03. Mit Kopfschmerzen am Mikrowellenherd

Täglich acht Stunden am Mikrowellenherd

"Ich arbeite seit zwei Jahren in einer Autobahn-Raststätte täglich fast 8 Stunden an der Speisenausgabe. Von den beiden Mikrowellenherden, in denen die Speisen erwärmt werden, stehe ich meistens nicht weiter als 1 Meter entfernt. Die Mikrowellenherde sind mit kurzen Unterbrechungen täglich insgesamt bestimmt 3 bis 4 Stunden eingeschaltet. Seit einem Jahr leide ich immer häufiger unter Kopfschmerzen, sodass ich ständig Tabletten nehmen muss. Am liebsten würde ich die Arbeit aufgeben, da ich jetzt nach einer Fehlgeburt im letzten Jahr wieder schwanger bin und Angst davor habe, dass meinem Kind die Mikrowellen schaden. Aber wir brauchen das Geld, das ich hier verdiene. Kann es sein, dass die Mikrowellen Missbildungen verursachen oder Schuld an der Fehlgeburt damals sind? Gibt es evtl. auch Mikrowellenherde, die weniger strahlen? Mein Chef sagt, die Türen an den Mikrowellenherde sind so dicht, dass da gar keine Strahlung raus kann, außerdem könnten die Mikrowellenherde gar nicht verkauft werden, wenn sie gefährlich wären. Die Lieferfirma hat meinem Chef schriftlich bestätigt, dass die Mikrowellenherde die DIN-Norm erfüllen. Können Sie mir einen Rat geben?"

Jeder Mikrowellenherd strahlt trotz gut abgedichteter Türen ein elektromagnetisches Feld im Hochfrequenzbereich ab, das millionenfach stärker ist als die Belastung, an die wir von Natur aus gewohnt sind. Wenn Mikrowellenherde gewerblich genutzt werden und die Türen deshalb im Verhältnis zum Einsatz im privaten Haushalt viel öfter geöffnet und geschlossen werden, können die Mikrowellen, die durch die Tür entweichen, so intensiv sein, dass sich in den bestrahlten Körperpartien die Temperatur erhöht (thermische Effekte).

Selbst wenn diese Erwärmung so gering ist, dass man sie überhaupt nicht spürt, kann sie empfindlichen Organen schaden und störungsanfällige Prozesse im Körper wie etwa die Produktion von Hormonen beeinflussen. Die Augen und das Innenohr sind z. B. besonders empfindlich. Vor allem kleine Kinder und schwangere Frauen sind gefährdet, wenn sie sich einige Zeit direkt vor dem eingeschalteten Mikrowellenherd aufhalten.

Auch sehr schwache elektromagnetische Felder können Körperzellen und Biomoleküle zum Schwingen bringen. Mikrowellen können auch bei nicht messbaren Temperaturerhöhungen Gehirnströme verändern, das körpereigene Abwehrsystem und die Blutbildung beeinflussen, das Erbgut beeinträchtigen und möglicherweise auch die Entstehung von Tumoren fördern, wie Versuche mit Zellkulturen und Tieren andeuten. Schwangere Frauen sollten sich deshalb grundsätzlich nicht im Nahbereich eines eingeschalteten Mikrowellenherdes aufhalten; das sollte natürlich auch im gewerblichen Bereich sehr streng befolgt werden.

Die Mikrowellenstrahlung der meisten Mikrowellenherde ist in einem Abstand von zwei bis drei Metern nur noch so gering, dass nach dem derzeitigen Wissensstand kein Risiko mehr besteht - allerdings ist das derzeitige Wissen hierzu sehr unbefriedigend, da nur spärliche Untersuchungen am Menschen vorliegen.

 

Empfohlene Maßnahmen

Am besten wäre es natürlich, wenn Sie eine Möglichkeit fänden, sich zumindest während der Schwangerschaft nicht den Risiken auszusetzen, die im Nahbereich eines Mikrowellenherdes in gesundheitlicher Hinsicht zwangsläufig bestehen. Wenn das nicht möglich ist, sollten Sie wenigstens einen Abstand von 3 Metern zum eingeschalteten Mikrowellenherdes einhalten. In einigen osteuropäischen Ländern, in denen wesentlich strengere Grenzwerte zum Schutz vor Mikrowellenstrahlung festgelegt wurden als im Westen, tragen Frauen, die beruflich der Strahlung von Mikrowellenherden ausgesetzt sind, Schürzen bzw. Kittel aus einem speziellen Baumwollgewebe, dass von hauchdünnen Edelstahlfasern durchzogen ist. Wenn Sie sich daraus einen Kittel schneidern lassen, den Sie am Arbeitsplatz ständig tragen und zusätzlich den empfohlenen Abstand einhalten, verringern Sie das gesundheitliche Risiko für sich und Ihr Kind beträchtlich. Vermeiden Sie aber auch, während der Schwangerschaft täglich stundenlang an einem Elektroherd zu arbeiten, denn auch die niederfrequenten magnetischen Wechselfelder erhöhen das Missbildungs- und Krebsrisiko.

 

Alternativen

Lediglich bei Gasherden ohne Stromanschluss bestehen keine gesundheitlichen Bedenken.

 

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