50. Depressionen innerhalb kürzester Zeit

Innerhalb von 3 Wochen schwerste Depressionen

Die vierzehnjährige Karin bekam ein größeres Zimmer im Einfamilienhaus Ihrer Eltern. Endlich konnte sie es sich so einrichten, wie sie es sich schon lange vorgestellt hatte. Am Kopfende des Bettes bastelte der Vater, ein Schlossermeister, ein geräumiges Regal aus Edelstahl, auf dem ihre Stereoanlage mit den Lautsprechern Platz hatte. Bisher stand die Anlage über zwei Meter vom Bett entfernt, was natürlich sehr unpraktisch ist, wenn man im Bett liegt.

Karin genoss ihr neues Zimmer und lag so oft es möglich war im und auf dem neuen großen Bett und hörte ihre Lieblingsmusik. Ein paar Tage lang fühlte sie sich wie im Paradies, doch dann bemerkten ihre Eltern, dass Karin morgens immer schlechtgelaunt und aggressiv zum Frühstück erschien; dass hatte es früher nur sehr selten gegeben. Die Mutter ermahnte Karin, nicht bis in die halbe Nacht hinein Musik zu hören sondern ab 22 Uhr zu schlafen, um morgens ausgeschlafen zu sein. Karin sagte nur kurz angebunden: "ich kann nicht früher einschlafen".

In der Schule fiel den Lehrern auch schnell auf, dass mit Karin etwas nicht stimmt. Früher war sie lustig und aufmerksam in der Schule, hatte überhaupt keine Schwierigkeiten mit dem Lernen; und nun, innerhalb von gut 14 Tagen war sie nicht mehr wieder zu erkennen. Sie war völlig verstört, redete nur das Notwendigste und war an nichts mehr interessiert. Nach Einschätzung des Hausarztes, der Karin nach einer kurzen Untersuchung sofort an einen Nervenarzt überwies, war sie schwer depressiv, ohne dass die Ursache hierfür medizinisch oder durch Befragung herauszufinden war. Die Eltern und Lehrer dachten schon an Rauschgift oder ein Verbrechen, kamen aber nicht auf den Gedanken, dass Karins Zustand irgendetwas mit dem Umzug ins neue Zimmer zu tun haben könnte.

Der Nervenarzt versuchte nun einige Tage lang, Karin vorübergehend mit Psychopharmaka zu helfen, da er befürchtete, Karin würde eventuell Selbstmord begehen. Da die Medikamente nicht viel halfen und sich Karins Zustand täglich verschlechterte, schaltete der Nervenarzt noch einen Psychiater ein. Karin konnte inzwischen nicht mehr die Schule besuchen, schlief kaum noch, hatte ständig Kopfschmerzen und jeden Lebenswillen verloren. Ein Verdacht auf Gehirntumor hatte sich nicht bestätigt und nun war Karins Einweisung in eine psychiatrische Klinik vorgesehen.

Als Karin vom Nervenarzt noch einmal nach besonderen Ereignissen in der letzten Zeit befragt wurde, kam ihm der Verdacht auf, dass möglicherweise der Umzug in das neue Zimmer an Karins Erkrankung in irgendeiner Weise schuld ist. Da der Nervenarzt wusste, dass bei Wohnungsuntersuchungen oft die Ursachen für schwere psychische Erkrankungen entdeckt werden können, empfahl er, eine Wohnungsuntersuchung durchführen zu lassen. Leider verschlechterte sich Karins Zustand so schnell, dass sie bereits in die psychiatrische Klinik eingewiesen war, als die Wohnungsuntersuchung begann. Als die verzweifelten Eltern begannen, die kurze aber tragische Krankheitsgeschichte ihrer Tochter zu erzählen, unterbrach der Baubiologe den Redefluss mit der Bitte, erst das Zimmer der Tochter unvoreingenommen untersuchen zu wollen.

Aufgrund der Messergebnisse würde er ihnen dann sagen können, welche gesundheitlichen Beschwerden erfahrungsgemäss bei einer elektromagnetischen Strahlenbelastung bestimmter Art und Intensität fast zwangsläufig eintreten. So war es dann auch.

Die Stereoanlage stand nur etwa 40 cm vom Kopf entfernt, ein Lautsprecher 50 cm und der andere sogar nur 30 cm vom Kopf entfernt. Im Regal aus Edelstahl lagen eine Menge schwach isolierter, nicht geerdeter Kabel und Steckdosen ebenfalls in Kopfnähe. Auch nachts, wenn die Stereoanlage abgeschaltet war, aber noch unter Spannung stand, wurde durch den Metallkontakt das ganze Edelstahl-Regal ebenfalls praktisch "unter Strom gesetzt". An der Mutter, die sich statt der Tochter zum Messen aufs Bett legte, wurde eine Körperspannung von 13 Volt gemessen; ein normaler Prüfschraubenzieher leuchtete bei Körperkontakt rot auf. Das war aber noch nicht alles. Die Stereoanlage verursachte im eingeschalteten Zustand im Kopfbereich magnetische Wechselfelder von über 3000 Nano-Tesla; das ist fast 20 Mal soviel wie an einem Bildschirm-Arbeitsplatz und mehr, als wenn direkt über dem Haus eine 380 KV starke Hochspannungsleitung verläuft. Aber auch im ausgeschalteten Zustand verursachte ein Trafo der Stereoanlage magnetische Wechselfelder von immerhin noch 800 Nano-Tesla. Wenn man bedenkt, dass das Nervensystem des Menschen bereits bei einer elektromagnetischen Strahlenbelastung von 4 Nano-Tesla messbar überreizt wird, kann man für die Aggressivität vieler Jugendlicher mehr Verständnis entwickeln.

Als wenn dies alles nicht genügen würde, um einen Menschen nicht mehr schlafen zu lassen und auf die Dauer verrückt zu machen, verursachten die üblicherweise in Lautsprechern vorhandenen starken Magneten im Kopfbereich des Mädchens derartige Verzerrungen und Verstärkungen des natürlichen Erdmagnetfeldes, dass dagegen der ungünstige Einfluss einer Wasserader auf das Erdmagnetfeld eine Lappalie ist. Die durch Metall, Magnete und geologische Einflüsse wie z.B. Wasseradern verursachten Anomalien des natürlichen Erdmagnetfeldes wurden mit einem hochempfindlichen Geomagnetometer gemessen. Zumindest im Schlafbereich sollte das Erdmagnetfeld keine großen Intensitätsunterschiede aufweisen, da sonst eine Stresssituation für die davon betroffenen Organe oder Körperteile entsteht; das gilt vor allem für den empfindlichen Kopfbereich.

Der Baubiologe erläuterte den Eltern die Messergebnisse und erzählte ihnen, welche Folgen ähnliche elektromagnetische Schlafplatz-Belastungen und Anomalien des Erdmagnetfeldes im Kopfbereich in vielen von ihm untersuchten Fällen hatten und dass die dadurch bedingten Depressionen und nervösen Störungen Menschen soweit bringen können, dass ihnen ihr Leben nicht mehr lebenswert erscheint. Die Eltern waren betroffen und doch auch erleichtert, weil sie nun endlich eine Erklärung für die rätselhafte, plötzliche Erkrankung ihrer Tochter hatten, deren Ursache ja glücklicherweise leicht zu vermeiden war.

 

Empfohlene Maßnahmen

Das Regal aus Edelstahl wurde noch am selben Tag abgebaut und einschliesslich der Stereoanlage und den Lautsprechern etwa zwei Meter vom Bett entfernt wieder aufgebaut.

 

Was erreicht wurde

Nach drei Wochen hatte Karin sich im Krankenhaus so gut erholt, dass die Ärzte keinen Grund sahen, sie weiter im Krankenhaus zu behalten.

Als Karin nach Hause kam, war sie zuerst ein wenig traurig darüber, dass ihre geliebte Stereoanlage nun nicht mehr ganz dicht am Bett stand. Doch als sie sich zum Einlegen einer CD dicht an die Stereoanlage setzte und sofort stechende Kopfschmerzen bekam, wurde ihr klar, dass ein Zusammenhang zwischen ihrer Erkrankung und der Stereoanlage besteht.

Erst nach zwei Jahren bereitete es Karin keine Beschwerden mehr, wenn sie ganz dicht an die Stereoanlage heran ging. Inzwischen sind vier Jahre um und Karin hat vielen Ihrer Freundinnen erzählt, was eine Stereoanlage anstellen kann, wenn sie zu dicht am Kopf steht.

 

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