Schlaflose Nächte durch Elektroboiler
Der fünfunddreissigjährige Josef Muhr war in einer Spedition in Stuttgart schnell in eine führende Position gelangt. Doch bald nach der Geburt seines dritten Kindes und einer dadurch bedingten Verlegung des Schlafzimmers ging es mit der Gesundheit und beruflichen Karriere von Josef Muhr auf unerklärliche Weise bergab.
Er war es bisher gewohnt und es war ihm auch nie schwergefallen, hektische 10-Stunden-Arbeitstage durchzustehen. Doch innerhalb weniger Wochen nach der Geburt des Kindes merkte er, dass es ihm immer schwerer fiel, seine Arbeit zu bewältigen; er war oft mürrisch, nervös, gestresst und dauernd müde. Zuerst schob er das auf die Unruhe, die des Kindes wegen oft nachts nicht zu vermeiden war. Doch auch als das Kind nachts durchschlief, war Josef Muhr meist morgens unausgeschlafen und wie gerädert. Mehr als 3 Stunden konnte er nicht mehr schlafen, dann wälzte er sich im Bett von einer Seite auf die andere und konnte erst morgens zwischen 5 und 6 Uhr noch mal für kurze Zeit einschlafen. Unausgeschlafen und mit Kopfschmerzen, die er früher nie gehabt hatte, fuhr er dann ins Büro. Den unvermeidbaren Belastungen im Büro war er bald nicht mehr gewachsen; immer häufiger musste er zu Hause bleiben.
Die Untersuchungen des Hausarztes, an den er sich wegen der unerklärlichen dramatischen Verschlechterung seines Gesundheitszustandes gewandt hatte, erbrachte keine klaren Hinweise auf mögliche Ursachen. Organisch war Josef Muhr völlig gesund aber offenbar dringend erholungsbedürftig. Der Arzt empfahl ihm, drei Wochen Urlaub zu machen. Josef Muhr befolgte den Rat und fuhr mit seiner Frau und dem Kind in die Berge. Und tatsächlich, schon nach 14 Tagen hatte sich Josef Muhr so erholt, dass er mit seiner Frau und dem Kind wieder nach Hause fuhr. In der ersten Nacht die er wieder zu Hause verbrachte, fiel ihm dann erstmals auf, dass er wesentlich schlechter schlief als in den letzten Tagen in der Pension, in der er sich so gut erholt hatte.
In den nächsten Tagen beobachtete Josef Muhr an sich, dass er täglich mehr abbaute und nach einer Woche war wieder der miserable Gesundheitszustand wie vor dem Urlaub erreicht. Nur wenige Stunden erholsamen Schlaf, danach halbwach mit Kopfschmerzen im Bett liegen, tagsüber hart arbeiten müssen, überforderten ihn innerhalb von 3 Wochen derart, dass er vom Hausarzt zum Nervenarzt überwiesen wurde, der nun mit Medikamenten versuchte, die Nervosität und die psychische Stresssituation in den Griff zu kriegen.
Der Erfolg war minimal. Josef Muhr musste immer öfter zu Hause bleiben und suchte einen Arzt nach dem anderen auf, weil keiner die so plötzlich eingetretene Verschlechterung seines Gesundheitszustandes und seiner Arbeitsfähigkeit erklären konnte. Erst ein Freund, dem er von allem erzählte, brachte ihn auf die Idee, dass hier ein Zusammenhang mit der Verlegung des Schlafzimmers bestehen könnte, und empfahl ihm, doch mal einige Tage im alten Schlafzimmer zu übernachten, das jetzt als Kinderzimmer für das jüngste Kind eingerichtet war. Herr Muhr hatte zwar nicht viel Hoffnung, dass dieser Versuch sich lohnt, aber er ging auf den Vorschlag ein. Frau Muhr nahm das kleine Kind zu sich ins Schlafzimmer in das Bett ihres Mannes und Josef Muhr zog ins frühere Schlafzimmer.
Was dann geschah, hat Josef Muhr inzwischen schon vielen Menschen erzählt: er erholte sich innerhalb einer Woche so gut, dass er wieder voll im Büro arbeiten konnte und ohne die Medikamente auskam, die er nehmen musste, um wenigsten stundenweise arbeiten zu können. Als dann allerdings das jüngste Kind, das jetzt im Bett des Vaters lag, nachts oft schrie, schlecht schlief und auch am Tag viel schwieriger als früher war, stand für Josef Muhr. fest, dass offensichtlich der Schlafplatz schuld an seinen gesundheitlichen Beschwerden und an der Unruhe des Kindes war.
Da er schon verschiedentlich davon gehört hatte, dass sogenannte Wasseradern unter einem Bett auch krank machen können, erkundigte er sich nach einem Rutengänger und liess den Schlafplatz untersuchen. Der Rutengänger stellte fest, dass das Bett von Josef Muhr am Kopfende und an der Seite einer starken Strahlung ausgesetzt war - dass es aber keine Wasserader sei. Der Rutengänger empfahl, eine Messung der elektromagnetischen Strahlung durch jemanden vornehmen zu lassen, der über die erforderlichen Messgeräte und auch Erfahrungen auf diesem noch relativ neuen Gebiet verfügt.
Die daraufhin durchgeführte Untersuchung und Messung der elektromagnetischen Strahlungsbelastung ergab schnell Klarheit über die Art der Strahlenbelastung. Direkt an der Wand, keine 50 cm vom Kopfende des Bettes von Josef Muhr entfernt, war ein Heisswasserboiler installiert, der vorwiegend während der Nacht mit Nachtstrom aufgeheizt wurde. Als der Boiler eingeschaltet wurde, zeigten die Messgeräte am Kopfende des Bettes von Josef Muhr eine magnetische Flussdichte von ca. 2500 Nanotesla an. Das ist ungefähr die gleiche Stahlenbelastung wie unter einer 110 KV starken Hochspannungsleitung. Und etwa der 10fache Wert der elektromagnetischen Strahlungsbelastung, die in Schweden vom Swedisch National Board of Occupational Safety and Health (ASS) als Höchstwert an Bildschirm-Arbeitsplätzen vorgeschrieben wurde.
Empfohlene Maßnahmen
Das Problem war relativ einfach zu lösen. Da die Verlegung des Boilers sehr kostenaufwendig gewesen wäre, wurde der Bereich des Boilers, der die Magnetfelder verursachte, mit einer MU-Metall-Folie umkleidet. MU-Metall ist eine spezielle Legierung, mit der Magnetfelder sehr praktisch abgeschirmt werden können. Die Abschirmwirkung dieser dünnen, selbstklebenden Folie ist besser als die einer mehrere Zentimeter dicken Stahlplatte.
Was erreicht wurde
Nach der Durchführung dieser Abschirm-Massnahme konnte Herr Muhr in seinem Bett wieder gut durchschlafen.