Die Alzheimer-Krankheit und Elektrostress
"Ich bin Neurologe. Mein Vater ist, bedingt durch sein Elternhaus, den grössten Teil seines Lebens starken magnetischen Wechselfelder durch Bahnstrom- Leitungen ausgesetzt gewesen. Er ist an der Alz- heimerschen Krankheit gestorben. Da ich bei einigen meiner Patienten, die in der Nachbarschaft meiner Eltern wohnen, ähnliche Symptome wie bei meinem Vater diagnostiziere, wenn auch nicht so ausgeprägt, interessiert es mich, mehr darüber zu erfahren, inwieweit elektromagnetische Strahlenbelastungen an der Zunahme psychischer Störungen, Selbstmorden, der Alzheimerschen Krankheit und Gehirnfunktions- störungen beteiligt sind."
Die Neurologen Reichmanis und Perry u.a. kamen bereits 1981 in epidemiologischen Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass bei Menschen, die magnetischen Wechselfeldern ausgesetzt sind, gehäuft seelische Störungen und eine erhöhte Selbstmordrate auftreten. Die Wissenschaftler fanden damit eine erste Korrelation zwischen menschlicher Psyche und elektromagnetischen Niederfrequenzfeldern, wie sie im Alltag, z.B. in der Nähe von Hochspannungsleitungen zu finden sind.
In mehreren anderen Untersuchungen wurde eine Beeinflussung des Kalziumstoffwechsels durch elektromagnetische Felder festgestellt. Kalziumionen kommen in jeder menschlichen Zelle vor. Sie haben wichtige Aufgaben bei der Reizleitung über Nervenzellen, der Muskelkontraktion sowie beim Aufbau der anorganischen Knochenmasse. Die Beeinflussung des Kalziumstoffwechsels könnte die Ursache einer Vielzahl noch weitgehend ungeklärter Störungen sein, wie z.B. Beeinflussung von Immunsystem, Melatoninspiegel und Krebspromotion.
Die Beeinflussung des Kalziumstoffwechsels wurde ausgiebig in Tier- und Zellversuchen studiert. So wurde an Gehirnhälften von Hühnern mit radioaktiv markiertem Kalzium der Kalziumausstrom aus dem Hirngewebe gemessen. Unter Einwirkung schwacher elektrischer Felder (15 V/m) konnte bei bestimmten Frequenzen (um 50 Hz und 250 Hz) ein deutlich veränderter Kalziumausstrom festgestellt werden. Die Bindung der Kalzium- ionen an die Membran scheint durch diese Felder beeinflussbar zu sein. Die eingesetzten Feldstärken liegen in der Grössenordnung, wie sie üblicherweise auch im Haushalt auftreten.
Wissenschaftler und Ärzte des Stockholmer Karolinska- Institutes haben nach langjährigen Untersuchungen mitgeteilt, dass zwischen Elektrosmog und der Alzheimer-Krankheit ein Zusammenhang bestehe. Es war aufgefallen, dass Angehörige von Berufsgruppen, die regelmässig elektromagnetischer Strahlung ausgesetzt waren, besonders oft an Alzheimer erkrankten. Bei Schneidern, die an ihren Nähmaschinen im Kopfbereich sehr starken magnetischen Wechselfeldern ausgesetzt sind, stellten die Mediziner ein etwa dreimal so hohes Alzheimer-Risiko fest.
Untersuchungen der Int. Gesellschaft für Elektrosmog- Forschung (IGEF) haben in mehreren hundert Fällen Hinweise darauf ergeben, dass vor allem ältere Menschen, die viele Jahre lang überdurchschnittlich starken elektromagnetischen Feldern ausgesetzt waren, unter Symptomen leiden, die denen sehr ähnlich sind, an denen Alzheimer-Patienten leiden. Es ist durchaus naheliegend, dass an der Entstehung und beängstigenden Verbreitung der Alzheimerschen Krankheit in erster Linie die Elektrifizierung aller Lebensräume und die damit verbundene elektromagnetische Umweltverseuchung Schuld ist.