Ballonabsturz durch Radiosender


Starke Kurzwellensender stellen in ihrer Nahumgebung eine Gefahr für den Flugverkehr dar. Im Oktober 1997 ist in Sachsen ein Gasballon abgestürzt. Die vier Insassen kamen ums Leben. Ursache für den Absturz war der Kurzwellsender Nauen. In die Nylonfäden des Netzes, das den Balon hät, sind hochfeine Stahlfäden eingewirkt, die elektrostatische Aufladungen durch z. B. Blitze, schnell auf die ganze Hülle verteilen sollen. Als der Ballon sich den Antennen des Senders auf 100 m näherte, induzierten die starken, pulsierenden elektromagnetischen Felder einen Stromfluß in den Stahlfäden, und die sie umgebenden Nylonseile schmolzen. Damit war der Korb vom Ballon getrennt und raste ohne Halt zu Boden.

Auch Flugzeuge werden von den Sendern gestört. Es kommt vor, daß die Zündung kleiner Flugzeuge ausfällt. Mitte der 80er Jahre stürzte ein Tornado über dem Sender Holzkirchen in Süddeutschland ab, weil das starke Sendefeld den Tiefflugradar lahmgelegt hatte. Seit Anfang der 90er Jahre die sog. Fly-by-wire-Systeme Einzug in die Cockpits hielten, steigt die elektromagnetische Anfälligkeit der Flugzeuge. Ballonfahrer und Piloten fordern, daß starke Sendeanlagen in die Luftfahrtkarten aufgenommen werden.

Quelle: Schwarzburger, H.: Ende einer Ballonfahrt, Elektromagnetische Induktion: Die unsichtbare Gefahr. VDI nachrichten, 08.05.1998, S. 3.



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