Induktionsherde arbeiten anders als gewöhnliche Elektroherde. Die Wärme entsteht nicht auf dem Kochfeld, sondern direkt im Topf. Unter einem Glaskeramikkochfeld befindet sich eine Flachspule. Sie wird mit hochfrequentem Wechselstrom gespeist. Dabei entsteht ein magnetisches Wechselfeld. In einem magnetisierbaren Topf auf der Kochstelle bilden sich Wirbelströme im Topfboden. Dieser erhitzt sich dadurch und überträgt die Wärme auf seinen Inhalt.
Bei Messungen magnetischer Wechselfelder während des Erwärmungsvorganges stellte sich heraus, dass das Magnetfeld bei Induktionsherden nicht höher ist als bei herkömmlichen Kochplatten. Während herkömmliche Elektroherde jedoch mit haushaltsüblichem Wechselstrom von 50 Hz betrieben werden, kann die Frequenz des Magnetfeldes bei Induktionsherden bis ca. 1000-mal höher liegen. Die gesundheitliche Bedeutung magnetischer Wechselfelder oberhalb von 50 Hz ist wissenschaftlich noch weniger geklärt als für 50-Hz-Felder.
Wie die Messwerte zeigen, wird der gesetzliche Grenzwert von 100 μT entsprechend der 26. BImSchV generell eingehalten. Dies entspricht der Aussage des Bundesamtes für Strahlenschutz zu Induktionskochfeldern: „Der einschlägige Grenzwert für diese Frequenzen wird dabei weit unterschritten. Vorsicht ist allerdings für Träger von Herzschrittmachern geboten; sie sollten sich bei ihrem Arzt über mögliche Störbeeinflussungen informieren.“
Aufgrund von Studien, die bei magnetischen Wechselfeldern oberhalb von 0,2 μT eine Zunahme von Kinderleukämie festgestellt haben, rät die Internationale Gesellschaft für Elektrosmog-Forschung IGEF vorläufig von Induktionsherden ab. Zumindest sollten sich Kinder und schwangere Frauen nicht im Nahbereich von eingeschalteten Induktionsherden aufhalten.
