitraum.
"Es könnte ihre Stimmungslage und ihre Lernfähigkeit im Klassenzimmer beeinträchtigen, wenn sie zum Beispiel in der Pause ein Mobiltelephon benutzt haben.
"Wir wissen jetzt noch nicht alle Antworten, aber die Veränderung der Gehirnwellen könnte zu Dingen wie fehlender Konzentration, Gedächtnisverlust, Lernschwäche und aggressivem Verhalten führen.
Zuvor hatte man angenommen, daß die Wechselwirkung mit Gehirnwellen und der Chemie des Gehirns zu Ende war, wenn das Telephonat zu Ende war.
Die Ergebnisse der Studie durch das Spanische Neuro-Diagnostische Forschungszentrum in Marbella stimmen mit einer neuen Untersucheng überein, die zeigt, daß 87% der 11-16-jährigen eigene Mobiltelefone haben und 40% von diesen 15 und mehr Minuten am Tag über diese telephonieren. Und beunruhigenderweise sagen 70%, sie würden ihre Nutzungsgewohnheiten nicht ändern, selbst wenn von der Regierung dazu geraten würde.
Dr. Hyland plant, die jüngsten Erkenntnisse nächstes Jahr in der Ärztezeitschrift "The Lancet" zu veröffentlichen.
Er sagte: "Diese Information zeigt, daß es wirklich keine sichere Grenze für die Mobilfunknutzung gibt. Wir wissen nicht, was für bleibende Schäden durch diese Belastung verursacht werden.
"Wenn ich ein Elternteil wäre, würde ich jetzt äußerst vorsichtig sein, bevor ich meinen Kindern erlaubte, selbst für nur ganz kurze Zeit ein Mobiltelephon zu benutzen. Mein Rat wäre, Mobiltelefone zu meiden."
Dr. Michael Klieeisen, der die Studie durchführte, sagte: "Wir konnten auf die Minute genau sehen, was in dem Gehirn vorging.
"Wir haben nie erwartet, diese weitreichende Aktivität im Gehirn zu sehen.
"Wir sind besorgt darüber, daß empfindliche Gleichgewichte, die vorhanden sind - wie die Immunität gegenüber Infektionen und anderen Leiden - durch die Wechselwirkung mit chemischen Gleichgewichten im Gehirn verändert werden könnten.
Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte: "Für Kinder sollte der Gebrauch von Mobiltelefonen auf sehr kurze Zeit begrenzt werden.