Nach einer Pilotstudie von Dr. Bruce Hocking und Mitarbeitern (Melbourne/Australien) wiesen Kinder, die in der Nähe von Fernsehsendern lebten, signifikant erhöhte Leukämieraten auf.
Zwischen 1972 und 1990 war das Leukämierisiko für Kinder, die in der Nähe von drei Sendetürmen im Norden Sydneys lebten, in denen vier Fernseh- und ein Radiosender untergebracht sind, um das Zweifache im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die mehr als 12 Kilometer entfernt lebte, erhöht. Meistens handelte es sich um lymphatische Leukämien. Für Erwachsene war das Risiko geringer erhöht, jedoch immer noch statistisch signifikant. Es fand sich keine Erhöhung der Gehirntumor-Erkrankungsrate.
Nach den Berechnungen von Hocking und Mitarbeitern lag die Hochfrequenz-Leistungsflußdichte in unmittelbarer Nähe der Sendetürme bei 0,08 mW/cm2 und sank auf 0,02 mW/cm2 in einer Entfernung von 4 Kilometern. In den Gemeinden der Kontrollgruppe lag die HF-Leistungsflußdichte bei etwa 0,002 mW/cm2. Grenzwerte für die Allgemeinbevölkerung liegen in Deutschland zwischen 0,2 mW/cm2 (30-300 MHz) und 1,0 mW/cm2 (3-300 GHz).
Hocking erklärte gegenüber Microwave News, daß es sich um vorläufige Ergebnisse handle, die durch weitere Ergebnisse bestätigt werden müßten. Es "führe zu weit," die Ergebnisse auf den Mobilfunk zu übertragen. Es sei jedoch "vernünftig, daß einige Länder, prospektive epidemiologische Krebsstudien zu möglichen Effekten von Mobiltelefonen starten - sowohl für Basisstationen als auch für Handies -, damit in 10 Jahren einige Antworten vorliegen."
Die Ergebnisse wurden auf dem Kongreß zu gesundheitlichen Effekten von EMF in Palm Springs im November 1995 präsentiert und seien zur Veröffentlichung in einer medizinischen Fachzeitschrift eingereicht.
Quelle:
Microwave News 15(6), S. 1, 16 (1995).