Mehr und mehr schreitet bei uns die Informationstechnik und damit der Einfluss hochfrequenter elektromagnetischer Strahlung voran. Immer jünger werden die Kinder, die sie nutzen. Handys sind bei Grundschülern bereits eine Selbstverständlichkeit. Auch in ihrem Umfeld steigt die Strahlenbelastung z.B. durch schnurlose DECT-Telefone zu Hause oder neue
Zur gleichen Zeit stellen wir immer mehr Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen in der Schule fest. Lern- und Verhaltensprobleme, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsverlust und Nervosität, Müdigkeit, Allergien und vieles mehr gehören bei uns heute zum Schulalltag. Auch steigt die Zahl der Förderschüler seit einiger Zeit überproportional an.
Vielfältig sind die Erklärungen dafür und sicher wirkt hier einiges zusammen, doch wird dabei die Belastung und Gesundheitsgefährdung der Kinder durch die elektromagnetischen Felder der
Wegen möglicher Auswirkungen auf die Schulleistungen ist jedoch zu überlegen, ob eine gesunde Schule nicht nur raucherfrei sein soll, sondern den Schülern (und den Lehrern) auch ein möglichst strahlungsfreies Lernumfeld bieten muss.
Handys, DECT-Telefone, WLAN-Einrichtungen und alle anderen Geräte, die mit Funk arbeiten, geben eine hochfrequente elektromagnetische Strahlung ab, der Schüler und Lehrer oft längere Zeit ausgesetzt sind. Zur Erhöhung der Kapazität erfolgt diese Wellenübertragung nicht kontinuierlich sondern ist gepulst, wodurch der Körper zusätzlich beeinflusst wird.
Dass
In seinen Lebensfunktionen ist der Mensch primär ein biophysikalisches Wesen. Mit elektrischen Impulsen unterschiedlicher Frequenzen im Mikrovoltbe¬reich werden dabei Körperfunktionen gesteuert, seien es sichtbare Bewegungen, Zellreaktionen oder auch Denkvorgänge. Durch EKG- und EEG-Ableitungen beim Arzt sind uns solche Vorgänge bekannt. Wir wissen auch, dass diese Ströme von außen beeinflussbar sind. Beispiele dafür sind der Elektroschock beim Herzflimmern und verschiedenen Formen der Elektrotherapie.
Auch die uns umgebenden
So erwärmt z.B. bei einem Handy die hochfrequente Strahlung das Gewebe am Kopf („Mikrowelleneffekt“). Mit der Festlegung und Einhaltung des Grenzwertes (26. BImSchV, 1996) sollte dabei eigentlich vor Schäden durch übermäßige Erwärmung geschützt werden. Dieser berücksichtigt jedoch nicht eine längere Einwirkungsdauer und auch nicht die anderen Körperproportionen bei Kindern. An schlecht durchbluteten Stellen am Kopf, z.B. dem Auge, kann es daher in solchen Fällen trotz des Einhaltens des Grenzwertes zu Schäden kommen.
Mit den in der Bundesrepublik für hochfrequente Strahlungen geltenden Grenzwerten werden nicht die Einflüsse auf den Funktionsablauf im Körper erfasst, die dort unabhängig von Wärme durch die elektromagnetischen Felder ausgelöst werden. Die Strahlenschutzkommission stellt dazu fest (184. Sitzung, 2003), dass viele der neuen Anwendungen durch die geltenden Grenzwerte nicht abgedeckt werden und auch die gleichzeitige Strahlenbelastung durch mehrere Quellen nicht ausreichend berücksichtigt wird.
Es gibt inzwischen viele gesicherte Hinweise auf solche, von der Wärme unabhängige Wirkungen durch die
Bei dem Einfluss gepulster hochfrequenter Strahlungen auf den menschlichen Organismus lassen sich prinzipiell zwei Wirkungsweisen unterscheiden. Dies ist einmal der direkte Einfluss durch ständige Impulse auf Wellen mit gleicher Schwingungsfrequenz im menschlichen Körper und zweitens die indirekte Einwirkung über Antennen-Resonanz. Dabei ist die Wellenlänge der Hochfrequenzstrahlung entscheidend. Wie bei einer Rundfunkantenne wirken beim Menschen hier Gegenstände am Körper (Ohrhänger, Brillen, Piercing usw.) und auch Körperteile selbst als Empfänger für die auftreffenden elektromagnetischen Wellen. Alles, was am oder im Körper die Länge von 8,4 cm (D-Netz) bis 3 cm (WLAN) hat, empfängt bevorzugt solche Strahlungen und leitet sie weiter. Auf viele Gelenke und Nervenenden trifft dies zu. Kinder haben noch andere Proportionen. Sie können deshalb für die Antennenwirkung bei solchen Strahlungen empfänglicher sein als Erwachsene.
Aber auch für den direkten Einfluss durch die niederfrequente Pulsung sind Kinder und Jugendliche aufgrund ihrer noch nicht abgeschlossenen Entwicklung für die Strahlungen weitaus empfänglicher als erwachsene Menschen. Störungen im Funktionsablauf können dann von ihnen nur schwer oder gar nicht kompensiert werden.
In uns arbeiten die verschiedenen Körperteile und Regionen mit ihnen eigenen Frequenzen. So werden z.B. die sogenannten Ionenpumpen an den Zellmembranen durch elektromagnetische Schwingungen im hochfrequenten Gigahertz-Bereich angeregt. Besonders bilden aber niederfrequente Pulsungen Signale für viele biologische Funktionen. Man kann dies auch als die Logistik des Körpers bezeichnen, als das rechtzeitige und ordnungsgemäße Bereitstellen von lebensnotwendigen Stoffen am richtigen Ort. Durch niederfrequente elektromagnetische Impulse wird dies gesteuert. So arbeitet z.B. das Gehirn je nach Wachzustand im Normalbefund mit Strömen unterschiedlicher Frequenz von 1-3Hz (Deltawellen) bis 13-30Hz (Betawellen).
Werden die Wellen im menschlichen Gehirn durch von außen kommende Impulse beeinflusst und gestört, können durch die Einwirkung anderer Frequenzen dort anormale Abläufe und pathologische Wellen mit epilepsiespezifischen Potentialen (Absencen und Krampfbereitschaft) entstehen.
Auch bei gleichen Frequenzen unterstützt deren Einwirkung von außen keinesfalls die natürlichen Körperfunktionen. Zum Beispiel senden WLAN-Einrichtungen neben der Hochfrequenzstrahlung auch noch einen Puls mit der Frequenz von 10Hz. Dies ist analog zu dem Alphawellenbereich (7-14Hz) im Gehirn, doch stellt dieser dort eine spezifische Trance- und Schlaffrequenz dar, einen „Halb-Wach-Zustand“, der im Unterricht nun wirklich nicht gebraucht wird. Die Schüler sollen und wollen hier lernen und müssen nun gegen die sie dabei störende Impulse ankämpfen. Das ist für sie eine fast unlösbare, mit großen Anspannungen verbundene Aufgabe, bei der sich dann die oben genannten Wirkungen zeigen, was auch die Schulleistungen negativ beeinflusst.
Zu biologischen Wirkungen von hochfrequenten Strahlungen und deren Pul¬sung liegen inzwischen zahlreiche Untersuchungen und Veröffentlichungen seriöser Wissenschaftler mit gesicherten Erkenntnissen vor. So zum Beispiel die in der Reflex-Studie der Europäischen Union bei menschlichem Zellgewebe nachgewiesenen DNA-Brüche durch
Auch an Veränderungen im Blutbild lassen sich Einwirkungen von
Allein durch diese im Mikroskop nachweisbare Beeinflussung des Blutbildes durch
Außer einer momentanen Reaktion besteht bei Ihnen aber mehr noch die Gefahr einer dauerhaften Schädigung. Von der britischen Regierung wurden deshalb entsprechende Warnhinweise auf den „Beipackzetteln“ für Handys gesetzlich verordnet. Auch über Informationen durch die Schulen wird dort den Jugendlichen unter 16 Jahren dringend vom Handytelefonieren abgeraten.
In Deutschland fordern Ärzte und Wissenschaftler in ihrem „Freiburger Appell“ u.a. ein Verbot der Handybenutzung in Schulen und handy- und mobilfunkfreie Zonen. Auch die Strahlenschutzkommission der Bundesrepublik und das Bundesamt für Strahlenschutz empfehlen inzwischen Vorsorgemaßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor elektromagnetischen Feldern. So sollen unnötige Quellen vermieden bzw. die Dauer und Intensität der Strahlung so weit wie möglich verringert werden.
Nach solchen Einsichten und Vorgaben müsste eigentlich gelten:
Grundsätzlich sind keine Sendeanlagen mit elektromagnetischen Feldern (DECT,
Die notwendige Kommunikation und Medienarbeit ist ohne Qualitätsverlust weiterhin über Kabelverbindungen möglich.
Anderes Handeln grenzt angesichts der vorliegenden Erkenntnisse, Stellungnahmen und Warnungen eigentlich an fahrlässige Körperverletzung. Doch die Strahlenbelastung ist an unseren Schulen kein Thema. Kultusministerium und Schulträger wiegeln ab und verweisen auf die Grenzwerte, die ja überall ein¬gehalten sind. Schulleitungen und Lehrer/-innen sind oft verunsichert bzw. nicht oder falsch informiert. So wird während der Schulzeit auf Schulhöfen, den Gängen, in Lehrerzimmern und Klassen weiter fleißig mit dem Handy telefo¬niert, DECT-Telefone stehen in den Büros und selbst Grundschüler erhalten Medienerziehung an WLAN gesteuerten Laptops. Durch die dabei auf die Körper einwirkenden hochfrequenten, pulsierenden elektromagnetischen Felder wird so bei vielen Kindern der Schulerfolg und die Gesundheit stark beeinträchtigt. Daher sollte zur Minderung der Strahlenbelastung an den Schulen jetzt endlich etwas geschehen.
Der Rückzug auf den Grenzwert der 26. BImSchV mit einer Leistungsflussdichte von 10 W/qm ist aufgrund der inzwischen vorliegenden Untersuchungsergebnisse nicht länger vertretbar. Forschungslage und Politik geraten hier in einen immer größeren Widerspruch. Ihn „auszusitzen“ ist keine Lösung. Bei den Kindern und Jugendlichen muss die Gesundheit im Vordergrund stehen. Deshalb ist in der Schule ein begründetes Vorsorgeprinzip anzuwenden. Bereits bei 1mW/qm zeigen sich im EEG nachweisbare Hirnstromveränderungen. Der BUND, die Bundesärztekammer und das Land Salzburg empfehlen daher diese Größe als unbedingt einzuhaltenden Vorsorge-Richtwert (die Empfehlung der EU-Kommission und der baubiologische Richtwert für Ruhe- und Schlafbereiche liegt noch darunter). Bei Handys kann man diesen Wert jedoch noch in etwa 5 Meter Entfernung messen. DECT-Telefone im Nachbarraum sind durch die Wand noch mit höheren Werten messbar. Bei den WLAN-Lap¬tops und dem Accesspoint sind die zur Einhaltung des Vorsorgewertes erforderlichen Abstände in den Klassen nicht einzuhalten.
Daraus ergibt sich als einzige Konsequenz:
Wir müssen endlich die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen in den Vordergrund stellen und dazu den
Dr. Siegfried Schwarzmüller
Berufs- und Sonderschullehrer, Baubiologe (IBN)
Im Großfeld 13, 64678 Lindenfels
1 WLAN heißt „Wireless Local Area Network“, lokales Funknetzwerk, ähnlich funktionieren auch „Bluetooth“ und „ZigBee“, sowie WPAN („Wireless Personal Area Networks“).
2 Danach sollten „an W/m2 nicht überschritten werden.“ FürmStellen mit Langzeitbelastung (...) 100 den entsprechenden Frequenzbe¬reich beträgt der amtliche Grenzwert bei uns 10 W/m2.
3 Auch Neil Cherry (Lincoln University, New Zealand) nennt in seiner Zusammenfassung von Forschungsberichten veränderte Gehirnaktivitäten, verlangsamte Reaktionszeiten, Aufmerksamkeits- und Wahrnehmungsschwäche, Minderung des Gedächtnisses, Konzentrationsstö¬rungen, Erschöpfung, Kopfschmerzen und Unwohlsein als gesicherte Befunde aufgrund von
Weitere Informationen erhalten Interessierte im Rahmen einer Fachtagung. Näheres unter: http://www.gew-hessen.de/?id=298#398