Elektrosmog ist im Gespräch. Die Überschriften in Zeitungen und Magazinen zeugen von der Aktualität: "Hirntumor durch Funktelefone" ist da zu lesen, "Kinderleukämie an Hochspannungsleitungen" und "Ich bin elektrosensibel" oder "Bürger verhindern Mobilfunksender". Auch Rundfunk und Fernsehen sind regelmäßig dabei, wenn es um den Streß durch Strom und Strahlung geht.
Wissenschaftler arbeiten auf Hochtouren. "Ärzte horchen auf. Patienten werden neugierig. Die Elektroindustrie besänftigt. Panikmacher hauen auf den Putz. Geschäftemacher wittern eine neue Marktlücke. Scharlatane reiben sich die Hände. Bürgerinitiativen protestieren. Richter legen Sender still. Politiker und Behörden warten erst einmal ab. Bundespostminister Wolfgang Boetsch verkündet auf einer Pressekonferenz, daß die Auseinandersetzung mit der Atomenergie im Vergleich zu dem, was uns der Elektrosmog der neuen Mobilfunknetze noch bescheren wird, nur ein laues Lüftchen war.
Elektrosmog stört die natürlichen Lebensabläufe, greift in biologische Prozesse ein und verändert sie, bedeutet Streß für Körper und Psyche, kultiviert Krankheit und verhindert Heilung. Ich bin kein Wissenschaftler, sondern Praktiker. Ich experimentiere nicht im Labor, habe dafür in 10 Jahren an über 3000 Patientenbetten und Arbeitsplätzen Elektrosmogmessungen im Alltag meiner zumeist kranken Kunden durchgeführt. Ich habe nach Reduzierung von Elektrosmog im häuslichen Umfeld, an erster Stelle im Schlafbereich, Kranke wieder gesund, Nervöse wieder ruhig, Labile wieder stabil, Verspannte wieder entspannt, Bettnässer wieder trocken und Therapieresistente wieder therapiefähig werden sehen. Schmerzen, Schwindel und viele andere Symptome verschwanden, Lebensqualität und Vitalität trat an die Stelle von Schlaflosigkeit, Zerschlagenheit und Antriebsarmut. Das sind Fakten, die sich nicht darum scheren, was man von ihnen hält oder ob die Wissenschaft schon fähig ist, sie schlüssig zu erklären.
Sicher gibt es diese provozierenden Effekte nicht bei jedem Menschen, aber bei verdächtig vielen. Nach meiner Erfahrung reagieren mindestens ein Viertel der Menschen, die meisten freilich ohne es zu wissen, mehr oder minder heftig auf den meist völlig unnötigen Elektrosmog ihrer Umgebung, speziell wenn es um Schlafplatzbelastungen geht.
Ich selbst war vor über 15 Jahren ein 'Elektrosmog-Opfer', bin nach der Sanierung der jahrelang auf mich einwirkenden, überdurchschnittlich starken Felder der technisch desolaten, aber auch übertrieben und unbewußt elektrifizierten Altbauwohnung wieder gesund und lebensfroh geworden. Die nahe Umgebung meines Bettes war zu dieser Zeit vollgespickt mit feldintensiven elektrischen Geräten und Kabeln.
Elektrosmog entsteht, wenn Elektrizität produziert, transportiert oder verbraucht wird, wenn elektrische Spannung anliegt oder elektrischer Strom fließt, wenn Sender senden und Funker funken. Jedes Elektrogerät, jedes Stromkabel, jede Steckdose, alle Sendeantennen und alle Funktürme verursachen neben den gewünschten Wirkungen auch unerwünschte Nebenwirkungen, nämlich mannigfaltig viele künstliche elektromagnetische Felder in unterschiedlichen und kaum berechenbaren Größenordnungen, wenig wissenschaftlich, dafür treffend und laienverständlich auch 'Elektrosmog' genannt. Elektrosmog, hierzu gehören niederfrequente, hochfrequente und statische elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder und Wellen:
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Elektrische Wechselfelder (Niederfrequenz), Folge von elektrischer Spannung, die bei Netzanschluß in Leitungen und Geräten anliegt (auch wenn kein Strom fließt)
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Magnetische Wechselfelder (Niederfrequenz), Folge von elektrischem Stromfluß in eingeschalteten Verbrauchern, Leitungen, Geräten, Transformatoren, Netzteilen...
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Elektromagnetische Wellen (Hochfrequenz), Folge von Sendern wie z.B. Fernsehen, Radio, Mobilfunk, Radar, Militär... sowie einigen Küchen-, Spiel- und Bürogeräten
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Elektrische Gleichfelder (Elektrostatik) von Bildschirmen, synthetischen Fasern wie Teppichen oder Gardinen und Kunststoffoberflächen wie Lacken oder Furnieren
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Magnetische Gleichfelder (Magnetostatik) durch Gleichstrom von Straßenbahnen oder Photovoltaikanlagen, und von magnetisierten Metallen, im Alltag zumeist Stahl
Natürliche elektromagnetische Felder sind seit Jahrmillionen unsere ständigen Wegbegleiter, stimulieren und ordnen mit winzigsten Intensitäten all unsere biologischen Abläufe. Sie decken ein weites Frequenzspektrum ab, von den statischen Feldern über die nieder- und hochfrequenten Felder, den Mikrowellen und dem sichtbaren Licht, bis zu den radioaktiven Strahlen. Die meisten können wir nicht direkt spüren oder bewußt wahrnehmen, denken wir an das Erdmagnetfeld, die Luftelektrizität, die Radioaktivität von Erde und Kosmos, die Mikrowellen der Atmosphäre und die UV- und Röntgenstrahlung der Sonne. Nur einen winzigen Teilbereich dieses großen von außen auf uns einwirkenden natürlichen elektromagnetischen Spektrums können wir mit unseren Sinnen bewußt und direkt erleben: Wärme und Licht. Auch unseren inneren Lebensvorgänge sind an erster Stelle elektromagnetischer Natur, denken wir an die extrem schwachen biologischen Spannungen, Ströme und Signale, die milliardenfach alle Körperfunktionen rund um die Uhr wie ein Riesencomputer auf wundersame Weise steuern.
Elektrosmog ist nicht natürlich, sondern ein Kunstprodukt unseres hochtechnisierten Jahrhunderts, eine Art Abfall der Elektroindustrie. Die feinen natürlichen Felder und die sensiblen biologischen Funktionen werden dramatisch zunehmend von den viel gröberen technischen Feldern aus zivilisatorischen Quellen überlagert. Wie Mensch und Natur auf diese technischen Felder aus tausendundeinem Kabel und tausendundeinem Sender reagieren, das weiß noch keiner genau. Die wissenschaftliche Forschung steht am Anfang. Studien der letzten 20 Jahre z.B. aus den USA, Kanada, Schweden, Australien, Neuseeland, England und Deutschland sind alarmierend, und es verdichten sich die Hinweise, daß wir es mit einem biologisch riskanten Umwelteinfluß zu tun haben. Kritische Wissenschaftler der verschiedensten medizinischen, biologischen und technischen Fakultäten warnen zunehmend vor den gesundheitlichen Risiken. Praktische Erfahrungen von Baubiologen, Umweltanalytikern, Instituten, "rzten und Laboren bestätigen die offensichtliche Gesundheitsgefahr zunehmend.
Das Netz der öffentlichen Stromversorgungen wird derweil immer dichter, die Anzahl elektrischer Geräte und Kabelmeter zu Hause und am Arbeitsplatz immer höher, die Verbreitung von Sendetürmen und Funkanlagen immer stärker. In einigen Wohngebieten und Häusern, egal ob ländlich oder dicht bevölkert, ist der natürliche Strahlenpegel hinter dem Toben von millionenfach stärkeren künstlichen Strahlenpegeln schon längst verschwunden. Jahr für Jahr nimmt die allgemeine Elektrosmogintensität zu und mit ihr das Risiko für Mensch und Natur. Der Kosmos wird zum Chaos.
Der Gesundheitsminister, die Krankenkassen und die Weltgesundheitsorganisation informieren und provozieren mit der Nachricht, daß 25-30 % aller Erkrankungen durch gestörte Umweltbedingungen verursacht werden, daß 25-30 % aller Menschen umweltkrank sind. Die Bauordnung fordert: "Bauten sind so zu errichten, daß sie die Gesundheit des Menschen und die natürliche Lebensgrundlage nicht gefährden."
Wir von der BAUBIOLOGIE MAES sind Fachleute für solche "gestörten Umweltbedingungen" und für das Erkennen einer möglichen "Gefährdung der natürlichen Lebensgrundlage". Wir messen, analysieren, prüfen und begutachten neben den elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Feldern auch Radioaktivität und Radon, Wohngifte und Schadstoffe, Löse- und Holzschutzmittel, die Luftqualität und Luftionisation, Asbest und andere Fasern, Feinstaub und Pilze, Feuchte und Temperatur, Schall und Vibration. Wir führen Haus- oder Arbeitsplatzuntersuchungen entsprechend vielseitig und somit ganzheitlich durch und haben deshalb inzwischen einen guten Überblick, worauf Menschen mit ihren unterschiedlichen Beschwerdebildern besonders reagieren.
Wir haben erfahren, daß es oft die Summation verschiedener Umwelteinflüsse ist. Wir haben aus tausenden von Messungen gelernt, haben aufmerksam beobachtet und können feststellen, daß Elektrosmog ganz offensichtlich an oberster Stelle der 'Hitliste' gestörter Umweltbedingungen steht und seine Reduzierung im Alltag die signifikantesten gesundheitlichen Verbesserungen nach sich zieht. Bei keinem anderen Umweltfaktor sind die spontanen Positiveffekte nach Sanierungen derart deutlich.
Der Großteil meiner Messungen und der meiner Mitarbeiter wurde in enger Zusammenarbeit, auf Anordnung und unter Kontrolle von "rzten durchgeführt. Es besteht für uns alle -Baubiologen und "rzte- kein Zweifel mehr, daß Elektrosmog eine ernstzunehmende Gesundheitsgefahr ist. Wir wissen noch nicht genau, warum es so ist, kennen die biologischen Wirkmechanismen noch zu wenig, wissen aber nach jahrelanger Recherche, daß es so ist. Fallbeispiele, die wir in Büchern und Fachzeitschriften, in Rundfunk und Fernsehen zigfach veröffentlicht haben, sprechen eine unmißverständliche Sprache.
Ich fordere Wissenschaftler und Politiker auf, sich intensiver mit den Gefahren des Elektrosmogs zu beschäftigen und zum Schutz des Menschen und jeder Kreatur vernünftige Grenzwerte zu entwickeln, die wirklich Schutz bedeuten. Was zur Zeit an Grenzwerten durch die 26. Bundes-Immissionsschutz-Verordnung und die DIN/VDE 0848 angeboten wird, halte ich für unbrauchbar und verantwortungslos. Es ist voreilig und naiv, bei den Grenzwertfestlegungen davon auszugehen, daß nur akute Reizströme und thermische Effekte als Folge des auf den Menschen einwirkenden Elektrosmogs biologisch relevant sein sollen. Menschen reagieren erfahrungsgemäß auf Feldstärken weit unterhalb dieser Werte, wenn auch nicht mit spontaner Körpererwärmung, sondern mit langfristig eintretenden mannigfaltigen Symptomen von Kopfschmerz bis Krebs.
Ich finde es bedenklich, daß Grenzwerte von einer 'Elektrotechnischen Kommission' entwickelt werden, die aus 17 Mitgliedern besteht und davon 14 Elektrosmogverursacher sind, z.B. AEG, Badenwerk, Bundesbahn, Isar-Amper-Werke, Junkers, Philips, RWE und Siemens. Die beiden Mitglieder vom Bundesamt für Strahlenschutz werden hochprozentig überstimmt. Vom einzigen Mediziner der Kommission, Prof. David von der privaten Uni Witten-Herdecke, hat die Elektroindustrie, die seine Uni unterstützt, nichts zu befürchten. Er bescheinigt Unbedenklichkeit und behauptet, daß "unter diesen Grenzwerten nachteilige Wirkungen auf die Gesundheit des Menschen ausgeschlossen" sind. Seine Broschüren werden von den Elektroversorgungsunternehmen begeistert verteilt.
Andere Wissenschaftler strapazieren regelmäßig den Placeboeffekt und den Zufall als einzige Erklärung für die durch Elektrosmog verursachten Beschwerden. Wieder andere sind sich sicher: Nur die Angst vor den Feldern macht krank. Prof. Hans Schäfer vom Hygiene-Institut der Uni Heidelberg, Ehrenpräsident der Berufsgenossenschaft für Elektrotechnik und Mitglied der Kommission, die Grenzwerte erarbeitet, spricht sogar von Hysterie und schreibt im 'Deutschen "rzteblatt', daß elektromagnetische Felder ja gar nicht so schlimm sein könnten, weil sie "nicht einmal mit dem Finger spürbar sind". Er beschließt: "An die Gefahr des Stroms hat sich die Bevölkerung gewöhnt." Und gibt zu: "Die wissenschaftliche Situation ist noch völlig unklar." Prof. Herbert Stimmer von der TU Wien, Chairman der europäischen Normungskommission, schreibt in der '/sterreichischen "rztezeitung': "Wenn ein junger Mann zu seinem Chef gerufen wird oder ein Rendezvous mit der Freundin hat, dann sind die Auswirkungen, z.B. die Erhöhung der Pulsfrequenz, größer als von einer Hochspannungsleitung."
Da ist selbst das RWE kritischer, indem es in einer Arbeitsinformation schon im Jahr 1984 behauptet: "Die Störung der natürlichen Lebensabläufe durch äußere elektrische Einwirkungen -sei es durch das elektrische oder das magnetische Feld- ist leicht plausibel. Elektrische Vorgänge sind natürliche Erscheinungen im menschlichen Körper. Gerade deshalb liegt die Vermutung nahe, daß technische elektrische Vorgänge außerhalb des Körpers einen Einfluß auf die Lebensprozesse haben." An anderer Stelle ist in der RWE-Information zu lesen: "Bei Wechselspannungen hängt die Empfindlichkeit der Nerven von der Frequenz ab. Die größte Empfindlichkeit läßt sich bei ungefähr 50 Hertz feststellen." 50 Hertz ist die uns im Alltag überall umgebende Netzfrequenz. Das RWE weiter: "Sowohl elektrische als auch magnetische Wechselfelder führen zu einem Stromfluß im menschlichen Körper. Dabei werden Stromdichten der Größenordnung einer Nervenreizung erreicht bzw. überschritten."
Die Elektrizitätswerke und Stromversorger in den USA fordern in von Wissenschaftlern verschiedener Universitäten bearbeiteten Broschüren den Stromkonsumenten per Postwurfsendung dazu auf, feldstarke Geräte wie Heizkissen, Fernseher, Radiowecker, Anrufbeantworter und Trafos vom Bett zu entfernen und so die persönliche elektromagnetische Dosis klein zu halten. Sie empfehlen für den Alltag, beim Kochen in Mikrowellenherden ausreichenden Abstand einzuhalten, bei elektrischen Heizungen nicht zu nah an die Strahlungsquelle zu gehen, vom Computermonitor mindestens eine Armlänge entfernt zu bleiben und die feldstarken Haarföne eher weniger zu benutzen.
Die offiziellen deutschen Grenzwerte zum Schutz von Menschen vor biologischen Schäden durch elektromagnetische Felder setzen nach DIN/VDE 0848 bei niederfrequenten Magnetfeldern die Grenze für die arbeitende Bevölkerung auf 5 Millitesla (mT) fest, das sind umgerechnet 5 Millionen Nanotesla (nT). Die offiziellen Grenzwerte zum Schutz von Maschinen vor technischen Schäden durch elektromagnetische Felder setzen nach DIN/VDE 0107 die Grenze für medizinische Räume (EEG, EKG) auf nur 200 nT fest. Dem Menschen traut man 5.000.000 nT zu, einem technischen Gerät nur 200. Die sogenannte Elektrosmogverordnung hält für die Gesamtbevölkerung 100.000 nT für zumutbar.
Dagegen fordert die weltweit akzeptierte TCO-Schwedennorm zum Schutz von Menschen an Computerarbeitsplätzen 200 nT nicht zu überschreiten. Behördliche kalifornische Empfehlungen für Neubaugebiete an Hochspannungsleitungen definieren ebenfalls 200 nT als Grenze. Zahlreiche internationale Wissenschaftler sind sich einig: 100 nT sollte die Grenze für Dauerbelastungen sein. Baubiologische Richtwerte für Schlafbereiche sehen 20 nT als ideal an und warnen ebenfalls nachhaltig ab 100 nT. Der Bund für Umwelt und Naturschutz BUND empfiehlt, die Elektrosmogverordnung um den Faktor 10.000 zu unterschreiten und bestätigt die baubiologischen Empfehlungen.
Die Hamburger Behörde für Gesundheit, Arbeit und Soziales fordert seit 1988 in ihrer 'Abstandsregelung für Neubauten': "Wohngebäude und Kindergärten sollten so weit von elektromagnetischen Feldverursachern entfernt sein, daß die durchschnittliche Feldstärke in städtischen Wohngebieten nicht überschritten wird." Wir haben 3000 eigene Elektrosmogmessungen aus den Jahren 1983-1993 ausgewertet, demnach liegt diese durchschnittliche Feldstärke in städtischen Wohngebieten im Bereich von 20-50 nT.
Die wissenschaftlichen Forschungsergebnisse verschiedener epidemiologischer Studien mit insgesamt über 100.000 Hochspannungsleitungsanwohnern in den USA, Kanada, Schweden, Finnland, Australien und Neuseeland zeigen, daß mit signifikant erhöhten biologischen Risiken (z.B. Krebs, Kinderleukämie, Tumore, Hormon-, Nerven-, Herz-, Kreislauf- oder Schlafstörungen, Migräne, Schmerzen, Depression, Nervosität, Suizid) bei magnetischen Flußdichten im Bereich von 100-300 nT zu rechnen ist.
Zum Vergleich: In 30-50 cm Abstand von z.B. Radioweckern, Kleintransformatoren, Niedervoltbeleuchtungen und über Heizdecken oder elektrischen Fußbodenheizungen sind durchaus, wie unter großen Hochspannungsleitungen, 500-5000 nT zu messen. Und hier halten sich im Alltag, speziell im Schlafbereich, viele Menschen langfristig auf.
Die bisher umfassendste Studie über die biologischen Wirkungen elektromagnetischer Felder ist Ende 1995 von der US-Umweltbehörde EPA veröffentlicht worden. Elf führende Strahlenschutzexperten sammelten neun Jahre lang Daten. Laut Behörde liefert die Studie eindeutige Hinweise, daß schwache elektromagnetische Felder die menschliche Gesundheit beeinträchtigen können, wenn sie nur langfristig einwirken. Prof. Dr. Ross Adey, der Leiter der Forschergruppe fordert den Grenzwert von 200 nT. Alles über diesem Wert könne Hormonabläufe verändern, an erster Stelle den Melatoninhaushalt. Mit Krebs sei zu rechnen, mit Hirnerkrankungen, Tumoren, Nervenstörungen, Parkinson, Alzheimer und koronaren Herzleiden. Die Studie bestätigt den schon zigfach in den Jahren zuvor geäußerten Verdacht, daß elektromagnetische Felder besonders bei Kindern, aber auch bei Erwachsenen, Leukämie auslösen und begünstigen können. Elektromagnetische Felder, so die Forscher, greifen in Zellabläufe ein und beeinflussen Gene. Es erhärtet sich der Verdacht, daß auch Erbkrankheiten eine Rolle spielen.
Sie sehen, welche krassen Unterschiede es bei dem Grenzwertgerangel gibt. Die Elektrosmogverordnung und die DIN/VDE schützen die Industrie, nicht den Menschen. Für Arbeitsplätze können die TCO-Computernorm und die kalifornische Bedingung für Neubaugebiete an Hochspannungstrassen akzeptiert werden. Für Wohnbereiche sollte die Hamburger Umweltbehörde Beachtung finden. Für den Schlafbereich sind aus Vorsorge, mit Rücksicht auf besonders schutzbedürftige Personengruppen und zur Vermeidung von Langzeitrisiken nur die baubiologischen Richtwerte und die des BUND geeignet.
Leider werden bei der Bewertung niederfrequenter Felder meist nur die magnetischen Felder (Folge von fließendem Strom durch eingeschaltete Verbraucher) beachtet. Hier gibt es reichlich Forschung mit besorgniserregenden Ergebnissen. Die elektrischen Felder (Folge von anliegender Spannung, Netzanschluß reicht) werden dagegen stiefmütterlich behandelt. Hier gibt es kaum Forschung, obwohl sie nach meiner Erfahrung zu Hause und am Arbeitsplatz viel häufiger mit auffällig starken Intensitäten aufwarten, und gerade die Beseitigung oder Abschirmung dieser elektrischen Feldkomponente zu den provozierendsten und spontansten gesundheitlichen Erfolgen führt.
Die offiziellen Grenzwerte für elektrische Felder liegen nach DIN/VDE 0848 für die arbeitende Bevölkerung bei 20.000 Volt pro Meter (V/m). Die Elektrosmogverordnung hält für die Gesamtbevölkerung 5.000 V/m für zumutbar. Die EPA-Studie fordert nach Auswertung von tausenden Daten 10 V/m, weil in dieser Größenordnung eine Reihe verschiedener biologischer Risiken gefunden wurden. Auch die TCO-Schwedennorm für Computerarbeitsplätze setzt ihre Grenze auf 10 V/m. Baubiologische Richtwerte für Schlafbereiche wollen 1 V/m und warnen deutlich ab 10 V/m. Auch bei den elektrischen Feldern fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz BUND, die Elektrosmogverordnung 10.000fach zu unterbieten und bestätigt die baubiologischen Erfahrungen.
Zum Vergleich: In 30-50 cm Abstand von nicht einmal eingeschalteten Nachttischlampen, ungeerdeten Geräten und Kabeln, über Heizdecken oder an technisch auffälligen Installationen sind durchaus, wie an Hochspannungsleitungen, 100-1000 V/m zu messen. Auch hier halten sich, speziell im Bettbereich, viele Menschen lange Zeit auf.
Bei den praxisfremden offiziellen Grenzwertentwicklungen, wie auch bei einigen interessenabhängigen wissenschaftlichen Studien, werden -bewußt oder unbewußt- grobe Fehler gemacht. Da werden nur wenige gesunde Probanden für kurze Zeit mit elektromagnetischen Feldern konfrontiert. Alltägliche Langzeiteinflüsse zu Hause oder am Arbeitsplatz, die Jahre oder Jahrzehnte dauern, werden ignoriert. Genauso ignoriert wird die besondere Empfindlichkeit von Kindern, Alten, Kranken, Sensiblen, Schwangeren und Ungeborenen. Unberücksichtigt bleibt das gesteigerte Risiko während des regenerierenden Schlafes, wenn Körper und Psyche auf Sparflamme schalten und auf alle Umwelteinflüsse viel empfänglicher und empfindlicher reagieren. Unberücksichtigt bleiben auch die biologisch kritischen und teilweise extremen Feldstärkeschwankungen, die überall im Alltag in der Nähe von Frei- und Erdleitungen, Trafostationen und Bahnanlagen, aber auch in den Hausinstallationen sekündlich zu beobachten sind. Bedacht werden müßte, daß die Körperlage im Feld mitentscheidend ist für biologische Effekte, und daß man nachts elektrisch isoliert im Bett liegt und nicht, wie tagsüber, geerdet ist. Dazu kommt, daß es individuelle biologische Frequenzfenster gibt, d.h. daß Menschen oder Teile des Organismus auf verschiedene Frequenzen unterschiedlich reagieren.
Die Bewertung von Wechselwirkungen mit anderen Feldern, Giften und Schadstoffen bleibt außen vor. Neben dem nieder- und hochfrequenten Elektrosmog ist es oft der statische, der zu Hause und am Arbeitsplatz zusätzlich belastet: Elektrostatik an Bildschirmen und Synthetik ruiniert das Raumklima und setzt Menschen unter Spannung, derart, daß Funken aus Fingerspitzen schlagen; Magnetostatik verzerrt das Erdmagnetfeld und läßt an Federkernmatratzen und Stahlteilen Kompaßnadeln um die eigene Achse drehen.
Es wird an der Praxis vorbei experimentiert. Es werden Laborergebnisse voreilig auf den Alltag übertragen. Es wird mit Grenzwerten Sicherheit vorgegaukelt, die es nicht gibt. Besonders folgenschwer scheint mir die ausschließlich quantitative Betrachtung von Meßwerten zu sein. Da wird immer nur von Feldstärken gesprochen, von Nanotesla, Volt pro Meter oder Watt pro Quadratmeter. Keiner spricht neben der Intensität eines Feldes auch von seiner Qualität. 100 Nanotesla sind nicht 100 Nanotesla, so wie 1 Liter nicht gleich 1 Liter und 1 Gramm nicht 1 Gramm sind. Wir müssen den Inhalt kennenlernen, um biologische Bewertungen vornehmen zu können. Das heißt, wir müssen beim elektromagnetischen Feld neben der Feldstärke auch die gesamte Charakteristik des Feldes, also Frequenzen, Frequenzgemische, Oberwellen, Spannungsspitzen, Feldschwankungen, Signale, Modulationen usw. erfassen und bewerten, was selten bis nie getan wird. Reine 50-Hertz-Sinuskurven gibt's nur noch im Versuchslabor, kaum zu Hause und am Arbeitsplatz; uneinschätzbar viele und starke Oberwellen, Frequenzauflagerungen und Arhythmien bedeuten eine besondere Art von Streß.
Hier liegt auch die spezielle Problematik von hochfrequenten Sendern. Es wird zu oft von der Intensität gesprochen und viel zu wenig von der Art des Feldes. Es werden die Radio- mit den Fernsehwellen, das C-Netz mit dem D-Netz, die schnurlosen analogen mit den schnurlosen digitalen Telefonen... in einen Topf geworfen und dabei mißachtet, daß eben nicht nur die Intensität, sondern ganz besonders auch die Art der Modulation und die Frage, ob die Trägerwelle niederfrequent gepulst wurde oder nicht, welche Signale sie aussendet, entscheidend ist für die Bewertung biologischer Riskanz. Die aktuellen D- und E-Mobilfunknetze und die neuen schnurlosen Telefone nach DECT-Standard, funktionieren wie das Radar mit niederfrequent gepulsten Signalen, die es beim C-Netz, anderen Schnurlosen und UKW-Sendern, um nur einige Beispiele zu nennen, nicht gibt. Die wissenschaftlichen Hinweise verdichten sich zunehmend, daß die gepulste elektromagnetische Strahlung biologisch erheblich kritischer ist als die ungepulste. Findet man bei ungepulster Strahlung selbst bei relativ hohen Feldstärken keine biologischen Reaktionen, so wartet die gepulste Strahlung schon bei vergleichsweise viel niedrigeren Feldstärken mit einer ganzen Palette von biologischen Problemen auf.
Der Medizinphysiker Dr. Lebrecht von Klitzing von der Universität Lübeck hat, wie andere Wissenschaftler auch, herausgefunden, daß gepulste Strahlung das menschliche EEG verändert, daß sie unsere Hirnströme durcheinander bringt. Das passiert demnach nicht nur bei Extrembedingungen, sondern im normalen Alltag. Nach unseren aktuellen Messungen ist beim Telefonieren mit handelsüblichen Mobilfunkhandys mit einer EEG-Beeinflussung im Umkreis von etwa 20 bis 30 Metern zu rechnen. Direkt an der Antenne, also in wenigen Zentimetern vom Kopf entfernt, werden nach Aussage des Bundesamtes für Strahlenschutz schon die hoch gesteckten offiziellen Grenzwerte nach Verordnung bzw. DIN/VDE überschritten und somit thermische Effekte ausgelöst.
Bei den schnurlosen DECT-Telefonen ist die Grenze der nachweisbaren Hirnstrombeeinflussung im Abstand von etwa 3 bis 7 Metern erreicht. Ein weiteres biologisches Risiko dürfte hier der Umstand sein, daß die kleinen DECT-Basisstationen nonstop senden, also auch wenn gar nicht telefoniert wird. Wenn ein solches Teil auf Ihrem Nachttisch steht, dann erwarten Sie bitte mehr gepulsten Elektrosmog, als in der Nähe von Mobilfunksendetürmen zu messen wäre, und das -wie gesagt- immer, ohne Pause. Gegen Mobilfunksendeanlagen protestieren hunderte Bürgerinitiativen, gegen DECT-Telefone keiner. Selbst Städte, Behörden und Kirchen lassen die Installation von Mobilfunksendern auf ihren Gebäuden nicht mehr zu, aus gesundheitlicher Vorsicht. Dafür holt sich der schlecht aufgeklärte Verbraucher die gepulste Dauerstrahlung direkt in heimische Wohn- oder Schlafzimmer, DECT macht's möglich. Uns liegen inzwischen zahlreiche Fallbeispiele vor, wo kurz nach dem Anschluß eines solchen Schnurlosen die Leute über Schmerzen, Schwindel, Nervosität, Schlafstörungen und andere Symptome klagten und diese mit der Abschaffung des Dauersenders wieder verschwanden.
Auch hier zeigt sich der Gesetzgeber wieder von seiner großzügigsten Seite. Es werden Grenzwerte nach Verordnung und DIN/VDE verabschiedet, die nur den thermischen Effekt als einzigen biologischen Wirkmechanismus zur Grundlage haben. Das heißt, man geht davon aus, daß es nur dann ein Problem gibt, wenn sich der Körper im Feld erwärmt. Nun wollen besorgte Bürger aber nicht wissen, ob sie im Einfluß der elektromagnetischen Strahlung warm werden wie ein Würstchen im Mikrowellenherd, sondern mit welchen vielfältig möglichen biologischen Risiken zu rechnen ist, die weit unter diesen offiziellen Grenzwerten auftreten können. Falls Sie die Behörden, die Industrie oder den TÜV fragen, ob es kritisch ist, in der Nähe einer Mobilfunksendeanlage zu wohnen, dann bekommen Sie die Antwort: "Nein!", und gemeint ist: "Sie werden nicht warm." Was Ihre Migräne angeht, den Bluthochdruck Ihres Mannes und den Vorsorgeaspekt in Bezug auf Ihr leukämiekrankes Kind, ist die Frage überhaupt nicht beantwortet worden.
Für den Menschen soll nur Thermik gelten, bei Maschinen ist das wieder ganz anders. Sensible Technik reagiert auf die gepulsten Signale des Mobilfunkhandys. Deshalb müssen Sie im Flugzeug, in öffentlichen Verkehrsmitteln, im Krankenhaus... Ihr Handy ausschalten. Nicht weil der Jumbo-Jet, der Omnibus oder das EKG warm werden könnten, nein, weil es Fehlsteuerungen in der Elektronik weit unterhalb der Feldstärken, die thermische Effekte verursachen, gibt. Deshalb sind schon Flugzeuge abgestürzt und PCs ausgefallen, aus Panzern lösten sich Schüsse und ganze Bohrinseln setzten sich Bewegung, Alarmanlagen wurden aktiviert und Airbags aufgeblasen. Gepulste elektromagnetische Signale machen's möglich. In jedem Mercedes-Handbuch steht: "Unfallgefahr! Der Betrieb von mobilen Telefonen und Funkgeräten, deren Antennen sich im Fahrzeuginnenraum befinden, kann zu Funktionsstörungen an der Fahrzeugelektronik führen und deshalb die Betriebssicherheit gefährden." Was ist die empfindliche Elektronik gegen noch empfindlichere Nerven, was ein Computer gegen ein Hirn? Einem sensiblen Menschen mutet man auch hier Millionen mal mehr zu als einer sensiblen Maschine.
Die Grenzwerte der Elektrosmogverordnung lassen bei den hochfrequenten elektromagnetischen Wellen, je nach Frequenz, eine Strahlungsstärke von 200.000 bis 1.000.000 Nanowatt pro Quadratzentimeter (nW/cm ") zu. Das, wie gesagt, um übermäßige körperliche Erwärmung zu vermeiden. Das spezielle Risiko gepulster Strahlung wird nicht berücksichtigt. DIN/VDE erlaubt noch höhere Werte. Zum Schutz von Maschinen gelten Bruchteile der für Menschen gemachten Grenzwerte. Baubiologen halten für die Schlafphase 2 nW/cm " für sicher und warnen ab 50 nW/cm ", bezogen auf ungepulste Strahlung; für gepulste Strahlung gilt ein Hundertstel. Der BUND zieht vergleichbar mit.
Anstatt gewissenhaft und praxisnah zu forschen, was dran ist am Elektrosmog, wird viel Mühe und Geld investiert, um das Unmögliche möglich zu machen, um zu beweisen, daß etwas offensichtlich Schädliches nicht schaden kann. Die Grenzwerte werden in den Keller purzeln, so wie es bei Asbest und Formaldehyd, Holzschutzmitteln und Radioaktivität der Fall war. Wenn Politiker, Wissenschaft und Industrie den Fehler der Verharmlosung begehen, dann wird es in Zukunft neben unnötigem menschlichen Leid auch unermeßliche finanzielle Konsequenzen durch Schadenersatzansprüche und gerichtliche Klagen geben. Auch die Versicherungen sehen das inzwischen mit Sorge.
Dabei ist Elektrosmog zumindest in den eigenen vier Wänden meist gut zu ändern. Zu Hause gibt es allzu oft die größten Elektrosmogrisiken, und gerade im Schlafbereich sollte Entspannung angesagt sein, nicht Verspannung. Abstand ist die erste Devise. Elektromagnetische Felder werden mit zunehmender Distanz schnell schwächer. Ein Meter ist oft ausreichend; ein Meter zu Lampen, Geräten, Kabeln, Kleintransformatoren... Ein Radiowecker macht in 20 Zentimetern mehr als eine Hochspannungsleitung, in einem Meter kaum noch was. Einige Geräte wollen 2 bis 3 Meter Abstand, z.B. Fernseher, Sicherungskästen und elektrische Heizungen, schnurlose DECT-Telefone noch mehr.
Warum werden an Zuleitungen und Geräten keine zweipoligen Schalter eingebaut? Warum sind die meisten Zuleitungen und Geräte nicht geerdet? Zweipolige Schaltung und konsequente Erdung reduziert elektrische Felder drastisch. Eine ungeerdete Lampe auf dem Nachttisch macht ein zigfach stärkeres Feld, als eine geerdete. Der Netzfreischalter schaltet immer dann das elektrische Netz aus, wenn kein Strom mehr verbraucht wird; eine sinnvolle Maßnahme zur Eliminierung unnötiger Elektrofelder. Die technische Qualität der Elektroinstallationen ist entscheidend. Bei Neubauten und Renovierungen sollte es netzfreie Bereiche im Haus geben und mit abgeschirmten Kabeln installiert werden. Mit nachträglichen Abschirmungen durch leitfähige Anstriche und Folien werden ganze Wände und andere elektrische Feldverursacher entschärft.
Einige Geräte sind derart feldintensiv, daß selbst ein billiger Prüfschraubenzieher auf der Haut des deshalb unter Spannung stehenden Menschen aufleuchtet. Dazu gehören u.a. Heizkissen und -decken, einige elektrisch verstellbare Bettsysteme und Wasserbetten. Auch Leuchtstoffröhren und Dimmer sind kräftige Strahler. Genau wie all diese Kleintransformatoren in Niedervoltanlagen, Geräten und Steckernetzteilen. Energiesparlampen sind leider kein Ersatz für normale Glühlampen, denn auch sie sind erstaunlich starke Feld- und Oberwellenverursacher. Manchmal nutzt das Ausschalten einer Niedervolthalogenlampe oder eines transformatorbetriebenen Gerätes nichts, denn der Trafo bleibt am Netz, frißt nonstop Strom, und verursacht starke Felder. Warum wird hier von den Herstellern der Schalter nicht an der richtigen Stelle, sprich primär, eingebaut? Gerätestecker sollten dazu immer die richtige Position in den Steckdosen finden. Richtig bedeutet, Phase des Gerätes kommt in Kontakt mit der Phase der Steckdose und nicht umgekehrt. Nur durch diese einfache Maßnahmen gibt es Feldreduzierungen von 90 %.
In vielen Fällen kommen die gepulsten Mikrowellen von Mobilfunk- und anderen Sendern der nahen Umgebung durch die Fenster ins Haus; massive Bausubstanz schirmt gut ab, Normalglas nicht. Warum nicht gezielt die Fenster abschirmen oder Schutzglas einbauen? Das reduziert die Strahlung bis zu 99 %. Warum nicht weiter mit schnurlosen Telefonen nach bewährtem CT1-Plus-Standard telefonieren; diese senden ungepulst und somit biologisch verträglicher, und außerdem senden sie nur, wenn wirklich telefoniert wird und nicht permanent wie bei den gepulsten Schnurlosen nach DECT-Standard.
80 % der Elektrosmogintensität zu Hause und am Arbeitsplatz ist unnötig. 80 % wäre leicht reduzierbar ohne große Veränderungen der Lebensgewohnheiten. In der Baubiologie geht es um das Machbare, nicht um Grenzwerte. Es geht um Information und bewußten Umgang mit der Energie, die wir alle wollen und brauchen: der Elektrizität.
Wir Baubiologen fordern mehr unabhängige Forschung und neue auf Langzeitwirkungen ausgerichtete Grenzwerte. Die Abstände zu z.B. Hochspannungsleitungen, Trafostationen und Sendern müssen dringend neu überdacht und ausreichend groß veranschlagt werden. In den öffentlichen Straßennetzen sollten Erd- und Freileitungen sternförmig verlegt und feldstärkere Ringleitungen vermieden werden. Ausgleichströme in sanitären Gas-, Wasser- oder anderen Rohrnetzen sind auszuschließen. Die Industrie und der Konsument sollte bewußter mit den elektromagnetischen Risiken umgehen. So könnten in den Gebrauchsanleitungen aller Geräte die Hersteller sowohl die Feldstärke angeben als auch Abstände vorschlagen. Stecker und Steckdosen sollten mit plus oder minus markiert werden, damit Phase und Nulleiter erkannt wird. Jedes Kabel oder Gerät sollte geerdet, besser noch abgeschirmt sein. Zur Aufklärung könnten Beratungsstellen von z.B. Umweltämtern eingerichtet werden. Eine Ausbildung und regelmäßige Fortbildung von Elektrikern, Technikern, Ingenieuren, "rzten und anderen Fachleuten ist notwendig. Politiker, Wissenschaftler und Praktiker müssen an einen Tisch.
Der menschliche Körper ist die perfekte Antenne für elektromagnetische Felder. Jeder Mensch ist individuell und reagiert individuell. Jeder Körper, jeder Körperteil, jedes Organ, jeder Nerv, jede Zelle ist eine spezifische 'Antenne' und reagiert spezifisch auf elektromagnetische Reize. Alles unterliegt dem Gesetz der Resonanz. Alles ist unterschiedlich resonanzfähig: technische Antennen genauso wie biologische Organismen. Wir stehen am Anfang der dringend notwendigen Forschungs- und Aufklärungsarbeit. Keiner sollte so tun, als hätte er den Überblick. Die Zeit für Entwarnung ist genau so wenig reif, wie für Panikmache. Die Zeit ist aber überreif für eine sinnvolle Reduzierung aller möglichen und unnötigen Elektrosmogverursacher, für vorbeugenden Schutz.
Erinnern Sie sich an die Forderung der Bauordnung, die natürliche Lebensgrundlage soll nicht gefährdet werden. Die flächendeckende Versorgung mit gepulsten Mobilfunkwellen aus tausendundeinem Sender auf Dächern und Türmen, die Nähe zu DECT-Telefonen und Niedervolttrafos, Bahnstrom, Hochspannung... ist mehr als eine Gefährdung der natürlichen Grundlage. Die natürlichen Felder sind dank viel stärkerer technischer Felder kaum noch zu finden. Reduzieren wir, was reduzierbar ist. Es gefällt mir, was das Bundesamt für Strahlenschutz zum Thema Elektrosmog sagte: "Wo man Dauerbelastungen durch elektromagnetische Felder herabsetzen kann, da sollte man es tun."
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