48. Alzheimer durch Licht?

Alzheimer-Krankheit und Leuchtstoffröhren

Ein lebensgefährliches Leiden, das sich durch zunehmenden Verlust der Intelligenz und des Gedächtnisses manifestiert und in Europa bisher offenbar nur wenig bemerkt wurde, droht in den USA epidemische Ausmaße anzunehmen: die Alzheimer-Krankheit. An der häufig tödlich verlaufenden Erkrankung, die nach einem deutschen Arzt benannt ist, leiden nach Darstellung amerikanischer Mediziner in den USA mehr als eineinhalb Millionen Menschen. Sie gilt dort als vierthäufigste Todesursache. Über 100 000 Amerikaner sterben jährlich an diesem Leiden.

"Bisher haben wir angenommen, die Alzheimer-Krankheit betreffe nur alte Menschen", betonte der Neurologe R. Morrell auf der Jahrestagung der Amerikanischen Vereinigung zur Förderung der Wissenschaft (AAAS) in Detroit. "jetzt aber wissen wir, dass sie auch wesentlich früher auftritt. Etwa 60 000 ihrer Opfer sind im vierten oder fünften Lebensjahrzehnt."

Einen Zusammenhang zwischen Leuchtstoffröhren und dieser rätselhaften Krankheit hält F. Hollwich, der ehemalige Direktor der Universitätsaugenklinik in Münser, für möglich: "Ich bin überzeugt, dass das 100-mal-Aus-und-angehen der Leuchtstofflampe auf die Dauer einen krankmachenden Effekt auslöst. In der Regel zwar unsichtbar für die Wahrnehmung durch das Auge, ist der Effekt jedoch durch die Untersuchungen der Essener Physiologen Eysel und Burandt im Experiment nachgewiesen worden. Die Hypothese, dass dieser Stresseffekt einen Einfluss auf das epidemieartige Ansteigen der Alzheimer-Krankheit haben kann, finde ich sehr bemerkenswert und stimme dem auf jeden Fall zu. Erst seit im größeren Umfange Leuchtstofflampen benutzt und insbesondere fernsterlose Räume damit ausgestattet werden, ist auch die Alzheimer-Krankheit angestiegen."

 

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