51. Notruf-Frequenz

Der Arzt, der auf die Notruf-Frequenz allergisch reagiert

"Seit vielen Jahren leide ich unter unerklärlichen Beklemmungsgefühlen. Sie sind mir von der Qualität her zwar seit meiner Kindheit bekannt, weswegen ich einen psychischen Faktor annehme und an dem ich auch diesbezüglich arbeite. Jedoch ist der Verlauf und die auslösenden Ursachen inzwischen so stereotyp, dass ich auch andere Faktoren vermute.

Nach vielen Jahren, in denen sie mich kaum beeinträchtigt haben, sind sie vor ca. 15 Jahren verstärkt aufgetreten; seit ich in München wohne. Besonders schlimm ist es seit 10 Jahren, seit ich in der jetzigen Wohnung wohne. Das Auftreten verläuft periodisch (1.) und bei bestimmten Auslösern (2. - 5.):

  1. Besonders schlimm ist}s am späten Nachmittag, ab ca. 17 Uhr bis ca. 21 Uhr, was ich allgemein auch als meine empflindliche Zeit bezeichnen möchte. Meine Periodizität bleibt auch bei längeren Fernreisen erhalten, sie entspricht dann jedoch konstant der hiesigen Zeitrechnung, d.h. sie ist am Urlaubsort dann entsprechend früher oder später.
  2. Das Auftreten ist meist schlagartig, wie angeknipst.
  3. Auftreten ein paar Sekunden bis Minuten, bevor ich irgendwo ein Martinshorn höre. Das ist eklatant. In ca. 50 % kann ich das Martinshorn prognostizieren. Es ist ausgeschlossen, dass vorher ein Geräuscheindruck da ist, der das auslösen kann.
  4. Vor Sturm und Gewittern, auch im geschlossenen Zimmer.
  5. Am Herd, nachdem ich ihn einschalte.
  6. Im Liegen und im Keller viel besser.

In homöopathischer Hinsicht ergibt das alles keinen besonderen Reim, ausser vielleicht einer Empfindsamkeit für atmosphärische Einflüsse.
Ich wüsste gern,

Ich überlege mir, ob ich die Bundesmessstelle für das Funkwesen anschreiben soll.
Für einen kreativen Vorschlag wäre ich Ihnen dankbar."

Die eingehende Untersuchung dieses Falles hat einige, aber nicht alle Fragen geklärt. Der Arzt war in den letzten 20 Jahren in einem Unfallkrankenhaus tätig. Sein Arbeitsplatz war immer einer relativ starken Hochfrequenzbelastung durch Funkverkehr ausgesetzt. Wie viele Ärzte musste er sich auch häufig im Bereich starker elektromagnetischer Felder aufhalten, die von medizintechnischen Geräten ausgehen. Es ist durchaus naheliegend, dass sich in dieser Zeit und Arbeitsplatzsituation eine spezielle Überempfindlichkeit auf Hochfrequenzsignale des Funkverkehrs entwickelt hat, die soweit geht, dass er die vor Notfall-Einsätzen ausgesendeten Funksignale bzw. den Funkverkehr schmerzhaft spürt.

Solche unglaublichen Beobachtungen haben schon viele Bewohner von Häusern bzw. Wohnungen gemacht, die in der Nähe von Rot-Kreuz-Stationen, Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Polizei, Notarzt-Zentralen, Krankenhäusern und ähnlichen Einrichtungen leben oder arbeiten.

Die Wohnung des Münchner Arztes lag im 12. Stock eines Hochhauses. Die nach Norden, zum Olympiaturm gelegene Wohnung hatte sehr große Fenster, durch die nahezu ungedämpft Mikrowellen unterschiedlicher Frequenzen von den Sendeanlagen auf dem Olympiaturm in die Wohnung strahlten. Diese zusätzliche Mikrowellenbelastung verstärkte in den letzten Jahren die bereits durch berufsbedingte elektromagnetische Strahlenbelastungen entstandene Überempfindlichkeit auf Funkfrequenzen.

 

Empfohlene Maßnahmen

Die Wohnung des Arztes wurde daraufhin mit zusätzlichen Vorhängen ausgestattet, die aus einem speziellen Textilgewebe genäht wurden, dass aus ca. 88 % Baumwollfasern und ca. 12 % rostfreien Stahlfasern besteht. Durch entsprechende Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass dieses Textilgewebe Mikrowellen in einem weiten Frequenzbereich sehr gut abschirmt. Der Stoff ist als Meterware in verschiedenen Farben lieferbar.

Die ständige Zunahme hochfrequenter elektromagnetischer Strahlung, sogenannter Mikrowellen, erfordert in vielen Arbeitsbereichen, für Wohnungen in der Nähe von Sendeanlagen und für besonders empfindliche Menschen wie z.B. Schwangere oder Träger von Herzschrittmachern derartige Schutz-Maßnahmen. Der Münchner Arzt hat sich zusätzlich Arbeitskleidung aus diesem Textilgewebe angeschafft, die er seither ständig trägt. dass diese Kleidung einen gewissen Anteil an Edelstahlfasern enthält, die dünner als ein Haar sind, spürt man nicht und fällt auch nicht auf.

 

Was erreicht wurde

Der Münchner Arzt hat nach einem Vierteljahr mitgeteilt, dass seine "Hochfrequenz-Allergie" offenbar langsam abklingt. Auch die Schlafqualität hatte sich wesentlich verbessert. Eine weitere Verbesserung wurde dadurch erreicht, dass die Wände im Bereich des Bettes mit dem gegen Mikrowellen abschirmenden Textilgewebe bespannt wurden, aus dem auch die zusätzlichen Vorhänge genäht wurden.

 

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