12. Gehirntumor durch den Beruf?

Gehirntumor kann mit dem Beruf zu tun haben

"Mein Mann ist vor einem Jahr im Alter von 34 Jahren an einem Gehirntumor gestorben. Er war seit seinem 18. Lebensjahr bei unserem Elektrizitätswerk beschäftigt. Als er im Krankenhaus untersucht wurde, hiess es, dass er an einem schnell wachsenden Gehirntumor erkrankt sei, der unheilbar ist. Man sagte meinem Mann damals: >Ihr Gehirntumor kann mit Ihrem Beruf zutun haben.< Nun versuche ich leider bisher vergebens, von den Ärzten mehr darüber zu erfahren, dass der Gehirntumor meines Mannes tatsächlich auf seine berufliche Belastung durch elektromagnetische Strahlung zurückzuführen ist; zumal unser Sohn auch Elektriker werden will. Aber niemand will sich deutlich dazu äussern. Gibt es eigentlich irgendwelche Studien hierzu, die mir weiterhelfen könnten?"

Der norwegische Wissenschaftler Tynes und seine Mitarbeiter haben 1992 eine umfangreiche Studie an ca. 38.000 männlichen Elektroarbeitern in Norwegen vorgestellt. Sie fanden ein erhöhtes Auftreten verschiedener Krebsarten wie Leukämie und Hirntumore im Vergleich zum Durchschnitt der männlichen arbeitenden Bevölkerung. Dr. Marjorie Speers vom Institut für Präventivmedizin der Universität Texas berichtete über einen deutlichen Anstieg von Gehirntumoren bei Arbeitern, die mit magnetischen Wechselfeldern zu tun hatten. Sie waren 13mal häufiger erkrankt als andere.

Eine Untersuchung über die Krebssterblichkeit bei französischen Elektrizitätsarbeitern führte der Biologe Guenel durch. Es ergaben sich signifikant erhöhte Risikofaktoren für Darm-, Rektum-, Mund- und Rachenkrebs.

Das Gehirntumor-Risiko in Elektroberufen wird auch in einer deutschen Untersuchung erneut bestätigt. Wissenschaftler des deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg stellten in einer Studie mit insgesamt über 500 Personen fest, dass Frauen in Elektroberufen ein fünffach höheres Risiko haben, an einem Gehirntumor zu erkranken. Die Nebenfaktoren Ernährung und Rauchen wurden berücksichtigt. Dass vielleicht Lösungsmittel die eigentliche Ursache seien, ist unwahrscheinlich, da Beschäftigte der Chemie- oder Metallindustrie oder auch Maler nicht überdurchschnittlich häufig von Hirntumoren betroffen sind.

Der US-Wissenschaftler Milham wertete 1982 die Todesursachen von 438.000 Personen aus, die zwischen 1950 und 1979 gestorben waren. Sein Ergebnis: Bei Elektronikern lag die Häufigkeit von Leukämie als Todesursache um knapp 50 % über der der allgemeinen Bevölkerung.

1992 stellte die schwedische Wissenschaftlerin Brigitta Floderus vom Arbeitsmilieu-Institut in Stockholm eine umfangreiche Studie vor, bei der eine Korrelation zwischen Leukämie und Hirntumoren und den Magnetfeldern am Arbeitsplatz gefunden wurde. Bei der Auswertung von 250 Leukämie- und 261 Gehirntumor-Fällen ergab sich bei Personen, die beruflich mit Hochspannung umgehen, ein etwa dreifach erhöhtes Krebsrisiko. Das Risiko für Gehirntumore war besonders bei jüngeren Berufstätigen deutlich erhöht. Als besonders gefährdete Berufsgruppen wurden Elektroschweisser, Elektro-Lokomotiv-Führer und Kraftwerks-angestellte gefunden. Die Sicherheit der Untersuchungsergebnisse wird als sehr hoch eingeschätzt, da die Magnetfelder am Arbeitsplatz durch Messungen exakt erfasst wurden.

In einigen dieser Studien wurde auch festgestellt, dass die Kinder von belasteten Elektroarbeitern höhere Risiken zeigen, Hirntumore zu entwickeln.

 

Nähere Angaben zu den hier erwähnten Studien enthalten die folgenden Bücher:

 

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