52. Elektrosmog an Arbeitsplätzen

Elektrosmog an Arbeitsplätzen - ein heikles Thema

Zur Person: Siglinde U.; 34 Jahre; verheiratet; ein kleines Kind; arbeitet seit 8 Jahren als Näherin am Fliessband.

Zur Wohnsituation: 6 Jahre altes Einfamilienhaus in einem Dorf in Hessen

Zur Krankheitsgeschichte: Ständig starke Schmerzen in der gesamten Mundhöhle mit immer wiederkehrenden Zahnfleischentzündungen; trägt vollständige Zahnprothese; täglich im Laufe des Vormittags einsetzende Kopfschmerzen und Nervosität können nur mit 6 - 8 Tabletten täglich "bekämpft" werden. In ständiger zahnärztlicher und neurologischer Behandlung. Häufig für einige Tage arbeitsunfähig. Zunehmend depressiv. Zahnprothesen wurden bereits drei Mal gewechselt, ohne eine Besserung zu erzielen.

Zur Untersuchung der Wohnung auf elektromagnetische Strahlenbelastung: Aus gesundheitlicher Sicht nahezu ideale Wohnbedingungen. Zur Abklärung der Krankheitsursachen wurde dann eine Untersuchung ihres Arbeitsplatzes in einer Bekleidungsfabrik mit 120 Näherinnen durchgeführt. Das Ergebnis: die Nähmaschine verursachte starke magnetische Wechselfelder mit einer Flussdichte von 12.000 Nano-Tesla im Kopfbereich; das ist mehr als unter einer 380 KV-Hochspannungsleitung. Bei der Nähmaschine handelte es sich um eine Spezialmaschine. Auch bei den anderen Maschinen dieses Typs wurden ähnlich starke Magnetfelder gemessen. Die Näherinnen an diesen Maschinen litten auch an überdurchschnittlich häufigen und starken Kopfschmerzen.

Die magnetische Flussdichte an anderen Nähmaschinen lag meist zwischen 2000 und 8000 Nano-Tesla. Das könnte eine Erklärung dafür sein, dass vom Betrieb täglich zwischen 200 und 300 Kopfschmerz-Tabletten kostenlos an die Näherinnen abgegeben wurden.

 

Empfohlene Maßnahmen

An der Nähmaschine wurde im Kopfbereich und am Motor eine Abschirmung aus MU-Metall angebracht.

 

Was erreicht wurde

Nachdem innerhalb von 14 Tagen eine deutliche Besserung der Zahnfleischentzündung eingetreten war und die Schmerzen im Kopfbereich seit dem dritten Tag nach der Abschirmung der Magnetfelder nicht mehr aufgetreten waren, wurde auch an den übrigen Nähmaschinen dieses Typs eine Abschirmung aus MU-Metall montiert; mit ähnlichem Erfolg.

Eine genaue Analyse der gesundheitlichen Zusammenhänge und die angebotene Abschirmung der Magnetfeder an den übrigen Nähmaschinen wollte die Firmenleitung aus leicht verständlichen Gründen nicht vornehmen.

 

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