32. Ein Zuhause mit hohem Herzinfarkt-Risiko

Eine Villa mit hohem Herzinfarkt-Risiko

Eine Münchener Innenarchitektin hatte vor einigen Jahren das Haus eines bekannten deutschen Schauspielers neu eingerichtet und dabei genauso wenig wie die meisten Menschen darauf geachtet, dass elektrotechnische Einflüsse die Wohnqualität derart beeinträchtigen können, dass man sich auch in der schönsten Wohnung nicht wohl fühlt. Die Folge war, dass im Haus des Schauspielers, der sich in seiner Wohnung nach der Renovierung nicht mehr konzentrieren konnte, aufgrund meiner Untersuchungsergebnisse kostenaufwendige Änderungen an der neuen Einrichtung durchgeführt werden mussten. Da der Schauspieler nach einigen Änderungen an der Elektroinstallation nicht mehr über Nervosität und Konzentrationsschwierigkeiten klagte und wieder gerne in seinem Haus war, lässt die Innenarchitektin alle von ihr betreuten Häuser und Wohnungen vor Arbeitsbeginn auf elektromagnetische Strahlung untersuchen; so auch im folgenden Fall.

Eine deutsche Großbank besaß in München in der Nähe des Ostbahnhofes eine luxuriös eingerichtete Villa, die Managern aus der Frankfurter Bankzentrale während ihrer oft nur ein- oder zweijährigen Tätigkeit in München zur Verfügung gestellt wurde. Die Innenarchitektin bekam den Auftrag, dieses Haus entsprechend den Wünschen des Ehepaares, das dieses Haus z.Zt. bewohnte, neu einzurichten.

Der Bankmanager und seine Frau waren zu einer sechswöchigen Kur verreist, die wegen eines Herzinfarktes des Mannes erforderlich war. Die Untersuchung des Hauses ergab sehr unerfreuliche Ergebnisse. Das gesamte Haus wurde von magnetischen Wechselfeldern in der 16 2/3 Hz-Frequenz, also der Bahnstrom-Frequenz durchdrungen. Die Bahngleise, von der diese magnetischen Wechselfelder ausgehen und die Erde und Gebäude durchdringen, waren etwa 800 Meter entfernt. In dieser Entfernung erreichte die magnetische Flussdichte im Haus noch Werte von über 450 Nano-Tesla, wenn im Ostbahnhof ein Zug anfuhr. Die Intensität der magnetischen Flussdichte ist abhängig vom Stromverbrauch und sie nimmt lediglich mit zunehmender Entfernung vom Ort des Stromverbrauchs langsam ab.

Die magnetischen Wechselfelder werden häufig über in der Erde liegende Wasser- und Gasleitungen aus Metall auch in weit von den Bahngleisen entfernte Hauser eingeschleppt. Mit geeigneten Messgeräten kann die Bahnstrom-Frequenz in manchen Fällen noch in einer Entfernung von zwei oder drei Kilometern im gesamten Haus nachgewiesen werden. Die Villa der Bank war etwa ein Kilometer vom Ostbahnhof entfernt, dennoch verursachte jede Abfahrt und jede Beschleunigung eines vorbeifahrenden Zuges ein rasches Ansteigen der magnetischen Flussdichte in der Villa von etwa 80 Nano-Tesla auf 400 bis 500 Nano-Tesla - und das mehrere hundertmal täglich und in jeder Nacht. Menschen, die in solchen Häusern leben, leiden nach einschlägigen Forschungsberichten überdurchschnittlich häufig unter Herzfunktionsstörungen leiden, die sich bis zum Herzinfarkt entwickeln können und klagen über nervöse Störungen sowie eine miserable Schlafqualität.

Auf Wunsch der Innenarchitektin kam dann ein Gespräch mit dem Münchener Bankdirektor, der Innenarchitektin und dem Sachverständigen für elektromagnetische Verträglichkeit zustande. Der Sachverständige empfahl, vor einer Renovierung des Hauses zu prüfen, ob das Haus durch eine Anlage zur Kompensation von Magnetfeldern in einen gesundheitlich unbedenklichen Zustand gebracht werden kann. Zum großen Erstaunen der Innenarchitektin reagierte der Bankdirektor überhaupt nicht überrascht und skeptisch auf die Auswertung der Untersuchungsergebnisse. "In diesem Haus haben in den letzten sieben Jahren vier Kollegen einen Herzinfarkt bekommen; zwei sind daran gestorben. Auch die Ehefrauen klagten über Herzattacken und andere gesundheitliche Probleme, die sie früher nicht hatten. dass die in dieser Villa lebenden Manager und ihre Familienangehörigen so überdurchschnittlich häufig und schwer erkrankten, war uns schon aufgefallen, aber bisher völlig unerklärbar", meinte der Bankdirektor.

Leider hat die Innenarchitektin ihren Auftrag verloren. Nachdem der am Herzinfarkt erkrankte Bankmanager über die Untersuchungsergebnisse und das hohe Herzinfarktrisiko in diesem Haus informiert worden waren, weigerte er sich, dort weiter zu wohnen. Die Bank verkaufte die Villa.

 

Alternativen

Installation einer Anlage zur Kompensation von Magnetfeldern; bei Kosten von ca. 17.500.-- bis 20.000.-- EUR allerdings nicht immer eine überzeugende Alternative.

 

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