Erhöhtes Leukämierisiko bei Elektroarbeitern
In einer Studie von Forschern der Universität Toronto in Kanada wurden die Krebsraten von ca. 31.000 Elektroarbeitern untersucht. Überraschenderweise war sowohl ein erhöhtes magnetisches als auch ein erhöhtes elektrisches Feld mit einer Zunahme von Leukämien assoziiert. Bei gleichzeitig erhöhtem elektrischem und magnetischem Feld ergab sich in der am stärksten belasteten Gruppe ein Risiko, das um den Faktor 11 gegenüber der am geringsten belasteten Gruppe erhöht war. In die Studie von Anthony B. Miller und Mitarbeitern wurden männliche Arbeiter von Ontario Hydro einbezogen, die seit dem 1.1.1973 bis zum 31.12.1988 mindestens ein Jahr dort beschäftigt waren. Zudem wurden Rentner (ehemalige Beschäftigte) aufgenommen. Nur 13% der Untersuchten hatten weniger als 10 Jahre in diesem Betrieb gearbeitet. Insgesamt waren 1.484 Krebserkrankungen aufgetreten, die in einer Fall-Kontrollstudie mit den Daten von anderen 2.179 Krebserkrankten aus dem Krebsregister von Ontario verglichen wurden.
Messung der Exposition
Die Studie wertet einen Teil einer umfangreichen französisch-kanadischen Untersuchung an drei großen Elektrobetrieben neu aus, neben Ontario Hydro waren dies Hydro Quebec und Electricité de France. Die Ergebnisse der Gesamtstudie waren bereits 1994 veröffentlicht worden. Die Abschätzung der Exposition gegenüber einem 60 Hertz-Feld erfolgte anhand einer Matrix, in die die Berufsgruppenzugehörigkeit, der Ort der Beschäftigung und die Dauer eingingen. Diese Expositionsmatrizen wurden auf der Basis von direkten Messungen an 895 Arbeitern während 5 Arbeitstagen entwickelt, so daß eine ausgezeichnete Abschätzung der elektrischen und magnetischen Belastung der berücksichtigten 31.543 Arbeiter möglich war. Insbesondere fiel den Forschern die besondere Bedeutung des Arbeitsplatzes auf, der über die Berufsbezeichnungen nur ungenügend erfaßt werden kann. Den höchsten Expositionen waren Arbeiter ausgesetzt, die für die Instandhaltung von Hochspanungsleitungen verantwortlich waren oder in der Nähe elektrischer Generatoren und Starkstromtransformatoren arbeiteten. Die elektrische und magnetische Belastung wurde für die Berechnungen kumuliert zu Volt/Meter-Jahren und Mikrotesla-Jahren.
Ergebnisse
Das Risiko, an einer Leukämie zu erkranken, war - nach Korrektur von anderen möglichen Einflußfaktoren - in der elektrisch am stärksten belasteten Gruppe um den Faktor 4,5 (KI: 1,0-19,7) und in der magnetisch am stärksten belasteten um den Faktor 1,6 (KI: 0,5-5,1) erhöht. Bei Arbeitern, die sowohl der am stärksten elektrisch, als auch der am stärksten magnetisch belasteten Gruppe angehörten, fand sich eine Odds Ration (geschätztes relatives Risiko) von 11,2 (KI: 1,3-97,2). In dieser Gruppe waren 17 Arbeiter an Leukämie erkrankt. Problematik der Klassifizierung anhand von Berufsgruppen Insgesamt sehen die Untersucher frühere Beobachtungen, daß elektromagnetische Felder am Arbeitsplatz mit einer leicht erhöhten Leukämierate assoziiert sind, bestätigt.
Sie machen auf die Problematik aufmerksam, Klassifizierungen der EMF-Belastung nur anhand von Berufsgruppen vorzunehmen. Dies habe sicherlich nicht selten zu Fehlklassifikationen geführt. Bereits bei der Untersuchung von Birgitta Floderus vom nationalen Institut für das Arbeitsleben (NIWL) in Solna/Schweden über EMF-exponierte Eisenbahner (siehe: "Krebshäufigkeit bei Eisenbahnern") aus dem Jahre 1993 war ein Widerspruch zu früheren Untersuchungen von Siv Törnquist aufgefallen. Während Floderus eine erhöhte Krebsrate fand, war dies bei Törnquist nicht der Fall. Beide Forscher untersuchten die Ursache für diesen Widerspruch und fanden, daß sich die Tätigkeit der Eisenbahner im Laufe der Jahre verändert hatte. Während in frühen Jahren zwei Eisenbahner einen Zug führten, war es später nur noch einer. Der andere arbeitete nunmehr an einem weniger belasteten Arbeitsplatz, behielt jedoch seine Berufsbezeichnung. Bei erneuter Analyse der Daten fand sich dann auch eine erhöhte Rate von chronisch lymphatischen Leukämien unter Lokomotivführern für die Jahre 1961 bis 1969, aber keine für die Jahre 1970 bis 1979.
Bedeutung elektrischer Felder
Miller und Kollegen diskutieren zudem die Frage, ob nicht auch bei früheren Arbeitsplatzuntersuchungen wie die von Birgitta Floderus und Mitarbeitern (1993) oder die von David Savitz (1995) erhöhte Krebsraten nicht nur auf das Konto magnetischer sondern auch auf das elektrischer Felder gehen. Die Ergebnisse der Ontario-Hydro-Studie wirft erneut die Frage auf, was wirkt und was gemessen werden soll. Elektrische Felder, die seit Mitte der achtziger Jahre aus dem Blickfeld verschwanden, rücken möglicherweise nun wieder verstärkt ins Bewußtsein der Forscher.
Quellen:
Elektrische und magnetische Felder an Arbeitsplätzen
mit Hochfrequenz-Plastikschweißanlagen
Dr. rer. nat. Hauke Brüggemeyer, Niedersächsisches Landesamt für Ökologie, stellte in einer aktuellen Studie erhebliche Mängel in der Erfassung der HF-Belastung und der Einhaltung von Grenzwerten bei industriellen HF-Plastikschweißanlagen fest.
HF-Plastikschweißmaschinen werden in der Industrie in vielen Bereichen eingesetzt, um z. B. Zelte, Planschbecken, Lastwagenplanen, Büromaterial, Kfz-Innenverkleidungen und viele andere Plastikprodukte zu verschweißen. Verarbeitet wird fast ausschließlich PVC. Vorteil ist vor allem die sehr hohe erzielbare Reißfestigkeit der Schweißnaht. Es gibt HF-Plastikschweißmaschinen als Tischgeräte mit einer HF-Leistung von wenigen Kilowatt bis zu großen Maschinen mit mehr als 100 kW. Die verwendete Frequenz (27,12 MHz) ist eine der ISM-Frequenzen, die für industrielle, medizinische und wissenschaftliche Anwendungen vorgesehen ist.
HF-Plastikschweißmaschinen sind eine der Hauptquellen für berufliche Exposition durch radiofrequente Strahlung. Die Maschinen erzeugen im Nahbereich ein sehr kompliziertes Streufeld, das von einer Vielzahl von Faktoren abhängt wie z. B. den verwendeten Elektroden, der HF-Leistung und den zu schweißenden Folien. In vielen Untersuchungen aus Schweden und Österreich zeigten sich wesentliche Überschreitungen aller bekannten Grenzwertempfehlungen.
Ergebnisse
Dies konnte die niedersächsische Studie bestätigen. Bei dem Vergleich der Auswertung der Untersuchungen und Messungen ergaben sich folgende Ergebnisse:
An einer Anlage konnten einige wenige Untersuchungen zur Effizienz einer Feldreduktion durch eine einfache kapazitive Rückführung durchgeführt werden. Dazu wurde einmal eine Messung ohne Rückführung sowie eine Messung mit einer symmetrischen Rückführung aus zwei Kupferblechstreifen durchgeführt. Die elektrische Feldstärke konnte dadurch um den Faktor 5, die magnetische um den Faktor 3 reduziert werden.
Gesundheitliche Auswirkungen
Über die Auswirkung von Langzeitexpositionen bei 27 MHz liegen zur Zeit wenige Daten vor. Es gibt einige epidemiologische Studien, die eine mögliche negative Beeinflussung der Schwangerschaft und Mißbildungen zum Thema hatten. Die Aussagen sind aber sehr widersprüchlich. Die WHO sieht in diesem Gebiet weiteren Forschungsbedarf. In einer Reihe von Arbeiten wird über Gefühlsstörungen in den Händen und Irritationen der Augen (bei sehr hohen Feldstärken) berichtet. Im Rahmen der vorgestellten Studie aus Niedersachsen wurde von einigen Arbeitnehmern, deren Hände sich häufiger und über lange Zeit (mehrere Jahre) beim Schweißen in der Nähe der Elektroden befanden, über Probleme mit der Haut an den Händen berichtet. Die Haut war ständig ausgetrocknet und sehr faltig. Bei Messungen an den jeweiligen Handpositionen ergaben sich immer sehr große Feldstärken. Ähnliche Ergebnisse sind in der Literatur beschrieben. Insgesamt ist aber auch hier die Datenlage noch sehr unbefriedigend. Eine größere Untersuchung wird empfohlen.
Situation und Konsequenzen
Für eine umfassende Bewertung von HF-Plastikschweißanlagen liegen in Deutschland sehr wenige Erfahrungen vor und für einige notwendige Messungen auch keine Meßgeräte. Um die Sicherheit an diesen Anlagen zu verbessern, fehlen Untersuchungen zur Wirksamkeit von Abschirmmaßnahmen oder anderen speziell an das Problem angepaßte Maßnahmen zur Feldreduktion. Dazu müssen noch einige Untersuchungen unter Laborbedingungen durchgeführt werden. Sowohl Hersteller als auch Anwender der HF-Plastikschweißanlagen sind nach der Erfahrung der niedersächsischen Untersuchung überwiegend kleine bis mittlere Betriebe, die über keine ausreichende eigene Forschungskapazität verfügen. Hierfür sollten Forschungsgelder bereitgestellt werden. Das Niedersächsische Landesamt für Ökologie schlägt in der Studie ein einheitliches Meßprotokoll für die Bewertung von Arbeitsplätzen an HF-Plastikschweißanlagen vor, das der Komplexität der Messungen Rechnung tragen soll. Der rechtliche Rahmen für die Bewertung der Exposition von Arbeitnehmern durch elektromagnetische Felder muß dringend verbessert werden. Eine einheitliche Lösung auf EU-Ebene ist anzustreben. Es ist wenig sinnvoll, daß es mehrere teilweise abweichende Grenzwertempfehlungen gibt.
Quelle:
Brüggemeyer, H.: Elektrische und magnetische Felder an Arbeitsplätzen mit Hochfrequenz-Plastikschweißanlagen. Arbeitsschutz, Niedersächsisches Sozialministerium, Landesamt für Ökologie. Hannover 1996.
Krebshäufigkeit bei Eisenbahnern
Eisenbahner sind einer erhöhten Belastung durch Magnetfelder ausgesetzt. In einer schwedischen Studie fand sich bei Schaffnern und Lokomotivführern eine Verdoppelung der Rate lymphatischer Leukämien. Für alle Tumoren zusammen genommen lag die Krebsrate bei diesen beiden Berufsgruppen etwa so hoch wie in der schwedischen Allgemeinbevölkerung. Eine jüngst veröffentlichte Studie von Lars Alfredsson und Mitarbeitern untersuchte die Krebshäufigkeit bei 2.272 Schaffnern und 7.466 Lokomotivführern zwischen 1976 und 1990. Dabei fand sich ein Hinweis auf einem Zusammenhang zwischen der magnetischen Belastung und der Leukämierarte. Die Studie baut auf der Untersuchung von Birgitta Floderus auf, die 1993 veröffentlicht worden war.
Bei alleiniger Betrachtung der 20 bis 64jährigen fand sich für beide Berufsgruppen zusammen ein relatives Risikos für lymphatische Leukämien von 2,3 (KI: 1,3-3,2). Überraschenderweise war die Lungenkrebsrate leicht erniedrigt mit einem relativen Risiko von 0,6 (KI: 0,4-0,9). Die Untersucher weisen daraufhin, daß insgesamt 14 Leukämien festgestellt wurden, so daß durch die elektromagnetische Belastung in der untersuchten Gruppe insgesamt nur wenige zusätzliche Leukämiefälle aufgetreten waren - dies bei einem großen Kollektiv über einen Beobachtungszeitraum von 14 Jahren. Auf der 18. Tagung der BEMS in Kanada hatte Ingrid Nordenson vom nationalen Institut für das Arbeitsleben in Schweden Untersuchungen vorgestellt, nach denen es zu einer leicht vermehrten Zahl von Chromosomenbrüchen bei Eisenbahnern kommt.
Quellen:
Berufliche Belastung
durch elektromagnetische Felder und Krebs Die EPRI führte eine erneute Analyse von drei großen Studien zum Zusammenhang zwischen beruflicher EMF-Belastung und Krebs bei Beschäftigten in Energieversorgungsunternehmen durch, um einen Vergleich zu erleichtern. Das Ergebnis: Die unterschiedlichen Resultate der verschiedenen Untersuchungen sind durch zufällige Unterschiede bzw. statistische Variation erklärbar. Insgesamt legen sie ein leicht erhöhtes Risiko für Hirnkrebs und Leukämie nahe.
Verschiedene epidemiologische Studien haben in den neunziger Jahren des abgelaufenen Jahrhunderts den Zusammenhang zwischen beruflicher Belastung mit elektromagnetischen Feldern und Krebs, insbesondere Hirnkrebs und Leukämie, untersucht. Von besonderem Interesse sind hier drei große Studien mit Beschäftigten in Energieversorgungsunternehmen in den USA, Kanada und Frankreich (Sahl 1993, Thériault 1994, Savitz 1995).
Dr. Gilles Thériault und Kollegen ermittelten in ihrem Kollektiv (ca. 223.000 Arbeiter in kanadischen und französischen Unternehmen) ein EMF-bedingtes erhöhtes Leukämierisiko, Dr. David Savitz und Dr. Dana Loomis stellten bei den etwa 140.000 Beschäftigten von 5 Unternehmen im Südosten der USA ein erhöhtes Gerhinkrebsrisiko fest, während sich bei der Studie von Dr. Jack Sahl und Kollegen mit 36.000 Beschäftigten bei Edison in Südkalifornien keine Auffälligkeiten ergaben.
Wissenschaftler des Electric Power Research Institute (EPRI) der USA nahmen unter Beteiligung von Sahl, Savitz und Thériault eine vergleichende Reanalyse vor, um möglicherweise Erklärungen - beispielsweise Unterschiede in der angewandten statistischen Methodik - für diese inkonsistenten Ergebnisse zu finden (Kheifets 1999).
Tabelle 1: Vergleich der publizierten Ergebnisse
| Leukämie | Gehirnkrebs | |||
| RR | 95%-KI | RR | 95%-KI | |
| Sahl (1993) | 1,1 | 0,8-1,5 | 0,8 | 0,5-1,4 |
| Thériault (1994) | 1,8 | 0,8-4,0 | 2,0 | 0,8-5,0 |
| Savitz/Loomis (1995) | 1,1 | 0,6-2,1 | 2,3 | 1,2-4,6 |
| RR bei kumulativer Exposition in m T-Jahre | ||||
| 10m T-Jahre | 0-4 | 8-16 | >16 | |
| Gehirnkrebs | 1,12 | 1,0 | 1,06 | 1,87 |
| Leukämie | 1,09 | 1,0 | 1,44 | 1,48 |
Thériault erklärte gegenüber der Zeitschrift Microwave News, es "sei immer schwierig verschiedene Studien zu vergleichen," fügte jedoch hinzu: "Ich finde es faszinierend, dass wenn man die Dinge anschaut, die sich vergleichen lassen, diese tatsächlich recht kompatibel sind." Sahl äußerte sich ähnlich: "Ich war von der weitgehenden Konsistenz der Ergebnisse überrascht. Wenn man sich hinsetzt und sie sich etwas genauer ansieht, findet man, dass die Studien sehr ähnlich sind."
Literatur:
Hirntumore
Einige jüngere epidemiologische Untersuchungen haben sich erneut mit dem Zusammenhang zwischen EMF und bösartigen Erkrankungen des Gehirns beschäftigt. Erstmals wurde auch der Einfluss von Handy-Strahlung auf die Tumorrate untersucht. Bisher gab es nur Untersuchungen zum Zusammenhang von Hirnkrebs und anderen Quellen hochfrequenter Felder, wie beispielsweise Radio- und Fernsehsender oder militärische Radaranlagen, mit gelegentlichen und inkonsistenten Hinweisen auf eine leicht erhöhte Krebsrate.
a) Hirntumore und Hochfrequenz
Die Zeitschrift Microwave News berichtete in Ihrer jüngsten Ausgabe von einer schwedischen und einer amerikanischen Studie über den Einfluss einer Mobiltelefonnutzung auf die Entstehung von Hirntumoren. Beide Studien sind bisher noch nicht in einer Fachzeitschrift publiziert. Die Ergebnisse deuten an, dass Handy-Nutzer möglicherweise etwas häufiger einen Hirntumor auf der Seite entwickeln, auf der sie auch ihr Handy verwenden. Allerdings war das Gesamtrisiko für die Entwicklung eines Tumors auf der linken oder rechten Seite nicht erhöht.
"Ein erhöhtes Risiko wurde sowohl für links- als auch für rechtsseitige Tumoren gefunden," heißt es in dem Manuskript von Lennart Hardell aus Örebo/Schweden, das zur Publikation im International Journal of Oncology angenommen wurde. Allerdings erreichten die erhöhten Risiken von 2,45 für die rechte Seite und 2,40 für die linke Seite keine statistische Signifikanz und die Untersuchung basierte auf kleinen Zahlen von 209 Fällen und 425 Kontrollen. Hardell rät daher zu einer zurückhaltenden Interpretation seiner Befunde, empfiehlt jedoch andererseits das Prinzip der vernünftigen Vermeidung ("prudent avoidance"): "Ich denke, dass es notwendig ist, bis zu einer Lösung dieses Problems etwas vorsichtig zu sein und die Exposition zu reduzieren."
Joshua Muscat von der American Health Foundation in New York führte eine ähnliche, ebenfalls bisher noch nicht veröffentlichte Analyse durch. Auch er fand beim Vergleich von 466 Hirnkrebsfällen und 420 Kontrollen kein insgesamt erhöhtes Hirntumorrisiko, jedoch eine Korrelation zwischen Tumorseite und der Seite, in der das Handy gehalten wurde. Das gleiche Risiko bestand jedoch auch für normale Telefone. Muscat erklärte gegenüber Microwave News, dass es "Inkonsistenzen" in seinen Daten gebe und seine Analyse noch nicht abgeschlossen sei.
Eine weitere epidemiologische Studie aus Dänemark über einen möglichen Zusammenhang zwischen Krebs und Mobiltelefonen befindet sich ebenfalls noch in der Auswertung. Dabei werden Daten von 550.000 Handy-Nutzern von Christoffer Johansen und Kollegen aus Kopenhagen analysiert. Hardell arbeitet zur Zeit an einer Nachfolgestudie mit 1.500 Fällen. Zudem befindet sich eine internationale epidemiologische Studie der Internationalen Agentur für Krebsforschung in Lyon (Frankreich) in Vorbereitung, bei der Hardell der wichtigste Mitarbeiter in Schweden ist. Mit Ergebnissen wird in den Jahren 2003 oder 2004 gerechnet.
b) Hirntumore und Niederfrequenz
Ylva Rodvall vom Karolinska Institut in Stockholm (Schweden) und Kollegen fanden in einer Fall-Kontrollstudie "etwas Unterstützung für die Hypothese, dass Magnetfeldexposition eine Bedeutung bei der Entwicklung von Hirntumoren spielen könnte" (Rodvall 1998). Sie verglichen 104 Fälle von Hirntumoren (84 Gliome und 20 Meningeome) mit 155 Kontrollen. Dabei wurde mit Hilfe dreier Methoden der Abschätzung der vermuteten EMF-Belastung vor allem die berufliche Belastung mit niederfrequenten Feldern berücksichtigt:
Angesichts dieser Ergebnisse betonen Rodvall und Kollegen die Bedeutung der angewandten Methodik zur Expositionsabschätzung.
Dana Loomis und Kollegen von der Universität von Nord Carolina in Chapel Hill bestätigten unter Anwendung einer neuen Analysemethode frühere Ergebnisse, nach denen beruflich stark EMF-exponierte Personen ein leicht erhöhtes Hirnkrebsrisiko aufwiesen (Loomis 1998). Sie untersuchten wie Rodvall und Mitarbeiter den Einfluss methodischer Faktoren auf die Berechnung des Krebsrisikos. Unter Heranziehung von Daten einer von ihnen selbst durchgeführten Studie wendeten sie für eine neue Analyse alternative Modelle für die Abschätzung der Intensität der historischen Exposition sowie alternative Cut-points für die Einteilung der Exposition an. Mit den neuen Modellen wiesen die meisten exponierten Arbeiter ein erhöhtes Hirnkrebsrisiko zwischen 1,3 und 3,4 auf, was gut mit den Resultaten der früheren Analyse übereinstimmte.
EMF während der Schwangerschaft und Leukämie bei Kindern
In Kanada war bei einer Untersuchung von 128 Fällen akuter Leukämie bei Kindern im Alter bis zu 15 Jahren eine erhöhte berufliche Belastung der Mütter durch elektromagnetische Felder während der Schwangerschaft aufgefallen. Kinder, deren Mütter für die lokale Industrie in Heimarbeit an Nähmaschinen tätig waren, wiesen im Vergleich zu einer unbelasteten Kontrollgruppe ein um den Faktor 7,0 erhöhtes Risiko auf, an diesem Blutkrebs zu erkranken. Unter Berücksichtigung weiterer möglicher Einflußfaktoren (Alter, Geschlecht, Wohnort, Hormonbehandlung, Krebs in der Familie, Rauchen, Virusinfekten und Bestrahlung während der Schwangerschaft) wurde das geschätzte relative Risiko geringfügig auf 5,8 (95% Konfidenzintervall: 1,3-26,3) korrigiert und war damit weiterhin signifikant. Die Autorin Claire Infante-Rivard legte selbst keine Ergebnisse von Messungen der elektromagnetischen Felder am Arbeitsplatz vor. Sie wies jedoch auf jüngst von Sobel und Mitarbeitern (1994) durchgeführte Untersuchungen hin, mit denen nachgewiesen wurde, daß die Belastung von Näherinnen im Vergleich zu anderen Berufsgruppen zu den höchstbelasteten zählt. Bei einer Maximalexposition von 6 Stunden und einer Hintergrundexposition von 2 Stunden sei danach eine Belastung durch magnetische Felder von ca. 6,5 µT zu erwarten, während die Belastung von Arbeitern an Hochspannungsleitungen im Vergleich dazu bei durchschnittlich 2,4 µT liege. Danach sei auch unter Berücksichtigung der Körperposition eine erhebliche Belastung des Feten während der Schwangerschaft bei Näherinnen zu erwarten.
Anthony M. Ford und Mitarbeiter (1993) hatten durch Untersuchungen an Zwillingen die These einer Leukämieentstehung durch Genveränderungen im Mutterleib bekräftigt. Etwa 75% aller kindlichen akuten Leukämien werden durch Veränderungen eines bestimmten Gens (MLL bzw. ALL-1 an 11q23) provoziert. Durch Untersuchungen an eineiigen Zwillingen mit Leukämie und deren Eltern konnten die Autoren nachweisen, daß diese bei den erkrankten Kindern vorliegenden Genveränderungen nicht vererbt, sondern von einem der Zwillinge im Mutterleib durch unbekannte Einflüsse erworben und durch die gemeinsame Plazenta auf dem Blutweg auf das andere Kind übertragen worden waren. In der kanadischen Studie wurde leider nicht angegeben, wie viele der Mütter der betroffenen 128 Kinder Näherinnen waren - das große Konfidenzintervall läßt auf eine kleine Zahl schließen. Die Altersgrenze von 15 scheint zudem für eine Krebsinitiierung im Mutterleib recht hoch gegriffen. Bei älteren Kindern treten vermutlich andere Effekte in den Vordergrund. Dennoch stellen die vorgelegten Beobachtungen bei dem recht großen relativen Risiko einen wichtigen Hinweis für zukünftige Untersuchungen dar. [Quelle: EMF während der Schwangerschaft und Leukämie bei Kindern. Elektrosmog-Report 1 (6), S. 7-8 (1995).]
Literatur:
Infante-Rivard, C.: Electromagnetic field exposure during pregnancy and childhood leukemia. Lancet 346, 177 (1995). Ford, A. M., Ridge, S. A., et al.: In utero rearrangements in the trithorax-related oncogene in infant leukaemias. Nature 363, 358-360 (1993). Von Mühlendahl, K. E., Otto, M.: Electromagnetic fields and childhood leukaemia. Europ. J. Pediatr., im Druck (1995).
Klage gegen US-Stromversorgungsunternehmen
wegen tödlichen Gehirntumors
Laut Klage vor dem Kalifornischen Oberen Gerichtshof sind die Hochspannungsleitungen des kalifornischen Stromversorgers Pacific Gas & Electric (PG & E) Co. für den tödlichen Gehirntumor des Arbeiters Mark W. Callan verantwortlich. Callan starb im Februar 1994 im Alter von 41 Jahren. Er hatte 15 Jahre für PG & E gearbeitet und war beruflich bedingt häufig hohen Belastungen durch Hochspannungsleitungen, Verteiler, Transformatoren und ähnlichen Anlagen ausgesetzt. Die Anklageschrift sagt, "PG & E wußte oder sollte gewußt haben, daß hohe Belastungen durch elektromagnetische Felder (EMF) eine potentielle Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellen und daß es Studien gibt, die EMF mit gesundheitlichen Schäden, darunter auch Krebs, in Verbindung bringen". Der Rechtsanwalt der Anklage fügte hinzu, daß es in diesem Fall genügend wissenschaftliche Evidenz gäbe, um die berufliche Belastung durch EMF für Mr. Callan's tödlichen Gehirntumor verantwortlich zu machen. Weiter sagte er, daß es beunruhigend sei zu wissen, daß andere Arbeiter weiterhin und über längere Zeiträume ähnlichen Belastungen ausgesetzt seien, ohne über die Gefahr informiert zu sein. Quelle: EMF caused fatal brain cancer in worker exposed to power lines, california suit says. Toxics Law Reporter vom 15.2.95, S. 988
Fehlgeburtenrisiko bei Physiotherapeutinnen
Rita Quellet-Hellstrom und Walter F. Stewart von der John-Hopkins-Universität in den USA veröffentlichten 1993 ihre Studienergebnisse über ein erhöhtes Risiko von Fehlgeburten bei Physiotherapeutinnen, die Patienten mit Mikrowellen-Wärmetherapie behandelten. 1995 erschien eine Entgegnung zweier Forscher der australischen Telecom. Quellet-Hellstrom und Stewart untersuchten in einer retrospektiven Studie die Auswirkungen von Kurzwellen- und Mikrowellen-Wärmetherapie auf das Fehlgeburtenrisiko. 42.403 Physiotherapeutinnen wurden in die Studie aufgenommen.
Es fanden sich 1.753 Schwangerschaften, bei denen die betroffenen Frauen angaben, 6 Monate vor und während des ersten Drittels der Schwangerschaft beruflich Hochfrequenz-Wärmetherapie angewendet zu haben. In diesen Fällen wurden die Häufigkeit der Anwendungen und durch entsprechende Messungen am Arbeitsplatz der Umfang der Streustrahlung, denen die Physiotherapeutinnen vermutlich ausgesetzt waren, ermittelt. Bei der Kurzwellen-Therapie wurde eine Frequenz von 27,12 MHz, bei der Mikrowellen-Therapie Frequenzen von 915 MHz oder 2.450 MHz verwendet. Mögliche Kofaktoren für eine erhöhte Fehlgeburtenrate wie die Einnahme von Medikamenten, Kontakt mit krebsfördernden Chemikalien, Benutzung elektrischer Heizdecken etc. wurden berücksichtigt. Bei einer erhöhten Exposition gegenüber elektromagnetischer Strahlung im Kurzwellenbereich fand sich kein erhöhtes Fehlgeburtenrisiko (relatives Risiko: 1,07; 95%-Konfidenzintervall: 0,91-1,24).
Bei erhöhter Exposition gegenüber HF-Strahlung im Mikrowellenbereich war das Risiko allerdings um etwa 30% vergrößert (RR = 1,28; 95%-Konfidenzintervall: 1,02-1,59). In der höchstbelasteten Gruppe war das relative Risiko mit 1,59 auch am höchsten, was als Hinweis auf eine Dosis-Wirkungsbeziehung gedeutet werden könne. In ihrer Entgegnung weisen Bruce Hocking und Ken Joyner von der australischen Telecom daraufhin, daß es für diese Ergebnisse keine naturwissenschaftliche Erklärung gäbe. Mikrowellen im verwendeten Frequenzbereich wiesen eine deutlich geringere Eindringtiefe als Kurzwellen auf. Die spezifische Absorptionsrate (SAR) in der Gebärmutter sei bei Mikrowellen der von den amerikanischen Forschern postulierten Intensität der Streustrahlung sehr gering. Es sei daher eher zu erwarten, daß Kurzwellen eine stärkere Wirkung als Mikrowellen auf die Gebärmutter im ersten Schwangerschaftsdrittel ausübten, wenn diese noch tief im Becken liegt. Ein maximaler Mikrowelleneffekt sei erst in der späten Schwangerschaft zu erwarten, wenn der Fetus nah an der Bauchdecke liegt. Eindringtiefen in menschliches Gewebe (nach Hocking/Joyner)
| Frequenz (MHz) | Eindringtiefe (cm) |
| 27,12 (Kurzwellen) | 14,3 |
| 915 (Mikrowellen) | 3,04 |
| 2.450 (Mikrowellen) | 1,7 |
| Frequenz (MHz) | SAR (W/kg) |
| 27,12 (Kurzwellen) | 0,209 |
| 915 (Mikrowellen) | 0,023 |
| 2.450 (Mikrowellen) | 0,000027 |
Auswirkungen von Elektrosmog am Arbeitsplatz
In einer Reihe von epidemiologischen Studien, die sich auf Wohn- oder Arbeitsplatzsituationen bezogen, ergaben sich statistisch signifikante Beziehungen zwischen der Stärke elektromagnetischer Felder (EMF) sowie der Dauer der Exposition und dem Risiko, an bestimmten Krebsarten zu erkranken, darunter insbesondere Leukämien und Hirntumoren. Seit 1995 gibt es eine außerordentlich gründliche und umfangreiche Gesamtauswertung der Literatur zum Risiko bösartiger Tumoren und der Belastung mit niederfrequenten Feldern anhand von 78 berufsbezogenen Studien aus aller Welt aus dem Zeitraum 1979 bis 1994 (29 davon aus den USA, 20 aus Schweden und nur 2 aus Deutschland). Anhand experimentell-technischer und epidemiologischer Befunde liefert die 105 Seiten umfassende Studie im Rahmen des Programms der Europäischen Organisation zur Vorbeugung gegen Krebs (ECP) einen umfassenden, aktuellen Überblick. Das Autorenteam ist eine Expertengruppe aus Onkologen (Krebsärzten), Toxikologen, Arbeitsmedizinern und einem Strahlenschutzfachmann.
Die Experten gelangten zu der Schlußfolgerung, daß möglicherweise ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten von chronisch lymphatischer Leukämie und der berufsbedingten Exposition mit niederfrequenten elektrischen und magnetischen Feldern bestehe. Sie sahen ebenfalls einen möglichen Zusammenhang zwischen dem vermehrten Vorkommen von Brustkrebs, malignem Melanom (schwarzer Hautkrebs), Tumoren des Nervensystems, Non-Hodgkin-Lymphonen, akuter lymphatischer und akuter myeloischer Leukämie und der Tätigkeit in speziellen Berufsfeldern. Genannt wurden z. B.:
Arbeitsplatz-Belastung
durch elektromagnetische Felder
Herausgeber:
Bayerisches Landesamt für Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Sicherheitstechnik im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Ernährung und Verbraucherschutz Abteilung Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Produktsicherheit und technische Marktüberwachung e-mail: presse[at]stmgev.bayern.de
Download: http://www.lfas.bayern.de/publ/emf1/emf.pdf
(388 kB) 39 Seiten
Quelle: www.lfas.bayern.de/
Erhöhtes Gehirnkrebsrisiko bei Arbeitern
in Energieversorgungsuntenehmen
Verschiedene Studien führten in der Vergangenheit zur Annahme, daß eine erhöhte Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern (EMF), wie sie vor allem in Elektroberufen auftreten kann, mit einer mäßigen, jedoch signifikanten Häufigkeitszunahme verschiedener Krebsarten, vor allem Leukämien und Gehirntumoren, assoziiert sei. David Savitz und Dana Loomis von der Universität von North Carolina fanden in einer umfangreichen Todesursachenstudie an Beschäftigten von Energieversorgungsunternehmen eine expositionsabhängige Rate an Todesfällen durch Gehirntumoren. Hingegen stellten sie keine Beeinflussung der Todesfälle durch Leukämien fest, mit Ausnahme bei Elektrikern, die langjährig in ihrem Beruf tätig waren. In die retrospektive Studie wurden alle 138.905 Männer, die zwischen dem 1.1.1950 und dem 31.12.1986 mindestens 6 Monate ganztags in einer von fünf großen Stromversorgungsunternehmen von North Carolina beschäftigt waren, aufgenommen. Basierend auf umfangreichen Messungen elektromagnetischer Felder (EMF) wurden die Expositionen der Arbeiter abgeschätzt und 28 Belastungskategorien für die Beschäftigten gebildet. Insgesamt waren 20.733 Todesfälle aufgetreten. Die Gesamtrate der Todesfälle und die Rate der Todesfälle durch Gehirntumoren stieg abhängig von Expositionsdauer und -umfang gegenüber EMF an. Eine Zunahme der Todesfälle durch Leukämien war nicht festzustellen mit Ausnahme bei Elektrikern, die mehr als 20 Jahre in ihrem Beruf tätig waren (relatives Risiko: 2,5). Das relative Risiko, an einem Hirntumor zu sterben, nahm demgegenüber expositionsabhängig zu und betrug in der höchstbelasteten Gruppe mehr als das zweieinhalbfache (relatives Risiko: 2,6) gegenüber der niedrigstbelasteten. Nach Ansicht von Savitz und Loomitz unterstützen diese Ergebnisse im Gegensatz zu anderen Studien keinen Zusammenhang zwischen EMF und Leukämie-Rate. Die Forscher unterstreichen, daß das Krebsrisiko für die meisten Menschen durch elektromagnetische Felder vermutlich nur geringfügig beeinflußt wird.
Die Beziehung von Gehirntumoren und EMF ist in dieser jüngsten epidemiologischen Untersuchung stärker als in früheren Studien. Entsprechend beeindruckt zeigen sich verschiedene Forscher, die die potentiellen Gefahren elektromagnetischer Felder untersuchen. So hält Anders Ahlbom vom Karolinska-Institut in Stockholm die Ergebnisse für sehr zuverlässig. In Fachkreisen gilt die Savitz-Loomis-Studie als eine der sorgfältigsten der bis dato durchgeführten epidemiologischen EMF-Forschungsarbeiten. Es wird allerdings auch auf eine generelle Schwierigkeit umfangreicher retrospektiver epidemiologischer Untersuchungen hingewiesen, nämlich das Problem der exakten Erfassung des Expositionsausmaßes, das auch trotz intensiven Bemühens der Forscher mit Ungenauigkeiten und Unsicherheiten behaftet bleibe. Eine Reihe von Epidemiologen sind nicht überrascht darüber, daß eine Todesursachenstudie keinen Zusammenhang zwischen Leukämie und EMF nachweist. Da ein Teil der Leukämien nicht zum Tode führe, halten sie Untersuchungen, die statt der Todesfälle die Erkrankungsraten berücksichtigen, in dieser Frage für zuverlässiger. So weist Brigitta Floderus (Solna, Schweden) daraufhin, daß bisher nur wenige Mortalitätsstudien einen Zusammenhang zwischen Leukämien und EMF nachweisen konnten, während Studien, denen die Erkrankungsraten zugrunde lagen, meistens eine Beziehung zwischen EMF und Leukämien feststellten. Gilles Thériault bemerkt, daß in der von ihm und seinen Mitarbeitern durchgeführten Studie wie bei Savitz-Loomis ebenfalls kein erhöhtes Leukämierisiko gefunden worden wäre, wenn sie nur die Gesamtheit der Leukämien betrachtet hätten. Sie ermittelten jedoch ein dreifach erhöhtes Risiko für ALL (akute lymphatische Leukämie) in der hochexponierten Gruppe. Insgesamt handelt es sich bei der Savitz-Loomis-Studie um die vierte großangelegte Expositionsstudie mit detaillierter Erfassung der EMF-Belastung der letzten Jahre.
1992 fanden Floderus et al. (Schweden) eine Zunahme von CLL (chronisch lymphatischer Leukämie) und Gehirntumoren bei Arbeitern verschiedener Industriezweige. 1993 fanden Sahl et al. keine Beziehung zwischen Leukämie oder Gehirntumoren bei Arbeitern eines Energieversorgungsunternehmens in Südkalifornien. In einer kanadisch-französischen Studie fanden Thériault et al. (1994) eine Beziehung von EMF und verschiedenen Subtypen von Leukämien und einem Typ von Gehirntumoren. Wie der EMF-Projektmanager von EPRI (Electric Power Research Institute) Stanley Sussman mitteilte, werden Sahl, Savitz und Thériault möglicherweise bald zusammenarbeiten, um Gründe für einige Inkonsistenzen zwischen ihren drei Studien zu untersuchen. EPRI unterstützt dieses Projekt. Zusätzlich zu dieser Gemeinschaftsarbeit planen Savitz und Loomis eine weitere Auswertung der ihnen vorliegenden Daten, etwa hinsichtlich Prostatakarzinomen, Lungenkarzinomen und einer Reihe weiterer Erkrankungen. [Zitierweise dieses Artikels: Erhöhtes Gehirnkrebsrisiko bei Arbeitern in Energieversorgungsuntenehmen. Elektrosmog-Report 1 (2), S. 5-6 (1995).]
Literatur:
